Curso de alemán para avanzados con audio/Lección 004b

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AB61 - AB65[editar]

AB61

Bevor wir uns mit der Sütterlin-Schrift beschäftigen, wollen wir uns kurz in die aktuelle, „normale“ deutsche Schreibschrift einlesen.
Wer das überspringen möchte kann ab Lektion 5 gleich mit dem Erlernen der Sütterlinschrift beginnen.
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Olafs handgeschriebenes kleines Reisetagebuch der „Fahrradtour“ von Olaf und Jörg von Halberstadt nach Sofia im Sommer 1980.
Beide sind Auslandsstudenten der DDR, die im 4. Studienjahr in Sofia (Bulgarien) Elektrotechnik studieren.
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Je nach Beherrschungsgrad der deutsche Sprache können Sie folgende Übungen mit dem nachfolgenden Text des Reisetagesbuches machen:
a) Lesen Sie den Text!
b) Lesen Sie den Text laut und flüssig vor, ohne ihn vorher durchzulesen!
c) Übersetzen Sie den Text beim erstmaligen Lesen sofort in ihre Muttersprache (Spanisch)!
d) Übersetzen Sie den Text beim erstmaligen Lesen sofort „druckreif“ in ihre Muttersprache (Spanisch)!
e) Übersetzen Sie den Text beim erstmaligen Lesen sofort in eine Fremdsprache! (z. B. Englisch)
f) Übersetzen Sie den Text beim erstmaligen Lesen sofort in ihre zweite Fremdsprache! (z. B. Englisch)
g) Finden Sie Rechtschreibfehler im Text! Korrigieren Sie die Rechtschreibung des Textes auf die aktuell in Deutschland gültige Rechtschreibung!
h) Formulieren Sie den Telegrammstil des Tagebuches um, so dass von der Reise aus der Perspektive eine dritten Person in einem gehobenen Stil berichtet wird!
i) Lesen Sie den Text in einem deutschen Dialekt vor! (Berlinerisch, Hessisch, Schwäbisch, bairische Mundarten, Sächsisch, ...)
j) Machen Sie aus dem Text eine mündliche oder schriftliche Erzählung, wobei sie sehr viele, möglichst starke oder schwülstige Adjektive einstreuen (so wie in Groschenromanen)! Streuen Sie auch viele Redewendungen und einige Sprichwörter ein! Schmücken Sie die Geschichte mit dazuphantasierten Details aus! Fügen Sie an passenden Stellen die Gedanken der beiden Personen ein!
k) Hören Sie sich nur die Tonaufnahme an (ohne den Text mitzulesen) und schreiben Sie den Text mit - in voller Länge oder stichpunktartig. Erzählen Sie danach an Hand der Stichpunkte den Text nach!
l) Hören Sie sich nur die Tonaufnahme an und übersetzen sie diese simultan (Simultandolmetschen, Konferenzdolmetschen) in Ihre Muttersprache bzw. in ihre erste oder zweite Fremdsprache!


