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Curso de alemán nivel medio con audio/Lección 052c

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Das Cover des Buches
Quelle für den Text der Lektionen 051c bis 063c Lektionen ist das Buch
Alles über Wikipedia und die Menschen hinter der größten Enzyklopädie der Welt
Das Buch erschien unter einer freien Lizenz (Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported, CC-by-sa).
fuente: Allesueberwikipedia.pdf - CC-BY-SA Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported, CC-by-sa - CC-BY-SA
Inhalt
Inhalt
VORWORT 9
EINLEITUNG 11
DIE ENTSTEHUNG DER DEUTSCHEN WIKIPEDIA 15
Von Nupedia zu Wikipedia:Wie alles anfing ... 15
Odyssee ins Jahr 2001: Die Anfänge der deutschen Wikipedia 23
Ein Blick zurück von der anderen Seite der Diskette 31
Zehn Jahre Wikipedia: Meilensteine 35
Der millionste Artikel für die deutsche Wikipedia 41
Wikipedia: Eine kritische Sicht 43
DIE WIKIPEDIA-ARBEIT 47
Grundkenntnisse 47
Was braucht ein »guter« Artikel? 59
Ein Begrüßungslöschantrag 63
Von der IP zum Bürokraten: die »Karriere« eines Wikipedianers 64
Da kann ja jeder reinschmieren! 67
Wo erhalten Benutzer Hilfe und Unterstützung? 71
WIE GUTE ARTIKEL ENTSTEHEN 81
Die Qualität von Wikipedia: Anspruch und Wirklichkeit 81
Geständnis eines Kleinvandalen 100
Die Zebrarennschnecke:Vom Kindermund zum enzyklopädischen Artikel 101
Wer rastet, der rostet 104
Listen über Listen 105
Nicht zu benutzen 107
Wikipedia organisiert 108
Schon gewusst? - oder: Wie kommt man flott auf die Hauptseite? 115
Masse mit Klasse 118
Die Todesopfer an der Berliner Mauer 121
MOTIVATION: FREIWILLIG FÜR FREIES WISSEN 125
Unverhofftes Wiedersehen 125
Von Metzgern und Schlachtern - oder: Wenn's sonst keiner macht ... 127
Wikipedia-Mitarbeit hält die Festplatte am Drehen 130
Der Traum von einer eigenen Enzyklopädie 131
»Wikipedia and I« 133
Wikipedia - der erste Schuss ist gratis 138
Damenfang 140
Wikipedia: Ein persönlich gefärbter (was sonst?) Erfahrungsbericht 141
Warum ich immer noch mitspiele 144
Der Büchermessie 147
Wikipedia-Momente 149
KOMMUNIKATIONSKULTUR 151
Möglichkeiten und Grenzen demokratischer Strukturen in derWikipedia 151
Wissen ist Macht 162
Exklusionisten gegen Inklusionisten ein enzyklopädischer Bruderkrieg 164
Exklusionismus: In den Maschinenräumen von Wikipedia 173
Inklusionismus: Mehr Toleranz! 178
Mit 80 + dabei 182
DIE DUNKLE SEITE DER WIKIPEDIA 187
Am Anfang war der Streit 187
Kaffeeservice und Bügelbrett: Von der Wikipedia ohne Umweg in die Köpfe 210
Aus der Löschhölle an die Wand 214
Von der »Hassenstein-Debatte« zu allerlei Erfreulichem 216
Trollosophie 222
DIE WISSENSCHAFT ZU WIKIPEDIA 225
Wikipedistik 225
Wikipedia als Forschungsobjekt 241
Die Wikipedia als Werkzeug für individuelle und kooperative Lernprozesse 243
Verborgenes Wissen in Wikipedia 246
Die Enzyklopädie und der Elfenbeinturm - wie Wikipedia und Wissenschaft zueinander finden können 247
»Sag bloß keinem, dass du da mitmachst!« 266
Durch Kooperation zum Erfolg: Die Johann-Heinrich-ZedlerMedaille 268
Wikipedia und Wissenschaft aus der Sicht der Akademieforschung 269
Einstieg mit Hürden 273
Wikipedia als Lebensweise 274
Wikipedia und Speziallexika im Wettstreit 276
DIE TECHNIK HINTER WIKIPEDIA 283
MediaWiki - oder: Das Web 0,0 283
Hardware: Betrieb der Wikipedia 295
Das Werden und Wachsen der Helferlein: Bots, Skripte und Werkzeuge 300
AUSBLICK: WIKIPEDIA 2021 311
ANHANG 327
Glossar: Wikipedia-Jargon für Anfänger 327
Die Autoren 333
Creative Commons License 344



MC51 - MC60

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MC51

2001: Aller Anfang ist schwer
Vier Wochen nach dem Start umfasste Wikipedia 1000 Seiten. Eine Schätzung von Mitgründer Jimmy Wales ging davon aus, dass es in acht Jahren 100 000 sein könnten. Im März 2001 gab Wales in einer Mail bekannt, dass er weitere Sprachversionen plane. Noch am selben Abend wurde als erste Sprachversion die Wikipedia auf Deutsch gegründet, woraufhin die französische Version folgte. Am 11. Mai verkündete ein Mitarbeiter der damaligen Betreiberfirma Bomis, dass seit der Gründung der englischen Wikipedia elf weitere Sprachversionen hinzugekommen seien. Bomis überführte die Projekte auf einen neuen Server, und der erste deutschsprachige Artikel erschien am 12. Mai. Der Biologe und Programmierer der MediaWiki-Software, Magnus Manske, übertrug den Artikel »Polymerase-Kettenreaktion« aus dem Englischen. Weitere Artikel folgten wenig später und wurden vor allem vom schwedischen Wikimedia-Urgestein »LA2« angelegt. Sein erster Beitrag und zugleich der zweite Artikel auf Deutsch war »Daenemark«: »Daenemark ist ein Staat in Europa, eine Monarchie mit etwa 5 Mio Einwohner. Man spricht die dänische Sprache. Die Hauptstadt von Dänemark heißt Kopenhagen (auf dänisch: K0benhavn). Andere wichtige Städte sind: Aarhus, Odense, Roskilde. Dänemark grenzt an: Deutschland, die Nordsee, Kattegatt, die Ostsee.«
Die englischsprachige Wikipedia profitierte von einer Ankündigung der Bnfanm'ca-Redaktion, die verlautbaren ließ, dass aus finanziellen Gründen der bislang freie Online-Zugang nunmehr kostenpflichtig sei. Am 19. August schaffte auch die deutschsprachige Version 1000 Artikel, und kurz darauf überwand die englischsprachige Version die damals noch als magisch angesehene 10 ooo-Artikel-Hürde. Dank eines Berichts auf der Web-Nachrichtenseite Slashdot hatte Wikipedia plötzlich deutlich stärkeren Zulauf als zuvor: Das Wachstum war exponentiell. Sechs Tage vor dem einjährigen Jubiläum erreichte die englische Wikipedia 20000 Artikel. Zum Jubiläum erschien die erste Pressemitteilung. Zehn Tage danach wurde die Software so umgestellt, dass Wikipedia nun verschiedene Namensräume, Diskussionsseiten und andere Funktionen hatte. Zudem gibt es seither verschiedene Benutzergruppen: Die Administratoren waren geboren.


MC52

Vokabeln:


MC53

2002 - 2004: Langsames Wachstum
Nach Gerüchten, der Betreiber von Wikipedia würde in Zukunft Werbung schalten, spaltete sich im Februar 2002 die Enciclopedia Libre von der spanischsprachigen Wikipedia ab. Die Gerüchte bewahrheiteten sich nicht, doch genügte der Vorfall, um die Wikipedia auf Spanisch auf Jahre hinaus zu schwächen. Im Dezember 2003 startete mit dem englischsprachigen Wörterbuch Wiktionary das erste Schwesterprojekt der Wikipedia. An ihrem zweiten Geburtstag umfasste Wikipedia stolze 130000 Artikel in 28 Sprachen, womit eine Phase der Internationalisierung und der Konsolidierung begann. Sechs Tage nach dem Jubiläum überschritt die englischsprachige Wikipedia die Marke von 100 000 Artikeln - fünf Jahre eher als von Jimmy Wales ursprünglich erwartet. Besonders der deutschen Wikipedia half zudem im Mai ein Beitrag der Web-Seite Telepolis, woraufhin zeitweise bis zu 150 neue deutschsprachige Artikel am Tag angelegt wurden.
Am 20. Juni wurde die Wikimedia Foundation als Trägerorganisation der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte gegründet. Dies war dringend nötig, denn es kam immer wieder zu technischen Störungen, beispielsweise im Juli, als die Suchfunktion für eine Woche ausfiel. Tatsächlich liefen bis zu diesem Zeitpunkt alle Wikimedia-Projekte auf zwei PCs, sodass die Verbesserung der technischen Infrastruktur dringend erforderlich war. Kurz vor dem Jahreswechsel startete Jimmy Wales erstmals einen Spendenaufruf, um neue Hardware zu erwerben. Innerhalb eines Tages wurden 20000 US-Dollar gesammelt, und in den zwei Folgetagen kamen weitere 10000 Dollar hinzu. Nicht nur technisch war eine Erneuerung unumgänglich: Im Oktober 2002 wurde das »Portal:Recht« in der deutschsprachigen Wikipedia gegründet, und eine neue Form der Strukturierung setzte ein. Zudem gab es im Oktober in München das erste Treffen von Wikipedianern, und bis heute gibt es keine andere Sprachversion, bei der sich die Autoren untereinander so gut kennen und so häufig treffen wie im deutschsprachigen Raum.
Seit 2004 wurde in den deutschsprachigen Medien vermehrt über Wikipedia berichtet. Im Februar in der Berliner Zeitung, bei Spiegel Online und in einem Beitrag in den Tagesthemen. Im März folgten Berichte bei RTL2, der Deutschen Welle und vor allem ein zweiseitiger Artikel im Spiegel. Dieser Artikel war der endgültige Durchbruch für Wikipedia in Deutschland. Durch ihn kamen viele neue Autoren zum Projekt, und es bekam nochmals einen kräftigen Schub. Im April stand die deutschsprachige Wikipedia bei 80 000 Artikeln und hatte damit innerhalb von nur vier Monaten ihre Größe verdoppelt. Schließlich erreichte auch die deutsche Sprachversion, pünktlich zur Konferenz »Wizards of OS« vom 10. bis 13. Juni 2004, wo Jimmy Wales erstmals einen Vortrag in Deutschland halten sollte, die Marke von 100 000 Artikeln.



MC54

Vokabeln:


MC55

2005 - 2006: Neue Ideen
Im Jahr 2005 wurde in der englischen Wikipedia nach dem deutschen Vorbild ein »Portal:Biology« gegründet. Wenig später kam erstmals eine CD mit dem Inhalt der deutschsprachigen Wikipedia heraus, was im Falle der englischen Version noch bis 2007 dauern sollte. Langsam entstanden die ersten Redaktionen, die noch stärker als Portale und Projekte eine strukturierte Arbeit der Autoren und deren Abstimmung untereinander ermöglichen sollten. Erfinder der Redaktionen war der Autor Frank Schulenburg, der in den folgenden zwei Jahren für einige sehr nachhaltige Neuerungen sorgte. Als Nächstes organisierte er im Juni 2006 in Göttingen die erste »Wikipedia Academy«. Ziel dieser Veranstaltung war es, in einen Dialog mit der akademischen Welt zu treten und mehr qualifizierte Autoren zu gewinnen. In der deutschsprachigen Wikipedia sollte Ende des Jahres erneut Jubiläumsstimmung herrschen, denn am 23. November überschritt sie die Grenze von 500 000 Artikeln. Um diesen Meilenstein entbrannte ein kleiner Wettstreit, den der Autor dieser Zeilen dank seiner »20-Artikel-auf-einmal-Taktik« für sich entscheiden konnte. Der Artikel »Janina Korowicka« wurde sogleich - man kann es eine Wikipedia-Tradition nennen - zur Löschung wegen Irrelevanz vorgeschlagen, konnte aber am Ende behalten werden.
Spätestens seit 2005 war die ungleichmäßige Artikelqualität eines der zentralen Probleme von Wikipedia. Mit der Qualitätssicherung wurde versucht, einen zentralen Ort zu schaffen, in dem zumindest deutlich sichtbare Qualitätsmängel behoben werden konnten. Unumstritten war diese Initiative jedoch nicht, denn schon seit 2003 versuchte man, dem Problem der Qualität in anderer Form habhaft zu werden. Die »Exzellenten Artikel« sollten für Leser die besten Inhalte der Wikipedia kennzeichnen, und später wurde mit den »Lesenswerten Artikeln« eine zweite Bewertungsstufe geschaffen, gefolgt von den »Informativen Listen und Portalen«. Im März 2011 gab es fast 2000 exzellente und mehr als 3200 lesenswerte Artikel sowie über 400 Informative Listen und mehr als 60 ausgezeichnete Portale.