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Bild 1
Olafs handgeschriebenes kleines Reisetagebuch der „Fahrradtour“ von Olaf und Jörg von Halberstadt nach Sofia im Sommer 1980.
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Text Seite 1
Bild 2: 1) Halberstadt; 2) Leipzig; 3) Dresden
14.8.1980
nach Halberstadt gefahren, die letzten Fahrradersatzteile gekauft
nach mehrstündigem Streit mit Jörg, haben wir uns entschlossen das Zelt zurückzulassen und nur mit Schlafsack und Hängematte zu fahren, die Rucksäcke sind wesentlich voller als erwartet geworden
Phantasietext Seite 1
Endlich war es so weit. Morgen würde der langersehnte Tag ihrer Abfahrt sein. Nach wochenlanger Planung würden sie sich morgen früh endlich beide auf ihre Räder schwingen um die fast 2000 km lange Strecke von Halberstadt nach Sofia mit dem Fahrrad zu bewältigen.
Olaf, der im nahegelegenen Magdeburg wohnte, war heute Nachmittag mit seinem Rad und dem ganzen Reisegepäck im Zug nach Halberstadt gefahren, zu Jörg, der in Halberstadt wohnte. Beide waren Auslandsstudenten der DDR, sie studierten Elektrotechnik in Sofia und wollten jetzt erstmalig die Strecke mit dem Fahrrad fahren. Die Semesterferien nach dem 3. Studienjahr neigten sich dem Ende zu. Der 14. August 1980 war ein lauer Sommertag. Die beiden Freunde waren sonst zu den Semesterferien die lange Strecke aus Bulgarien mit dem Flugzeug, einmal auch mit dem Zug, nach Hause zu ihren Eltern in der DDR gefahren. Zusätzlich zu ihrem Auslandsstipendium, von dem sie gut über die Runden kommen konnten, stellte man ihnen auch noch einen jährlichen Freiflug in die Heimat zur Verfügung.
Olaf hatte ein kleines Zweimannzelt aus Magdeburg mitgebracht, in dem sie während der „Radtour“ übernachten konnten. Nachdem Jörg aber die gesamte Menge ihres Gepäcks auf einem Haufen sag, war er felsenfest überzeugt, dass sie das niemals auf zwei Fahrrädern nach Sofia transportieren können würden. Jedenfalls wäre dann die Strecke nicht in den geplanten 4 Wochen zu schaffen gewesen. Auch wenn sie sich extra noch eine zusätzlich Woche als Reserve bis zum Semesterbeginn gelassen hatten. Nach heftigem Hin und Her konnte er auch den anfangs uneinsichtigen Olaf überzeugen. Es musste radikal am Gepäck gespart werden. Das Zelt und die Luftmatratzen mussten schweren Herzens zurück gelassen werden. Jörg hatte eine Hängematte, aber Olaf nicht. Also mussten sie noch mal los und bekamen glücklicherweise eine im HO-Sportartikelgeschäft. Auch ohne Zelt hatte jeder trotzdem noch einen prall gefüllten Rucksack, der hinten auf dem Fahrradgepäckträger sicher befestigt werden musste. Den größten Platz nahm die Hängematte und der Schlafsack ein. Abschließend wurde noch mal das Geld kontrolliert, DDR-Mark, Kronen für die ČSSR, Forint für Ungarn, Lei für Rumänien und Lewa für Bulgarien. Die Reisepässe waren auch verstaut, also war alles bereit für die morgige Abfahrt. Sie hatten in ihren Reispässen als Auslandsstudenten ein 5jähriges Dauervisum für alle sozialistischen Länder, komischerweise mit Ausnahme der UdSSR. Dieses Dauervisum ersparte es ihnen auch noch für jedes Land ein Touristenvisum besorgen zu müssen.
Die Wetteraussichten für die nächsten Tage waren gut. Jetzt mussten sie nur noch den letzten Abend in Ruhe genießen, bei gegrillten Bratwürsten und Bier im Garten von Jörgs Eltern. Sein Vater versuchte den ganzen Abend lang ihnen noch die Radtour auszureden, was natürlich völlig aussichtslos war. Sein Hauptargument war, dass die Räder aus volkseigener Produktion das nicht durchhalten würden. Jörg hatte ein Fahrrad der Marke „Diamant“, das als gehobene Qualität galt. Dagegen hatte Olaf „nur“ ein „MIFA“-Fahrrad, das nicht so gefragt war. Davon zeugte auch der allgemein bekannte verächtlichmachende „Werbespruch“: „Wer MIFA fährt - fährt nie verkeht, weil MIFA überhaupt nicht fährt.“ Aber das sollten sie erst viel Tage später merken. Sie hatten ganz normale Tourenräder, ohne Gangschaltung, Satteltaschen oder sonstigen Schnickschnack. Olaf hatte sich lediglich einen Tacho angebaut, mit dem er die aktuelle Geschwindigkeit und gefahrenen Kilometer ablesen konnte.
Wegen der Anstrengungen des letzten Tages beim Packen ließen sie den Grillabend zeitig ausklingen und sanken müde ins Bett.
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Bild 2: 1) Halberstadt; 2) Leipzig; 3) Dresden
15.8.
630 von Halberstadt abgefahren
etwas neblig aber nicht sehr kalt, trotz des schweren Gepäcks ging es die ersten Stunden zügig voran.
Über Quedlinburg, Aschersleben - Schmidti in Aschersleben zu Hause gesucht - er war aber mit seiner Freundin im Urlaub.
nach Aschersleben ausgiebig 2. Frühstück, das Stück bis Halle war am Schwersten - Gegenwind, starker Verkehr, ständig bergauf und bergab
In Halle gegen 1400 ausgiebig gespeist. Broiler, Eis, Milch
Weiter nach Leipzig
Phantasietext Seite 2
Um 5 Uhr riss sie der Wecker jäh hoch.
???
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Bild 2: 1) Halberstadt; 2) Leipzig; 3) Dresden
gegen 2145 bei Elschigs in Holzhausen eingetroffen
1715 - 1863 = 148 km (Wahrscheinlich Tachostand am Fahrradtacho: Start bei Tachostand 1715, Ankunft bei Tachostand 1883; ergibt 148 km gefahrerne Tagesstrecke)


16.8.
angenehm bei Elschigs übernachtet und gefrühstückt
um 900 weitergefahren
Stärkung gegen 1100 in Grimma
weiter über Oschatz und Meißen, viele Hügel, wir mußten oft absteigen und schieben :ab Meißen erstklassige Straße an der Elbe entlang
10 km vor Dresden, 100 m neben dem Pumpspeicherwerk Niederwartha übernachtet
in einem kleinen Waldstück neben der Straße, Wasser auch gleich in der Nähe, die Nachtvorbereitung hat über


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Deutsch Fahrradrout Dresden.png
eine Stunde gedauert, um 2200 lagen wir endlich, aber meine Hängematte hing viel zu sehr durch, Muskelkater in den Waden
1863 - 1973 = 110 km


17.8.
Die erste Nacht in der Hängematte ausgezeichnet geschlafen, kein Regen, keine Kälte, kein unliebsamer Besuch und keine Mücken
gegen 700 aufgewacht, 00730 augestanden, gemütlich eingepackt, reichlich im Wald gefrühstückt, 930 abgefahren, in Dresden 2 Stunden gewartet und den Dampfer nach
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Deutsch Fahrradrout Dresden.png
Schmilka genommen, das erspart uns 50 km Straße
Wetter wie auch an den vorhergehenden Tagen ausgezeichnet, heute zum ersten ml einige Wölkchen
von 1300 - 1900 Dampferfahrt nach Schmilka, ein richtiger Sonntag, gut gegessen auf dem Dampfer, bei Schmilka gleich die Grenze überquert, ohne Komplikationen, bis 2200 weitergeradelt um ein ordentliches Schlafplätzchen zu finden, 2 mal mußten wir weiter, beim 3. mal hat es endlich geklappt, ich habe meine Hängematte auf einem äußerst steilen Hand aufgeschlagen
Jörg hat einige Meter daneben, auf der Folie auf dem Boden geschlafen, fast unter mir am Hand eine gut befahrene Eisenbahnstrecke, außerdem
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nur 5 m neben der Straße einige Kilometer von Děčín, direkt an der Elbe
1973 - 2000 ( + 50 km Dampfer) = 27 km


18.8.

630 aufgewacht, 700 weitergefahren, nachts keine Mücken aber erbärmlich kalt
ich hatte nur einen Pullover an, traute mich aber nicht aufzustehen, weil das über dem Hand eine äußerst umständliche und gefährliche Prozedur war, Jörg hat natürlich nicht gefrohren, Wtter - diesig, aber sehr sonnig und warm
an der Elbe entlang, gute Straße, Jörg hat bis 1030 4x gefrühstückt, wir


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konnten gestern abend in Schmilka keine Kronen mehr umtauschen, so daß wir mit 1100 Kronen auskommen müssen, mein Dynamo ist gestern abend nach halbstündiger Betriebsdauer kaputtgegangen, ich kann deshalb nur mit der Tachenlampe in der Hand fahren, und Jörg muss schön brav hinter mir fahren, weil seine Vorderlampe auch kaputt ist.


in der Nähe von Prag (10 vorher) übernachtet, wieder auf einem Hang, wir haben uns sehr vorsichtig und leise verhalten, weil aus den tscheschichen Schildern zu entnehmen war, daß das Gebiet nicht zu betreten ist, wir waren
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noch vor dem dunkelwerden fertig, die Erfahrung der beiden vorhergehenden Nächte hat uns gelehrt, zeitig genug mit dem Suchen anzufangen, das Aufhängen der Matte geht auch schon recht zügig


auf der E 15 war heute sehr starker Verkehr, viele Motorradfahrer sind von Brno in die DDR zurück, am Wochenende war dort Motorrad EM, Mittag in der Gaststätte an der Straße, da wir nicht weiter als bis Prag für heute geplant hatten, war noch genug Zeit für eine 2-stündige Rast mit Imbis an einem kleinen Teich, der mir aber zum Baden schon zu grün war, Jörg ist in dieser Beziehung mutiger
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Bild 3
2000 - 2113 = 113 km


19.8.

sehr zeitig aufgestanden (500) weil wir wahrscheinlich in einem Naturschutzgebiet geschlafen haben, ich weiß jetzt, daß die Mücken nur bis zum Dunkelwerden stechen, über nacht bin ich aus der Hängematte gefallen, im Fallen aufgewacht aber nicht sehr hart gefallen, ich habe mich schleunigst wieder in die Matte gemacht, trotz Pullover und kurzärmligen Hemd etw. gefrohren, Jörg war schon seit 400 wach und hat aufmerksam jedes Knacken im Wald verfolgt, außerdem hat in


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der Nähe von einem Gehöft öfters mal ein hund gebellt
gegen 700 in Prag eingefahren, mächtiger Berufsverkehr, wir wollten uns zum Hauptbahnhof durchfragen, dabei haben wir festgestellt daß bulgarisch gar nicht sehr weit vom tscheschichen entfernt ist, unterwegs sind wir aber auf einen kleinen Bahnhof gestoßen und haben dort unser Gepäck eingeschlossen, die Räder haben wir einfach vor dem Bahnhof angeschlossen., vorher haben wir uns auf der STraße an einer Pumpe gewaschen
Frühstück in der Bahnhofs-Mitropa, danach Einkaufsbumel, die Lebensmittelpreise entsprechen ungefähr denen in der DDR, ein Automatik-Sicherheits-...
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Automatik-Sicherheitsbindung gekauft, aber keine Tennisbälle gefunden, es gibt viele kleine Geschäftstunnel, die einen plötzlich auf eine ganz andere Straße bringen, auch schöne unterirdische Geschäftstunnel an den U-Bahn Stationen, bis zum Nationalmuseum gelaufen - von dort hat man die Hauptstraße hinunter mit dem Reiterstandbild ein schönes Bild, über die Karlsbrücke zum Hradschin hochgelaufen, unterwegs mehrmals Pause gemacht um die Stimmung zu genießen, mir taten auch schon die Füße weh, Prag ist voller DDR-Deutscher - zu erkennen an den deutschen Stadtführer-Büchern, den Fotoapparaten und den zerlumpten Jeansuniformen, den großen Dom im Hradschin
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Bild 3
eine halbe Stunde genossen, ich habe gesessen, Jörg ist alles abgelaufen, schön groß und schönes buntes Glas, danach hat Jörg 4 verschiedene Ausstellungen angesehen, er war sehr begeistert, vor allem von der Königskrone, ich habe ihm immer den jeweiligen Eingang gezeigt und dann draußen gewartet, das sehe ich mir später alles gemeinsam mit meinen Kindern sowieso noch an, gegen 1600 sind wir wieder vom Hradschin runter, von wo man auch einen schönen Ausblicvk auf Prag und auf die Vlatava hat.
In der Altstadt sind wir zufällig am Altstädter Rathaus mit der berühmten Uhr vorbeigekommen,

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hunderte von Menschen haben 1700 alle bewundernd den Vorbeimarsch der Apostel - Holzfiguren an den beiden Fenstern, dann zurück zum Bahnhof, die Räder waren heil und raus aus der Stadt, den WEg hat uns ein freundlicher alter Radfahrer mit Rennrad gezeigt, 10 km nach Prag übernachtet, wir lassen jetzt schon immer die Räder in Straßennähe liegen und suchen zuerst alleine in verschiedene Richtungen, fernes Grollen kündigt Regen an
2113 - 2157 = 44 km
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20.8.
nachts hat es etw. geregnet, meine große Folie hält mich fast absolut trocken, Jörg ist abends beim Einsteigen in die Hängematte runtergeplautzt, daß hat er davon wenn er so lange Liebesbriefe schreibt und sich nicht genug Zeit für die Aufhängung läßt
900 aufgestanden, ein Tschesche kam gerade vorbei und hat uns freundlich gegrüßt, Pilzsucher, sehr hügliges Gelände, wir mußten oft absteigen und schieben dafür hatten wir abwärts öfters Spitzengeschwindigkeiten von 55 km/h
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gegen 1400 fängt es zu nieseln an, vorher schon die ganze Zeit bewölkt, wir haben die Räder mit der Plane abgedeckt und uns für über 2 h in eine Kneipe gesetzt - schönes Mittag und Bier, danach bei leichtem Nieselregen weiter, von der Straße aus haben wir eine schöne Scheune gesehen, als wir endlich ran waren haben die Trocknungsgebläse aber mächtigen Lärm gemacht, weiter, nach 20 min Heuhaufen entdeckt, aber zu naß, in der Nähe in einer Baumgruppe aufgehängt, Nieseln