MC56

Vokabeln:


MC57

2007 - 2010: Weitere Neuerungen
Das Jahr 2007 brachte den Import zweier Institutionen aus der englischsprachigen Wikipedia: Zunächst wurde als oberste Berufungsinstanz bei Konflikten das »Schiedsgericht« installiert. Im weiteren Verlauf des Jahres wurde das »Mentorenprogramm« gegründet, in dem erfahrene Wikipedianer Neulinge betreuen. Nach Jahren des Wartens kam es 2008 zu zwei lang erwarteten Neuerungen: Zum einen entstand das »Single-User-Login«, womit die einmalige Anmeldung in einem Projekt den Zugang zu allen anderen Wikimedia-Projekten sicherstellte. Zum anderen kamen erstmals die »gesichteten Versionen« zum Einsatz. Hier war die deutschsprachige Wikipedia das Testfeld, nicht nur weil Wikimedia Deutschland die Entwicklung der Software finanziert hatte, sondern vor allem weil die Idee auf ein Mitglied der deutschsprachigen Autorengemeinschaft (Philipp Birken) zurückging. Die Nachsichtung von Beiträgen nicht angemeldeter oder neuer Autoren bedeutet zwar einen Mehraufwand, doch der Vandalismus ist seit deren Einführung spürbar zurückgegangen. Inzwischen ist diese Innovation auch in anderen Sprachversionen vorzufinden.
Neben dem »Grimme-Online-Award«, den Wikipedia 2005 gewann, war die »Quadriga« die bisher wichtigste Auszeichnung für die Online-Enzyklopädie in Deutschland. Sie wurde Anfang Oktober 2008 in Berlin verliehen, und für Wikipedia nahm sie Jimmy Wales in Empfang. Das Jahr ging mit einem weiteren Erfolg zu Ende: Durch Verhandlungen von Mathias Schindler von Wikimedia Deutschland bekam die zentrale Dateiensammlung »Wikimedia Commons« aus dem Bundesarchiv eine Spende von mehr als 100 000 Bildern. Weitere Großspenden folgten 2009 von der Deutschen Fotothek und dem Königlichen Niederländischen Tropeninstitut.
Kurz vor der Jahreswende 2009/10 schaffte es auch die deutschsprachige Wikipedia als zweite Sprachversion, die Millionenmarke zu überspringen. In alter Wikipedia-Tradition wurde auch dieser Artikel wegen vermeintlicher Irrelevanz zum Löschen vorgeschlagen, aber umgehend behalten.



MC58

Vokabeln:


MC59

2011: Das Jahr der Jubiläen
Das Jubiläumsjahr 2011 begann mit einem großen Fest. Am 15. Januar wurde weltweit das zehnjährige Bestehen von Wikipedia gefeiert. Das größte Fest mit etwa 300 Gästen fand in Berlin statt. Wikipedia gewann während der letzten Jahre immer mehr Leser, doch nahm die Zahl der Mitarbeiter nicht im selben Maße zu. Deshalb ist es für die Zukunft besonders wichtig, neue Autoren zu gewinnen und die langjährigen Mitarbeiter zu motivieren. Wikimedia hat daher drei Ziele ausgegeben: Expansion in der südlichen Erdhälfte, in der Wikipedia noch zu wenig Autoren hat; Gewinnung weiblicher Autoren, die bislang weit unterrepräsentiert sind; und die Ausweitung der Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Universitäten.



MC60

Vokabeln:


MC61 - MC70

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MC61

Der millionste Artikel für die deutsche Wikipedia
VON JÜRGEN F. KLOSE
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In der Vorweihnachtszeit 2009 bahnte sich für die deutschsprachige Wikipedia an, dass in wenigen Tagen der Meilenstein von einer Million Artikeln geknackt werden würde. Viele Autoren legten sich für diesen Termin einen kleinen »Hamstervorrat« an neuen Artikeln an, mit denen versucht wurde, diesen Meilenstein zu erreichen. So hatte sich beispielsweise meine Tochter schon ein paar Artikel zusammengestellt. Ich hatte mich schlechter vorbereitet: Mein »Puffer« war gerade leer, und ich hatte wenig Zeit für Wikipedia-Arbeit.
Im Sommer hatten wir unseren Urlaub im kleinen Ort Mölten in Südtirol verbracht, und dadurch entstanden auf zweierlei Weise neue Artikel für die Wikipedia: Zum einen wurden Ortschaften und Sehenswürdigkeiten mit Artikeln und Bildern bedacht, zum anderen hatte ich aus der örtlichen Bibliothek den dicken, reich bebilderten Schmöcker Botanica ausgeliehen und zum Anlass genommen, diverse Pflanzenartikel zu schreiben. Die so entstandenen Artikel hatte ich jedoch schon längst in die Wikipedia eingestellt. Was mir als Vorrat blieb, waren einige Stummelartikel, die ich noch nicht eingestellt hatte, weil ich sie noch für zu dürftig hielt. In der Not habe ich mir jedoch dieses knappe Dutzend Artikel als meinen Vorrat zurechtgelegt.
Spannend wurde es dann am Tag nach Weihnachten, dem 27. Dezember 2009. Wir waren zum Mittagessen eingeladen und hofften natürlich, dass rechtzeitig vor unserer Abfahrt die Zeit des Meilensteins anbrechen würde. Daher zögerten wir unseren Aufbruch bis zur allerletzten Minute hinaus; schließlich stellten wir beide unseren kompletten Artikelvorrat online. Hastig schalteten wir die Rechner aus, setzten uns ins Auto und fuhren los. Ein bisschen geknickt waren wir schon, da wir den Jubiläumszeitpunkt nicht online verfolgen konnten und uns sicher wähnten, den rechten Augenblick zu verpassen.



MC62

Vokabeln:


MC63

Als wir abends heimkamen, galt der erste Blick der Wikipedia, und wir wären vollkommen von den Socken. Mein Artikel »Ernie Wasson« war tatsächlich der millionste Artikel. Es war ein magerer, kleiner Beitrag über einen Mitherausgeber des oben erwähnten Pflanzenlexikons Botanica. Wir freuten uns zunächst riesig, wobei ich ein schlechtes Gewissen meiner Tochter gegenüber hatte, die mehr und vor allem ausführlichere Artikel als ich aus dem Hamstervorrat eingestellt hatte. Leider wurde uns die Freude kurz darauf vergällt, denn ich begann die ätzend und bissig geführte Debatte zu lesen, die um den erreichten Meilenstein entbrannte. So wurde versucht, den Artikel wegen Irrelevanz zu löschen und einen Ersatzartikel auszuwählen, der sozusagen mehr hergeben würde. Ich haderte lange mit mir, ob ich meinerseits eine Stellungnahme verfassen und mich in die Diskussion einklinken sollte.
Nachdem ich meinen Frust über die unerquickliche Neidund Löschdebatte nach einigen Tagen einigermaßen verarbeitet hatte, feierten wir mit Freunden am 6. Januar 2010 - meinem Geburtstag - eine bescheidene Millionen-Party. Da auch die lokale Presse zugegen war, gab es am 9. Januar 2010 eine fundierte Berichterstattung - »Der Ein-Millionen-Mann aus Coburg« in unserem Coburger Tageblatt und dem Fränkischen Tag. Arg befremdet war ich von so manchen anderen Veröffentlichungen zum Thema, in denen mangels Recherche bizarre Behauptungen zu meiner Wenigkeit aufgestellt wurden. Ohnehin war mir der ganze Presserummel um meine Person nicht recht. Unermüdlich betone ich immer wieder, dass ich den Meilenstein als einen Gemeinschaftserfolg der gesamten Autorenschaft der deutschen Wikipedia betrachte, auf den alle stolz sein sollten!