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hat aufgehört, sogar trockenes Heu aus einer Futterkrippe zur Wärmeisolierung in die Matte gelegt, 830 geschlafen
2157 - 2227 = 70 km


21.8.
2227 - 2310 = 83 km
ausgezeichnet geschlafen, nur sehr starker Wind, sehr hügliges Gelände, den ganzen Tag bergauf geschoben und bergab geradt, Spitze 60 km/h, den Magen durch Überfressen verrenkt, gebrochen, fühle mich sehr krank, Hinterreifen geplatzt weil Mantel durchgescheuert, notdürftig geflickt
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Bild 4
22.8.
2310 - 2400 = 90 km + 100 km Lkw


wieder im Wald geschlafen, plötzlich Regen über Nacht - aber meine Folie hielt dicht, das Gelände wird flacher, herrliche Abfahrten, viel Ärger mit meinem Hinterrad, ein Lkw hat uns mit Rädern fast bis Bratislava mitgenommen, ein Tschesche hat uns in einer Kneipe eingeladen, fast schon im Dunkeln aufgehangen, 15 km vor Bratislava, Jörg wäre fast in ein großes Wasserloch reingefahren, Stroh für die Matte von einem nahen Feld geholt
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Bild 5
23.8.
900 nach Bratislava reingefahren, Sachen im Hauptbahnhof verstaut, Lebensmittel für Ungarn gekauft, die Stadt angeschaut, wir haben leider keine Schiffskarten nach Budapest bekommen, ein Eis im Brückenrestaurant über der Neuen Brücke gegessen, gegen 1800 weiter, 20 km bis zur ungarischen Grenze, ohne Schwierigkeiten passiert, die Straße ist total flach, bis zum Dunkelwerden weitergefahren, nahe der Straße an einem kleinen Fluß afgehängt, Jörg hat sich noch Heu geholt
2400 - 2465 = 65 km


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Bild 5
24.8. (Sonntag)
nachts sehr gefrohren, gegen 700 aufgestanden, „Volksstimme“ gelesen, die wir uns in Bratislava gekauft haben, ein DDR-Tourist der in der Nähe im Zelt übernachtet hat, lädt uns zum Kaffee ein, man fährt ausgezeichnet auf der Straße, aber etwas starker Verkehr, wieder platter Hinterreifen nach 5 km, fast 2 Stunden Aufenthalt, notdürftig geflickt, Montag muß ich unbedingt einen neuen Mantel kaufen, Limo in einer Gaststätte getrunken, neben einer Obstbude ausgiebig mit unseren tscheschischen Vorräten gefrühstückt, über Győr weiter Richtung Veszprem, das Gelände wird immer hügliger aber wir müssen nur selten
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Text Seite 20
Bild 5
absteigen, in regelmäßigen Abständen muß ich den kaputten Radmantel neu umwickeln, Abendbrot an einem Kiosk gegenüber einer Burgruine, Heu für die Hängematte geholt, weiter unsere „Volksstimme“ gelesen, irgendwelches Kleingetier huscht über den Boden im Dunkeln und erzeugt dabei beängstigende Geräusche (wahrscheinlich Mäuse), der Vollmond macht uns aber nicht viel Mut, weil er durch den dichten Wald nicht durchscheint, es ist doch besser, wenn man sich in alleinstehenden Baumgruppen aufhängt - der Tiere wegen, etwas Wind ist auch nicht schlecht, weil
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Text Seite 21
er die anderen Geräusche schön überdeckt, in dieser Gegend scheint es keine Mücken zu geben
2465 - 2555 = 90 km


25.8.
wie immer erst aufgestanden wenn die Sonne schon eine ganzes Stück über dem Horizont scheint, relativ gut mit dem Heu geschlafen, weil dann die Matte nicht so durchhängt, Nachts ein kurzer schwacher Regenschauer, ich habe eine ganze Weile gebraucht, weil ich die Folie unter mir ausgebreitet hatte, etwas gefrohren, aber wenn ich auf dem Rücken lag ging es, Jörg ließt noch die „Volksstimme“, seit 2 Tagen nicht die


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Deutsch Fahrradrout Györ.png
Zähne geputzt, ich bin auch total unrasiert, seit 3 Tagen nicht gekämmt, heute werden wir höchstwahrscheinlich den Balaton sehen, das Gelände wird langsam wieder flacher, 3 Stunden lang Veszprem angeschaut, Mittagessen im Restaurant „Halle“, weiter Richtung Balatonfüred, 2 km vor Ziel - Schlauch geplatzt, am Ventil - nicht mehr zu flicken, das ist das vorläufige Ende der Radtour wenn wir keinen neuen zu kaufen bekommen, Abendbrot in einer Gaststätte - mit Geigenmusik, gegenüber Nachtquartier bekommen,
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Seite 23
Text Seite 23
Map of Balaton.png
5 Nächte - 500 Forint
2555 - 2605 = 50 km


26.8.

gegen 900 aufgestanden, ich habe vorher noch „Volksstimme“ gelesen, das Schlafen in richtigen Betten bekommt uns sehr gut, schön warm, kein Wind, Regen und Geräusche, keine durchhängende Matte; ich habe mich erst mal rasiert und saubere Jeans angezogen und Haare gewaschen - das erste Mal seit 14 Tagen, Jörg hat gewaschen, gegen 1100 sind wir Richtung Balaton losmarschiert, den wir gestern schon von weitem gesehen haben, gegen 1300 waren
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Map of Balaton.png
wir endlich am Strand, vorher noch viele Kitschbuden angeschaut, Himmel Wolkenfrei, der Strand besteht aus einer Wiese und einer kleinen Steinwand am Ufer, Mittag am Strand, auf dem Marsch hatten wir fast schon ein halbes Brot aufgegessen, Abends Rückmarsch ins Quartier, ich habe nur einmal gebadet, mir war es zu kalt, Abends in meinem neue gekauften Buch „Der Aufenthalt“ gelesen. Der Wirt hat mir einen neuen Schlauch aus Budapest mitgebracht, zwar etwas zu klein, aber ich kann wieder fahren


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Text Seite 25
Map of Balaton.png
27.8.
gegen 1000 zum Strand gegangen, dieses mal aber zu einem wesentlich näheren, direkt in Csopak. Vorher im Garten schön gefrühstückt, von wo aus man auch einen guten Blick auf dem Balaton in der Ferne hat, den ganzen Tag am Strand rumgefaulenzt, wieder aus einer Wiese und einer Steinmauer bestehend, mein einziger Versuch heute ins WAsser zu gehen schlug an der Wassertemperatur fehl, ich habe leider erst gegen Abend herausbekommen, daß man sich Windsurfer für 70 Forint/h ausleihen kann, 1700 zurück zum Quartier, Fahrrad
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Seite 26
Text Seite 26
repariert, bis 2300 Wein auf Karls Rechnung getrunken, wir haben beschlossen am nächsten Tag nach Budapest weiterzufahren um die unerträgliche Langeweile am Strand zu beenden, Abend noch lange gelesen


28.8.
800 aufgestanden, Frühstück, Sachen gepackt, 1000 Abfahrt auf den Rädern, durch Balatonfüred, Richtung Tihany zur Fähre (die Fähre setzt an der schmalsten Stelle des Balatons übe - 500 m; Autofähre), auf der anderen Seite weiter Richtung Siofok, gegen 1300 eingetroffen, Geschäfte
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Text Seite 27
angeschaut (schöne Fototapete entdeckt), Räder in der Stadt angeschlossen, Gepäck einfach draufgelassen (wie schon in Veszprem), am Bahnhof haben wir rausbekommen, daß der nächste Zug nach Budapest 1600 geht, und uns entschlossen ihn zu nehmen, vorher noch 30 Forint in einer interessanten Spielautomatenbude durchgebracht, Räder an der Gepäckaufgabe aufgegeben, wir dachten, daß sie mit unserem Zug mitkommen, aber als der Zug mit uns nach einminütigem Aufenthalt schon weiterfuhr, waren wir eines Besseren belehrt, 1730 in Budapest, noch einmal vergewissert, ob auch wirk-

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AB71

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Seite 28
Text Seite 28
Deutsch Radtour Budapest.png
wirklich kein Gepäckwgen am Zug war und die Gepäckaufgabe gesucht, dort wurde uns versichert daß die Räder noch am Abend ankommen würden, wir sind aber gleich zu Dr. Csiki Tíbor nach Godóllö rausgefahren. Erst U-Bahn von einer Endstation zur anderen, dann eine Stunde S-Bahn und noch einmal 10 Minuten Fußweg mit den Rucksäcken und Schlafsäcken, aber niemand zu Hause, Nachbarn wissen auch nichts, soweit ich mich mit diesen Sprachanalphabeten verstehen kann, unter der Laterne vom Garten Abendbrot gegessen, seine
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Text Seite 29
Deutsch Radtour Budapest.png
Frau kam und ging ins Grundstück, ich konnte sie gerade noch abfangen, sie verstand auch nur ungarisch, ihr Mann sei auf Dienstreise, mich kannte sie verständlicherweise nicht, auch an Maria, die erst 3 Wochen vorher da war, konnte sie sich nicht mehr, sehr bitter für uns, denn so war unser so lange erträumtes Quartiert in Budapest (mit Vollverpflegung und Bad) flöten, uns blieb nichts anderes übrig als uns im gegenüberliegenden Wald in die Matten zu hängen, es war schon sehr dunkel (trotz Vollmond) aber der
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Seite 30
Text Seite 30
hielt uns auch von einer Donaufahrt Richtung Rumänien ab, es war schon den ganzen Tag bewölkt und nieselte auch ab und zu, vom Ostbahnhof fuhren wir 1600 mit der Metro zum Bahnhof Budapest-Déli zurück, da es regnete warteten wir erst einmal eine halbe Stunde, bis es sich etwas legt, das holten wir die Räder und das Gepäck ab und fuhren weiter Richtung Szeged, in Budapest hielten wir so ungefähr die Himmelsrichtung und stießen dann wirklich auf die E 5, zeitweise regnete es


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Seite 31
Text Seite 31
wieder, draußen begannen die Fahrrad-Verbotsschilder, wie wahrscheinlich auf allen Europastraßen in Ungarn (wie schon vor Győr), wir haben uns entschlossen trotzdem diesen kürzesten Weg zu nehmen, nach Budapest kurz vorm Dunkelwerden in einem Wald 100 m neben der Straße aufgehängt
2625 - 2656 = 31 km