MC64

Vokabeln:


MC65

Wikipedia: Eine kritische Sicht
VON BENUTZER:NEON02
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Die Wikipedia ist ein Projekt, das alle gedruckten Universalenzyklopädien sowohl in der Artikelzahl als auch im Umfang weit hinter sich gelassen hat. Auch wenn die Artikelqualität schwankt, bestätigen zahlreiche Untersuchungen, dass zufällig ausgewählte Wikipedia-Artikel in puncto Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität und Verlässlichkeit mit den gedruckten Enzyklopädien durchaus mithalten können bzw. diese sogar übertreffen. Chris Anderson, der Chefredakteur der amerikanischen Technologie-Zeitschrift Wired, weist daraufhin, dass die Wahrscheinlichkeit für einen fehlerfreien und zutreffenden Artikel sehr hoch ist, auch wenn einzelne Artikel durchaus Fehler, Vandalismus etc. enthalten können.
Zu Recht steht auf der Startseite: »Wikipedia ist ein Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie ...«, also noch nicht die Enzyklopädie selbst. Gemessen am eigenen Anspruch, das gesamte Wissen der Welt zu sammeln, steht Wikipedia erst am Anfang, sowohl quantitativ als auch qualitativ: Von den Millionen Lebewesen haben zum Beispiel erst die wenigsten einen Artikel, noch nicht einmal alle in Mitteleuropa vorkommenden Baumarten sind abgedeckt. Im Bereich der Popkultur hinkt die deutsche Wikipedia der englischen weit hinterher. In letzter Zeit wurde häufiger kritisiert, dass gerade bei Überblicksartikeln wie »Frühmittelalter« noch große Mängel bestehen. Wikipedia ist ein Generationenprojekt. Die meisten Artikel sind bereits heute sachlich richtig und beinhalten keine gravierenden Fehler. Es wird aber wahrscheinlich noch weitere Jahrzehnte dauern, bis sie alle ein stilistisch und inhaltlich zufriedenstellendes Niveau erreicht haben.


MC66

Vokabeln:


MC67

Die Wikipedia leidet aber meiner Meinung nach an einigen vermeidbaren Problemen, die ihre Weiterentwicklung erschweren:
Das Hauptproblem ist die jetzige Definition von »NPOV« (Neutral Point of View - Neutraler Standpunkt). WikipediaGründer Jimmy Wales hat sich bei der Aufstellung dieses Prinzips an einem eng positivistischen Wahrheitsbegriff orientiert, der in den Naturwissenschaften noch akzeptabel sein mag, aber in den Sozialwissenschaften, wo soziale Interessen Forschungsprogramme und Erkenntnisse beeinflussen, große Probleme bereitet. Nicht zufallig drehen sich die großen Methodendebatten in der Soziologie um Fragen der möglichen oder unmöglichen Werturteilsfreiheit. Da in Wikipedia abgestritten wird, dass sozialwissenschaftliche Erkenntnisse immer auch durch bestimmte soziale Interessen beeinflusst werden, können diejenigen Benutzer, deren Meinung mit dem gerade existierenden Mainstream übereinstimmt, behaupten, sie verträten die reine Wahrheit, während alle anderen »POV-Pusher« oder »Men on a Mission« seien, die von Wikipedia ferngehalten werden müssen. Nur derjenige, der aus der Position der gesellschaftlich dominierenden Ideologie bzw. des dominierenden Wissens spricht, also der Doxa im Sinne von Bourdieu, kann diesen Vorwurf äußern. Das bedeutet, dass sich in den Artikeln langfristig diejenigen Positionen durchsetzen werden, die in der Gesellschaft gerade dominant sind. Allerdings noch nicht einmal in der Gesamtgesellschaft, sondern in der Gruppe der Wikipedia-Autoren, also vor allem der jungen, gut gebildeten, männlichen Naturwissenschaftler. Sie stellt die meisten Benutzer und Administratoren. Während die Enzyklopädie von Diderot und dAlembert die gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Zeit noch kritisierte, trägt Wikipedia dazu bei, die gerade herrschende Ordnung zu legitimieren. :Das bewirkt auch eine offene Flanke nach rechts außen. In einigen Artikeln wie »Polenfeldzug«, wo die Schuld Nazideutschlands am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges durch Verweis auf angebliche polnische Aggressionen relativiert wird und Revisionisten wie Alfred de Zayas als reputable Quellen gelten, ist offen rechtsextremes Gedankengut anzutreffen. Verbindungsglied zu weit rechts stehenden Positionen ist die in Wikipedia dominante Totalitarismustheorie.



MC68

Vokabeln:


MC69

Ein weiteres Problem ist der Umgang der Wikipedia-Administratoren mit den gewöhnlichen Benutzern. Die Administratoren sind sich einig: »Wikipedia ist keine Demokratie.« Bei ihrer Sanktionierung von normalen Benutzern entscheiden sie in der Regel nicht nach rechtsstaatlichen Grundsätzen, sondern nach einem engen utilitaristischen Kosten-Nutzen-Kalkül für Wikipedia. Wenn sie davon ausgehen, einen unerwünschten Störer vor sich zu haben, der zudem mit ihrer Meinung nicht übereinstimmt, sperren sie häufig beim geringsten Anlass. Altgediente »Qualitätsautoren« können sich dagegen eine Menge herausnehmen und werden bestenfalls mit Wattebäuschchen beworfen. Diese Willkür führt aber zu einem vergifteten Arbeitsklima und schreckt viele Menschen von der Mitarbeit bei Wikipedia ab.
Die meisten Admins werden gewählt, weil sie in einem Fachgebiet Bedeutendes geleistet haben. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie besonders dazu geeignet sind, Konflikte zwischen den Usern zu lösen. Im Allgemeinen sind sie es nicht. Häufig verschärfen sie durch ihr Agieren diese Konflikte eher noch zusätzlich.
Nicht zuletzt dieses häufig unbefriedigende Arbeitsklima bewirkt, dass Frauen in der Wikipedia sehr unterrepräsentiert sind.
Auch unter einem anderen Gesichtspunkt sind die Folgen von Wikipedia zumindest ambivalent: Das Aufkommen von interaktiven Diensten des Web 2.0, wofür Wikipedia Vorreiter war, hat zwar die Möglichkeiten der Bevölkerung zur Meinungsäußerung und des kulturellen Ausdrucks entscheidend verbessert. Zugleich führt die Entprofessionalisierung von Berufen wie Lexikonredakteurin, Fotoreporterin, Journalistin zu einer zunehmenden Prekarisierung vieler Menschen.