30.8.
800 aufgestanden, Zeitung gelesen und Postkarten geschrieben, nachts hat es kurzzeitig genieselt, leicht gefrohren, nicht sehr bequem geschlafen, weil meine
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Seite 32
Text Seite 32
Hängematte Schlagseite hatte, unsere Matten hingen zum ersten mal über 10 m auseinander, weiter Richtung Szeged auf der E5, flache Straße, aber erst um 1200 losgefahren, 2 Polizeiwagen, kurz hintereinander haben uns dann doch veranlaßt auf Nebenstraßen zu fahren, sehr starke Kleinbauernwirtschaft, Nachmittags Regenwolken und Gewitter in der Ferne bedrohen uns die ganze Zeit, leichtes nieseln, sicherheitshalber in einer Bushaltestelle Zuflucht gesucht und Abendbrot gegessen, der erwartete Regen blieb aus, im Dunkel Kecskemét erreicht, ich mit der Taschen-
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Seite 33
Text Seite 33
Taschenlampe vorneweggefahren, Jörg mit seinem Rücklicht hinterher, auf der Landstraße nach Szeged wurde es uns aber doch zu dunkel, weit und breit keine Wald, der Wind drehte auf und das Gewitter in der Ferne kommt immer näher, an einem kleinen Bauernhof mit der Taschenlampe so lange rumgefunzelt, bis der Hund den Hausherren rausgebellt hatte (2130), wir fragten nach Quartier, er verstand uns aber nicht oder wollte nicht und wieß uns die Bäume am Straßenrand, da weiterfahren zu ungewiß war, hängten wir uns dann auch wirklich zwischen die Bäume am


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Seite 34
Text Seite 34
Straßenrand, Fahrrad und Rucksack unter die Matte gelegt, damit sie im zu erwartenden Regen nicht allzu naß werden
2656 - 2725 = 81 km


31.8. (Sonntag)
gegen 1000 aufgestanden, die Mücken haben uns nachts sehr gepiesackt, eigentlich zum ersten mal so stark in Ungarn, außerdem ein schöner Gewitterregen mit starken Wind, der meinen Rucksack stark durchgefeutet hat, mein Schlafsack hat trotz der Folie auch ganz schön etwas abbekommen, weiter Richtung Szeged auf der Hauptstraße -
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Text Seite 35
Deutsch Fahrradtour Route OpenStreetMap.png
trotz des Fahrradverbotes, unterwegs am Straßenrand Obst gekauft, es wird uns klar, daß mein kaputter Radmantel immer mehr aufreißt, da hilft auch kein Klebestreifen und keine aufgeklebten Gummiflicken, wir entschließen uns mit dem Zug weiterzufahren, 1530 in Szeged, mit etwas Schwierigkeiten zum Bahnhof durchgefragt, von unseren spärlichen Geldreserven Fahrkarten nach Arad gekauft, um 1700 sind wir mit den Rädern einfach in unseren Zug gestiegen, der Zugschaffner hat uns mit viel Gebrüll wieder rausgeworfen, so daß wir die Räder aufgeben mußten, was wir gerade vermeiden
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wollten, 1900 - 2100 nach Békéscsaba gefahren, in der Wartehalle auf dem Bahnhof übernachtet, relativ bequem, da wir durch die Hängematten abgehärtet waren, jeder eine Bank zum Ausstrecken, schön warm und keine Mücken, bloß das Holz war etwas hart
2725 - 2833 = 108 km


gefahrene Gesamtstrecke 1118 km


1.9.
sehr früh (500) aufgewacht, da es allmählich lebhaft wurde im Wartesaal, fast kein Geld mehr in der Tasche, die Ankunft der


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Räder war ungewiß und verschob sich immer weiter, Jörg hat einen Zöllner vom Zollamt geholt, der uns schon die Papiere für die Weiterfahrt der Räder nach Arad klarmachte, er hat uns auch noch 20 Forint zu unseren restlichen 35 Forint gegeben um den Transport zu bezahlen, zum Schluß kostete der Spaß allerdings nur 5 Forint
um 2200 sind dann unsere Räder endlich gekommen
015 mit dem Zug weiter nach Arad, unsere Räder wurden in den gleichen Zug verladen, wie uns vorher in Békéscsaba versichert wurde
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Bild 6
2.9.
rumänische Grenze gut passiert, wie immer hat der rumänische Zoll unter die Sitzbänke geleuchtet, ich habe im Zug auf dem Boden auf Folie und Schlafsack geschlafen, Arad haben wir verschlafen, kurz danach hat uns die Fahrkartenkontrolle geweckt, so daß wir 30 km nach Arda bei einem Zughalt in irgend einem kleinen Dorf ausgestiegen sind, eine Stunde später um 500 mit einem Personenzug nach Arad zurcükgefahren, sehr klapprige Kiste, Berufsverkehr, große Hektik auf dem Bahnhof, Fahrkarten nach Sofia gelöst (nur im Reisebüro in der Stadt möglich,
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Bild 7
Räder nach Sofia aufgegeben nach einigem Zeitverlust beim Zoll, um 1330 Zug nach Burgas genommen, fast 12 Stunden im Zug geschlafen, leeres Abteil, schön warm im Schlafsack