MC70

Vokabeln:


MC71 - MC80

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MC71

DIE WIKIPEDIA-ARBEIT
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Grundkenntnisse
VON BENUTZERISINGSANGSUNG UND ZIKO VAN DIJK
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»Lernen mit der Wikipedia« - so lautet der Titel eines Blogbeitrags von Hanjo Iwanowitsch aus dem Februar 2003. An der Landesberufsschule Bad Malente hatte er mit Buchhandelsschülern die Wikipedia ausprobiert. Diese eigne sich hervorragend, um ein Wiki kennenzulernen, also eine Website, bei der jeder Leser zum Autor werden und alles bearbeiten kann. Denn die Wikipedia sei ein selbsterklärendes System, bei der kaum Hilfe und Vorbereitung nötig seien. Und so hätten seine Schüler mit viel Spaß und Ringen um gute Formulierungen viele hervorragende Artikel zum Thema Buchherstellung produziert in nur vier Doppelstunden Unterricht.
Wer solche Erfahrungsberichte aus den ersten WikipediaJahren liest, sollte daran denken, dass die damalige Wikipedia sich wesentlich von der heutigen unterscheidet. Laut offizieller Statistik hatte die (deutschsprachige) Wikipedia im Februar 2003 gerade einmal 11000 Artikel, und die Zahl der regelmäßigen Mitmacher lag wohl im zweistelligen Bereich. Ende 2010 waren es über eine Million Artikel und eine drei- bis vierstellige Zahl von regelmäßigen Mitmachern.
Das bedeutet, dass die fettesten Wiesen abgegrast sind; nur ab und zu findet ein Neuling noch ein kleines Grasbüschel, das er für sich beanspruchen kann. Naheliegende Artikel wie »Konrad Adenauer«, »Dänemark« und »Eisenerz« sind längst geschrieben und so weit ausgebaut, dass man allein mit vagem Hinterkopfwissen nicht mehr viel daran verbessern könnte. Das bedeutet auch, dass man als Anfänger auf alte Hasen trifft, die schon jahrelange Erfahrung mit der Wikipedia haben - und die damit manchmal leider etwas besserwisserisch umgehen.


MC72

Vokabeln:


MC73

Allgemein sind die technischen und inhaltlichen Erwartungen an einen Wikipedia-Artikel beträchtlich gestiegen, die Prozeduren wurden komplizierter und das Regelwerk immer umfangreicher. Die Buchhandelsschüler des Jahres 2003 haben beispielsweise den Artikel »Dreischneider« geschrieben, der damals vollständig so lautete: »Maschine in der Bindestraße eines Buchherstellungsbetriebes, die den Buchblock samt Umschlag von drei Seiten (nicht am Rücken) gleichzeitig stutzt (schneidet).«
Darin befand sich nur ein einziger technischer Befehl, nämlich die Verlinkung des Wortes »Bindestraße«. Wenn irgendjemand heutzutage einen solchen Artikel neu erstellt, würde dieser wahrscheinlich sofort mit der Begründung gelöscht werden, das sei »so kein Artikel«. Mittlerweile verlangt man außer grammatikalisch vollständigen Sätzen vor allem Belege oder Literatur bzw. Weblinks, damit nachvollziehbar ist, ob es den behaupteten Artikelgegenstand überhaupt gibt. Außerdem sind in heutigen Artikeln Abschnittsüberschriften, mehrere Kategorien, Verlinkungen zum entsprechenden Artikel in anderen Wikipedia-Sprachversionen, Bilder, Vorlagen (Templates), Textauszeichnungen wie fett und kursiv, das Setzen von Fußnoten und vieles mehr gängig. Für Anfänger ist oft bereits ein flüchtiger Blick in den Quelltext eines Artikels abschreckend.



MC74

Vokabeln:


MC75

Tätig- und Fertigkeiten
Lässt man einmal Revue passieren, welche Kenntnisse bei einem Wikipedianer wünschenswert sind, ließe sich leicht ein Master-Studiengang füllen:
• Wiki-Technik und besonders die Software MediaWiki
• Wikipedia-Arbeitsabläufe
• Konfliktbewältigung
• Wikipedia-Regelwerk
• Enzyklopädisches Wissen
• Gutes Deutsch
• Verständliches Schreiben
• Wissenschaftliches Arbeiten
• Urheberrecht
• Freies Wissen
• Juristisches zu Bildern
• Persönlichkeitsrecht
• Geschichte und Entwicklung der Wikimedia-Bewegung, auch international.
In der Wirklichkeit gibt es aber kaum Wikipedianer, die sich in allen diesen Bereichen gleich gut oder wenigstens rudimentär auskennen. Das ist auch nicht notwendig, um sich zu beteiligen. Doch erleben es auch langjährige Mitmacher noch, wie die Unkenntnis eines technischen oder juristischen Details die Kreativität ausbremst.
Die frühen Wikipedianer sind in eine einfache, überschaubare Wikipedia eingestiegen und haben die vielen Neuerungen bei deren Einführung nach und nach kennengelernt. Für diese Mitmacher ist es oftmals schwierig, sich in Anfänger hineinzuversetzen. Nur langsam ist Einführungsmaterial entstanden wohl weil viele die Notwendigkeit von Tutorials, Kursen und Einsteigertexten nicht eingesehen haben. Sie sind sich zudem nicht unbedingt ihres Wikipedia-Jargons bewusst, der für Anfänger eine weitere Hürde ausmacht. Ebenso ist das fast schon undurchschaubar gewordene Regelwerk eine Fallgrube: Beinahe monatlich gibt es Änderungen, die das Gestrüpp lichten, aber auch verdichten können.



MC76

Vokabeln:


MC77

Wie aber beginnt man am besten den Weg zum Wikipedianertum? Zunächst meldet man sich an. Zwar kann man die ersten einzelnen Bearbeitungen (Edits) auch bequem ohne Anmeldung erledigen. Bei einem angemeldeten Autor können aber Bearbeitungen leichter nachverfolgt werden, andere Benutzer können einen Kollegen einfacher kontaktieren, und Lese- wie auch Bearbeitungshilfen können ins System gestellt werden. Bearbeitungen von Unangemeldeten stoßen gewöhnlich auf starkes Misstrauen vieler Wikipedianer, da der meiste Vandalismus von Benutzern ohne Anmeldung ausgeht.
Zur Anmeldung ruft man über »Anmelden/Log in« in der rechten oberen Ecke die Registrierseite auf. Man wähle einen geeigneten Benutzernamen. Die Möglichkeit, eine E-MailAdresse anzugeben, sollte man unbedingt wahrnehmen. Die Adresse wird nirgendwo angezeigt, aber mit einer Sonderfunktion können Wikipedianer einander E-Mails schicken und so auch Informationen austauschen, die nicht jeder mitlesen soll. Außerdem könnte man sein Passwort vergessen, und ohne E-Mail-Adresse wäre es dem Betroffenen unmöglich, ein neues zu erhalten.
Nach einem Klick auf den »Benutzerkonto anlegen«-Knopf kann auch schon gleich mit der Arbeit begonnen werden. Rechts oben werden nun neue Funktionen eingeblendet. Zunächst erscheint oben der Benutzername, der die eigene Benutzerseite verlinkt. Auf dieser Seite können sich die Wikipedianer präsentieren. Manche Benutzer schreiben über ihre Haupttätigkeitsfelder, ihre bisher erstellten Artikel, ihre Lebenseinstellungen, Bezüge zum realen Leben, hinterlegen Zitate, die ihnen wichtig sind, und so weiter. Der Benutzer hat hier das Hausrecht, allerdings: Wikipedia-Seiten sollen kein Ersatz für private Homepages sein, sondern der Erstellung einer Enzyklopädie dienen. Weiterhin müssen die Inhalte der Benutzerseiten legal sein, also nicht beleidigen oder Urheberrechte verletzen, und dürfen keine Werbung enthalten.



MC78

Vokabeln:


MC79

Neben dem Link zur eigenen Benutzerseite findet sich rechts davon der Link zur »eigene [n] Diskussion«. Will ein Benutzer einem anderen Wikipedianer eine Nachricht hinterlassen, kann er einen neuen Abschnitt beginnen und sein Anliegen als einfache Bearbeitung abspeichern. Der angeschriebene Benutzer sieht dann beim nächsten Aufruf irgendeiner Wikipedia-Seite einen hellblauen Balken, der ihn über neue Nachrichten informiert.
Des Weiteren gelangt man in der Linkleiste oben zu den »Einstellungen«. Ein Klick darauf, und es öffnet sich eine Seite mit mehreren Registern und Eingabefeldern, über die man zum Beispiel das Aussehen der Wikipedia, des Bearbeitungsfensters, Suchoptionen und Anzeigeoptionen der Letzten Änderungen einstellen kann. Aber auch »Helferlein« wie das zur Schweizer Rechtschreibung, das anstatt einem »ß« ein »ss« anzeigt, können dort ausgewählt werden.
Die Beobachtungsliste ist ein weiterer Vorteil der Anmeldung. Er listet alle letzten Änderungen von Artikeln auf, die man als beobachtet markiert hat. Beobachten kann man einen Artikel, indem man den Stern in der Registerleiste eines Artikels anklickt. Der mit »Eigene Beiträge« betitelte Link sagt eigentlich schon alles. Hier werden alle Beiträge, die man selbst erstellt hat, angezeigt.



MC80

Vokabeln:


MC81 - MC90

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MC81

Erste Schritte
Für den Anfang empfehlen sich kleine Schritte. Manchmal verbessert ein Neuling ein paar Fehlerchen und ist dann zu einer großen Änderung ermutigt; ebenso groß ist seine Enttäuschung, wenn ein erfahrener Wikipedianer die Änderung umgehend rückgängig macht. Dabei ist sich der Neuling oft keines Fehlers bewusst, denn er hat meistens gegen eine ihm unbekannte, obskure Wikipedia-Regel verstoßen. Der Enttäuschung folgt manchmal Wut, und der Neuling wendet sich wieder von der Wikipedia ab. Man stellt sich besser von Anfang an darauf ein, dass vielleicht 20 Prozent der eigenen Bearbeitungen nicht lange überleben.
Am linken Seitenrand steht ein Link »Hilfe«, der den Interessierten zu einer Vielzahl von Hilfeseiten bringt. Üblicherweise liest man sich eine Hilfeseite erst dann durch, wenn ein praktisches Problem besteht. Jeder sollte allerdings die Grundprinzipien kennen und sich mit dem Konzept des Freien Wissens vertraut machen. Ein oder zwei Stunden Lektüre hier sind eine gute Investition, die viele Stunden Ärger ersparen kann. Eine noch bessere Grundlage ist natürlich ein Kurs oder ein Lehrbuch.



MC82

Vokabeln:


MC83

In einer gewissen Anfangszeit verdient man sich seine ersten Sporen in der Wikipedia-Gemeinschaft. Nach einigen Monaten und nach einigen hundert Bearbeitungen kann man sich als »Vollbürger« sehen, weil man die wichtigsten Rechte wie die Stimmberechtigung und den Sichterstatus erlangt hat.
»Vollbürger« wird man mehr oder weniger automatisch, durch das Erbringen einer gewissen Leistung. Andere Rechte sind Sonderrechte, die man durch Wahl erhält. Zu einer Wahl sollte man erst kandidieren, wenn man ein »erfahrener Wikipedianer« ist. Ein solcher beteiligt sich bereits seit ein, zwei Jahren und kennt nicht nur Artikel zu seinem Lieblingsthema, sondern zusätzlich den sogenannten Metabereich. Dort geht es um Regelsetzung, »Community Building« und vor allem um Wartungsarbeiten wie das Verbessern des Kategoriensystems und die Diskussionen um Artikellöschungen. Die Bearbeitungen eines erfahrenen Wikipedianers werden kaum noch rückgängig gemacht, weil er weiß, was in der Wikipedia geht und was man bleiben lassen sollte. Die »Karrierestufen« im Einzelnen:
Nach dem unangemeldeten (IP) gibt es den angemeldeten Benutzer. Schon vier Tage nach der Anmeldung ist man dann bereits automatisch bestätigter Benutzer. Nun kann man halbgeschützte Seiten bearbeiten, Seiten verschieben (das heißt, de facto umbenennen) und Dateien hochladen.
Nach einer bestimmten Zeit und nach einer Mindestanzahl an Bearbeitungen erhält man die Stimmberechtigung. Damit darf man aktiv an Wahlen (zum Beispiel zu Administratoren) und Abstimmungen (wie Meinungsbildern) teilnehmen.