3.9.
400 in Русе [Russe], 700 nach Sofia weiter
1500 in Sofia (Bhf.) angekommen


ENDE
Bild 8: 1118 km; 14.8 - 3.9.1980


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Arbeiter-und-Bauern-Fakultät
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Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten (ABF) waren in der Deutschen Demokratischen Republik Institutionen an Universitäten und Hochschulen zur Brechung des Bildungsprivilegs und dienten der Vorbereitung junger Arbeiter und Bauern und deren Kinder auf das Hochschulstudium. Auch Kinder von Angestellten und Handwerkern hatten in beschränktem Maße diese Möglichkeit. Die ABF entstanden 1949 aus den zuvor an den Universitäten der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands eingerichteten Vorstudienanstalten.
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Arbeiterstudium in der SBZ
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Die Vorläufige Arbeitsordnung der Universitäten und Hochschulen der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands vom 23. Mai 1949 erhob die 1946 gegründeten Vorstudienanstalten, aus denen später die Vorstudienabteilungen hervorgegangen waren, in den Rang von Fakultäten. Die Hörer dieser als Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten bezeichneten Einrichtungen wurden mit diesem Schritt formalrechtlich den ordentlich immatrikulierten Studierenden der Hochschulen gleichgestellt. Zu ordentlichen Studierenden wurden damit diejenigen erklärt, die durch einen Abschluss an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät zunächst das Recht hatten erwerben sollen, eine Ausbildung an einer Hochschule bzw. Universität beginnen zu können.
Auch die Dozenten der Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten wurden rechtlich den Dozenten der Hochschulen und Universitäten gleichgestellt. Weiterhin erhielt der Direktor der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät – gleich den Dekanen der Fakultäten – Sitz und Stimme im Universitätssenat. Dem Leiter der Vorstudienabteilung war dieses Recht nur in Fragen des Arbeiterstudiums eingeräumt worden.
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Arbeiterstudium in der DDR
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Im Wintersemester 1949/50 richteten die Universitäten in Berlin, Greifswald, Halle-Wittenberg, Jena, Leipzig und Rostock sowie die Technische Hochschule Dresden, die Bergakademie Freiberg und die Brandenburgischen Landeshochschule Potsdam Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten ein.
Die Studiendauer an den ABF, d. h. die Vorbereitungszeit auf das eigentliche Studium, betrug zwei bis drei Jahre und endete mit dem Erwerb des Abiturs.
1962 gab es noch 10 ABF mit 3.340 Studierenden, von denen 2.540 Arbeiter- und Bauernkinder waren. Von 1951 bis 1963 gelangten 33.729 Absolventen der ABF zum Hochschulstudium.[1]
1963 wurden die ABF mit Ausnahme derjenigen in Halle (Saale) und Freiberg aufgelöst.
Im Zeitraum 1951 bis 1963 zählten die Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten mehr als 30.000 Absolventen.
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Auslandsstudium
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In Halle (Saale) existierte außerdem die spezielle ABF II als Einrichtung der Martin-Luther-Universität. Das Institut zur Vorbereitung auf das Auslandsstudium (IVA) unterrichtete von 1954 bis 1991 delegierte Schüler aus der gesamten DDR. Diese wurden in Ein- oder Zweijahreskursen sprachlich, fachlich, ideologisch und landeskundlich auf ein Hochschulstudium im sozialistischen Ausland (insbesondere in der Sowjetunion) vorbereitet. Sie legten das Abitur neben den üblichen Fächern in der Sprache des künftigen Studienlandes ab. Nach Zusammenlegung beider Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten 1966 in Halle zur ABF Walter Ulbricht diente die Institution nur noch der Vorbereitung auf das Auslandsstudium.
Die Heimatstaaten erkannten den jeweiligen Abschluss im Gastland (z. B. das Diplom oder den Magister) an.
Ab 1990 wurden die Auslandsstudenten aus der DDR organisatorisch der Hochschule für Ökonomie "Bruno Leuschner" Berlin zugeordnet. Auf Antrag bestätigte die letzte DDR-Regierung und nach der Wiedervereinigung Deutschlands auch das jeweils zuständige Landesministerium die Anerkennung des Abschlusses.

AB76 - AB80[editar]

AB76

Eine Postkarte aus Brüssel
Expo 58
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Die Expo 58 war die Weltausstellung, die vom 17. April bis 19. Oktober 1958 in der belgischen Hauptstadt Brüssel stattfand. Das offizielle Motto lautete „Technik im Dienste des Menschen. Fortschritt der Menschheit durch Fortschritt der Technik.“ Dazu passend wurden die beiden neuen Zukunftstechnologien Raumfahrt und Atomkraft erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Es war die erste Weltausstellung nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Vorrangig war die Ausstellung eine Leistungsschau der belgischen Industrie. Geprägt wurde die Ausstellung durch die Rivalität der damaligen Westmächte mit dem Ostblock. Beide Seiten versuchten, die eigenen Staaten auf unterschiedlichen Ebenen als fortschrittlicher darzustellen.
AB76: Text getippt
Bitte Aufheben!!!


Liebe Eltern
22/5. 58: „Kolibri - liebes Vieh ...“ Heute im Zoo der Expo ganz reizende kleine Exemplare gesehen! Süß! Und wunderschöne Flamingos, herrlich anzusehen! Und stolze Reiher, grau mit schwarz ...
Und wir sind braun (von wenig Sonne + viel Wind!) und soooo müde!! Gute Nacht!
23/5: Und jetzt sitzen wir in Ostende, am Meer - und trinken Beaujolais! Prost! - Leider regnet es alle Augenblicke. Das ist weniger schön; aber bisher hat es ohnehin ausgehalten, also dürfen wir uns nicht beklagen. - Die Expo kennen wir schon recht gut, aber um sie wirklich zu studieren, würde man wohl 2 Wochen brauchen! Und die Stadt wollen wir doch auch noch sehen! Waren erst einen Tag drinnen! (Denn die Expo liegt, wie unsere Rotunde ganz außerhalb; Gott sei Dank auch unser Logis, wir brauchen bloß 10 min zu gehen, dann sind wir schon „in medias res.“ Abends sieht man das glitzernde Atomium, eine grün leuchtende Kugel des Sonderpostamtes und noch etliche andere Lichtreklamen. Überhaupt die Licht- und Wasserspiele! Feenhaft!!!
Was die moderne Technik uns bieten kann, hat man aufgeboten. Man kann nicht genug schauen


AB77

Antwortbrief von Paul Flora mit Kommentar zu meinen Tuschearbeiten
Auch moderne Handschriften können schwer zu lesen sein. Bisweilen sind sie sogar unleserlich.