MC84

Vokabeln:


MC85

Die nächste Stufe ist der Sichter in dem 2008 eingeführten Sichtungssystem. Bearbeitet nämlich ein nicht oder erst seit kurzem angemeldeter Benutzer, so erscheinen seine Veränderungen noch nicht in der aktuellen, angezeigten Artikelversion. Damit wird verhindert, dass offenkundiger Unsinn sofort für alle Leser sichtbar wird. Die Bearbeitungen eines Sichters hingegen gelten automatisch als gesichtet, weil man ihm vertraut, dass er keinen solchen Unsinn in Artikel schreibt. Außerdem kann er die Neuerungen von Neulingen sichten und damit freischalten.
Nun folgen Benutzergruppen, in die man per Wahl durch stimmberechtigte Benutzer gelangen kann. Am bekanntesten davon ist der Administrator. Dabei handelt es sich nicht etwa um Vertreter oder Angestellte einer Wikimedia-Organisation, sondern um erfahrene Benutzer, denen die Gemeinschaft das Vertrauen ausgesprochen hat, einige spezielle Aufgaben zu übernehmen, wozu unter anderem das Löschen und Wiederherstellen von Artikeln, das Sperren von Benutzern, der Schutz von heftig umstrittenen Seiten usw. gehören. Sie müssen nach Wikipedia-Grundsätzen handeln; ein eigenmächtiges Vorgehen kann schnell zur Entziehung der Administratorenrechte führen. Administratoren treffen keine inhaltlichen Entscheidungen, sondern prüfen jeden Fall zum Beispiel nach Relevanz oder formaler und enzyklopädischer Artikelqualität.


MC86

Vokabeln:


MC87

Ein Bürokrat kann unter anderem Benutzern Administratoren-, Bürokraten- oder Bot-Rechte zuteilen. Ein Oversighter kann Versionen von Artikeln so verstecken, dass diese auch für Administratoren nicht mehr einsehbar sind, und notfalls auch die Wiederherstellung dieser Versionen verhindern. Da ältere, »gelöschte« Inhalte über die Versionsgeschichte immer noch einsehbar sind, sind Versionslöschungen zum Beispiel dann notwendig, wenn persönliche Daten wie Adressen im Artikel genannt werden oder enorm ungeeignete Benutzernamen in einer Versionsgeschichte auftauchen und diese Inhalte so heikel sind, dass sie selbst Administratoren nicht mehr zu Gesicht bekommen sollten.
CheckUser-Berechtigte können, unter anderem, IP-Adressen von Benutzer-Accounts ermitteln, um die missbräuchliche Nutzung von mehreren Benutzerkonten einer Person zur Umgehung einer Sperre aufzudecken. Da die Benutzung des CheckUser-Werkzeugs mit schwerwiegenden Eingriffen in Privatsphäre und Datenschutz verbunden sein kann, ist sie nur in Fällen erlaubt, in denen die Prinzipien der Wikipedia in besonderer Weise verletzt wurden. International handeln beispielsweise die Stewards, die alle möglichen Benutzerrechte vergeben und entziehen können.


MC88

Vokabeln:


MC89

Wo man sich trifft
Die Wikipedia tritt nach außen als eine Sammlung von Artikeln auf. Diese Artikel sind Internetseiten, die einen Teil der Website Wikipedia ausmachen. Auf der Website Wikipedia befinden sich allerdings noch viele weitere Seiten. Die Gruppen von Seiten bezeichnet man als Namensräume. Der wichtigste Namensraum ist der Artikelnamensraum, mit Seiten wie »Elefanten«, »Schwarzwald« oder »Erster Weltkrieg«. Ein weiterer wichtiger Bereich ist der Benutzernamensraum. Jeder Benutzer hat eine eigene Seite, die so heißt wie sein Benutzername. Voran steht aber die Bezeichnung des Namensraums. Wenn der Benutzer beispielsweise »Großes Nichts« heißt, dann lautet der Seitenname folglich »Benutzer:Großes Nichts«.
Ferner haben die meisten Namensräume zusätzlich einen angeschlossenen Diskussionsnamensraum. Der Artikel »Elefanten« beispielsweise hat die Seite »Diskussion:Elefanten«. Die Diskussionsseite erreicht man durch einen Klick auf den entsprechenden Link am oberen linken Rand eines Artikels. Die Diskussionsseite dient zum Austausch darüber, wie man den Artikel verbessern kann. Ähnlich kommt man zu den Diskussionsseiten der anderen Namensräume, wie »Benutzer Diskussion:Großes Nichts«.



MC90

Vokabeln:


MC91 - MC100

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MC91

Ein Benutzer kann auf viele Arten mit anderen Benutzern kommunizieren. Die zwei wichtigsten sind die Zusammenfassungszeile und die Diskussionsseiten. Wenn man eine Seite bearbeitet (siehe unten), findet man am unteren Rand des Bearbeitungsfensters die Zeile »Zusammenfassung und Quellen«. Dort kann man kurz beschreiben, was für eine Bearbeitung gerade vorgenommen wurde, beispielsweise »Zeilen entfernt« oder »Tippfehler verbessert«.
Manchmal ist es ratsam, seine Handlungen ausführlicher zu beschreiben oder sie vorher anzukündigen, um einen sich anbahnenden Konfliktzu verhindern. Der geeignetste Ort dazu ist in der Regel die Diskussionsseite des Artikels. Vor allem wenn die eigene Bearbeitung des Artikels bereits rückgängig gemacht wurde, sollte man umgehend die Diskussionsseite aufsuchen. Wenn sich die Diskussion festbeißt, ist vielleicht ein Aufruf der Wikipedia-Seite »Wikipedia:Dritte Meinung« hilfreich.
Häufig erscheint es sinnvoll, einen Benutzer direkt anzusprechen, und zwar auf dessen Benutzerdiskussionsseite. Das macht man, wenn es weniger um den Artikelinhalt als um das Verhalten des Benutzers geht. Übrigens ist die Benutzerdiskussionsseite nicht nur für Kritik geeignet, sondern auch für Bitten um Hilfe oder für Lob.



MC92

Vokabeln:


MC93

Über Internetkommunikation im Allgemeinen und die Wikipedia im Besonderen häufen sich die Klagen bezüglich der Umgangsformen. In schriftlicher Kommunikation fehlen viele Informationen aus der gesprochenen Sprache wie Mimik, Gestik und Tonfall. Der Empfänger der Nachricht kann sie möglicherweise nicht richtig einschätzen und reagiert daher unangemessen.
Bei der Kommunikation in der Wikipedia kommt der oft fehlende oder nur unzureichende Adressat hinzu. Wer in einer Zusammenfassungszeile einen Kommentar hinterlässt, wendet sich an »alle« und »jeden«. Er kann nicht wissen, ob der Leser seines Kommentars einen herzhaft gemeinten Dialektausdruck mögen oder als respektlose Schnoddrigkeit empfinden wird. Entsprechend neutral und sachlich sollte ein Kommentar formuliert sein.
Ob in der Zusammenfassungszeile oder auf der Diskussionsseite - oftmals verrät ein aggressiver Ton eine falsche Grundhaltung des Wüterichs. Wikipedia-Artikel gehören niemandem, und keiner kann vorgeben oder gar »befehlen«, wie ein Artikel auszusehen hat. Leider findet man immer wieder Kommentare wie »Die Änderung bleibt drin, basta!« von Leuten, die das nicht ganz verstanden haben.


MC94

Vokabeln:


MC95

Manche Wikipedianer beurteilen etwas ohne Rücksicht darauf, dass ein Mensch dahintersteht. Sie glauben, man könne einen Artikel als »Dreck« oder eine Bearbeitung als »Blödsinn« bezeichnen, und sind verwundert, wenn man sie auf diesen persönlichen Angriff anspricht. Ein persönlicher Angriff, argumentieren sie, sei es doch nur, wenn man sagt: »Du bist Dreck« und nicht: »Dieser Artikel ist Dreck«. Doch der Autor des Artikels empfindet die Aussage »Dieser Artikel ist Dreck« als »Du bist einer, der Drecksartikel schreibt«, und von da ist es nur ein kurzer Schritt zu »Du bist Dreck«.
Trotz der Sperren, mit denen beleidigende Diskussionsbeiträge geahndet werden, ist die Zahl der persönlichen Angriffe dauerhaft hoch. Sie rauben Zeit und Nerven und führen eventuell sogar zu langen Benutzersperrverfahren und dem Ausstieg von Autoren aus dem Projekt. Es wäre jedoch falsch, die Kommunikation in Wikipedia allgemein als schlecht zu beschreiben. Anfeindungen bleiben stärker im Gedächtnis der Betroffenen als die vielen Beispiele für gelungenes Miteinander, die letztlich den Normalfall darstellen.



MC96

Vokabeln:


MC97

Bearbeiten und Erstellen
Aus der Anfangszeit der Wikipedia stammen merkwürdige Regeln, die zwar nicht außer Kraft gesetzt sind, aber doch eher als Folklore betrachtet werden sollten. »Wikipedia:Sei mutig« fordert dazu auf, nicht auf Ermunterungen zu warten, sondern einfach etwas auszuprobieren. Und »Wikipedia:Ignoriere alle Regeln« meint sogar, dass man sich nicht von etwas abhalten lassen soll, bloß weil eine Regel es untersagt. Solche Regeln gehören wohl eher zu einer jungen, »leeren« Wikipedia, bei der es am wichtigsten zu sein scheint, erst einmal Inhalte zu schaffen.
Man kann von niemandem erwarten, alle Regeln zu kennen. Jeder Mitmacher sollte aber wenigstens »Wikipedia:Was Wikipedia nicht ik« und »Wikipedia:Wie schreibe ich gute Artikel« gelesen haben.
Nach der Anmeldung beginnt man am besten mit kleinen Bearbeitungen wie dem Beseitigen von Tippfehlern und dem Umschreiben unverständlicher Sätze. Bereits dabei kann es passieren, dass andere Wikipedianer die Änderung wieder rückgängig machen. Zumindest ist eine solche Meinungsverschiedenheit dann nicht grundsätzlicher, inhaltlicher oder ideologischer Art.



MC98

Vokabeln:


MC99

Der Informatiker Ed Chi veröffentlichte 2009 seine Forschungsergebnisse, denen zufolge 20 Prozent der Bearbeitungen, die ein durchschnittlicher Wikipedia-Neuling eingibt, rückgängig gemacht werden. Bei den erfahrenen Wikipedianern sind es nur zwei Prozent.6 Laut einer Verschwörungstheorie kommt dies daher, dass eine Elite der Wikipedianer sich abschottet. Einfacher ist die Erklärung, dass erfahrene Wikipedia-Mitmacher die Regeln besser kennen und ein Gespür dafür entwickelt haben, was im Sinne einer Enzyklopädie ist.
Ein Beispiel: Ein Neuling hatte einen Artikel erstellt, der einen Wanderweg um einen touristisch interessanten Berg beschreibt. Dieser Wanderweg war aber nicht etwa ein offizieller und ausgeschilderter Weg, sondern der Phantasie des Neulings entsprungen. Der Neuling war über die Löschung des Artikels sehr erbost, bis man ihm erklärte, dass die Wikipedia nur anerkanntes, bestehendes Wissen darstellen will (Wikipedia:Keine Theoriefindung).
Ein weiteres Beispiel: Ein Benutzer machte fast nur eine Art von Bearbeitung. Er fügte in die Literaturabschnitte von Artikeln Bücher eines bestimmten Verlags ein. Die Vermutung lag nahe, dass es diesem Benutzer nicht um die Verbesserung der Wikipedia, sondern um Reklame für die Produkte jenes Verlags ging. Sämtliche Bearbeitungen dieser Art wurden rückgängig gemacht, allein schon, weil es sich um einen Publishing-ondemand-Verlag handelte. Solche Bücher gehören den Regeln gemäß nicht in die Literaturabschnitte; außerdem waren es Bildbände, die sowieso keinen enzyklopädischen Mehrwert gebracht hätten. Weil der Benutzer auch nach Ermahnungen sein Treiben fortsetzte und auf Ansprachen nicht reagierte, wurde er letztlich gesperrt.
Leider hatte Ed Chi in seiner Untersuchung nur Bearbeitungen als technische Größe gezählt und sich nicht etwa angeschaut, was das für Veränderungen waren, die rückgängig gemacht wurden. Das Bearbeiten von Artikeln ist also recht kompliziert geworden und verlangt ein wenig Regelkenntnis. Umso mehr gilt dies für das Erstellen eines neuen Artikels. Dazu müssen vorher einige Fragen geklärt werden:
• Ist das Thema des neuen Artikels möglicherweise schon Teil in einem bereits bestehenden Artikel, oder sollte es dort hinzugefügt werden?
• Ist das Thema für eine Enzyklopädie und speziell für die Wikipedia geeignet? Ist es in Übereinstimmung zu bringen mit den »Wikipedia:Relevanzkriterien«?
• Kann die Relevanz im Artikel dargestellt werden? Vor allem: Gibt es geeignete, glaubwürdige Literatur, mit der man die relevanzstiftenden Elemente belegen kann, mit der man belegen kann, dass es das Thema überhaupt gibt?

MC100

Vokabeln:


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