AB77: Text getippt
Paul Flora, A-6020 Innsbruck/Hungerbrug, Telefon 0512/292486
30.7.
Sehr geehrter Herr Trautner,
vielen Dank für Ihre umfangreiche
Sendung. Es freut mich, dass ich Ihnen
offenbar einige Anregungen gegeben
habe und die Resultate gefallen
mir gut.
Versehen Sie mir, dass ich Ihnen
kurz antworte, ich habe einen Berg
von Post abzuarbeiten und in meinem
hohen Alter von über 85 wächst mir
alles über den Kopf.
Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift unleserlich]

AB78

Ausgangsschrift (Teil 1)
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Eine Ausgangsschrift ist ein Schriftmuster, das der optischen Orientierung für das Schreibenlernen in der Schule dient. Im Sinne eines Leit- oder Vorbildes unterstützt es bildhaft-anschaulich den anspruchsvollen Prozess der Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten im handschriftlichen Schreiben. Ausgangsschriften werden als Alphabete (Großbuchstaben und Kleinbuchstaben) dargestellt, die im Allgemeinen durch Ziffern und Satzzeichen ergänzt werden. Für detaillierte Angaben zur Bewegungsausführung und zur Gestaltung von einzelnen Buchstaben und deren Eingliederung in Wörter werden meist verschiedene Lernmaterialien wie Schreibübungsblätter oder entsprechende Hefte bereitgestellt.
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Grundlegendes
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In einer Ausgangsschrift sind folgende Informationen aufgenommen:
  • der Charakter der Linie als formbildendes Element (beispielsweise Schnurzug, Wechselzug oder Schwellzug),
  • das Verhältnis von Strichstärke zu Schriftgröße,
  • die Gestaltung der charakteristischen Merkmale der einzelnen Buchstaben,
  • die Größen- und Breitenproportionen der Buchstaben und ihrer Formelemente,
  • die Stellung ihrer Hauptachsen (Neigungswinkel),
  • die Verbindungen und Ligaturen sowie
  • die Bewegungsausführung im Detail und im Ganzen (Duktus).
  • Ausgangsschriften sind in Deutschland in dem Lehrplan für den Deutschunterricht verankert. Dort finden sich Aussagen über den Umfang der Verbindlichkeit des jeweiligen Musters.
Ausgangsschriften haben darüber hinaus die Funktion, die gestalterische Abstimmung der einzelnen Aspekte untereinander zu veranschaulichen (Neigungswinkel, Größen- und Breitenproportionen, Bewegungsumkehr in Form von Winkeln, Bogen, Deckstrichen oder Schleifen, Buchstabenabstände und -verbindungen). Damit demonstrieren Ausgangsschriften beispielgebend ein bestimmtes Stilprinzip, das den Lernenden hilft, nicht nur den einzelnen Buchstaben eine unverwechselbare Gestalt zu geben, sondern im Schriftbild eine bestimmte visuelle Ordnung herzustellen. Eine solche Ordnung ist auf den Zusammenschluss der Teile zu einem gut überschaubaren Ganzen gerichtet und bildet eine wesentliche Voraussetzung für die Lesbarkeit der Schriftzüge. Ein Hilfsmittel in dem schwierigen Prozess des Ordnens sind Lineaturen. Dabei gibt es unterschiedliche Auffassungen zur Verwendung von Lineaturen beim Schreibenlernen.
Die Gestaltung von Ausgangsschriften stellt die Schnittstelle zwischen Schriftdesign und Didaktik des muttersprachlichen Unterrichts dar. Das grafomotorische Schreibenlernen ist Teilaspekt in dem sehr komplexen Prozess des Schriftspracherwerbs in der Grundschule. In der Geschichte der Schreiberziehung sind die Auffassungen von der Strukturierung des Aneignungsprozesses von Fähigkeiten und Fertigkeiten im handschriftlichen Schreiben einem starken Wandel unterworfen. Das wirkt sich auf die Formgebung der jeweiligen Ausgangsschriften aus.
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Entwicklung in Deutschland
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Historische Ausgangsschriften
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In Deutschland hatte sich nach der Karolingischen Minuskel (9. – 12. Jahrhundert) eine Schreibschrift durchgesetzt, die an die gotische Kursive (ab dem 14. Jahrhundert) – eine im alltäglichen Gebrauch stehende Kursivform der Gotischen Schrift (ab dem 12. Jahrhundert) – anknüpfte. Diese Entwicklung führte der Nürnberger Schreibmeister Johann Neudörffer (1497–1563) fort, der maßgeblich an der Schöpfung der Fraktur beteiligt gewesen war. In seinem Schreibbuch „Eine gute Ordnung und kurze unterricht [...]“ (Nürnberg, 1538) schuf er eine Stileinheit der Buchstaben der deutschen Schreibschriften – genauer deutschen Kurrentschriften – die lange erhalten blieb. Mit Ausbreitung des Schulwesens seit dem 16. Jahrhundert wurde das Lesen und Schreiben Gemeingut immer breiterer Schichten.
Parallel zur deutschen Kurrentschrift entwickelte sich die humanistische Kursive als Schreibschrift für lateinische und nichtdeutsche Texte, und aus dieser die lateinische Schreibschrift. Im deutschen Sprachraum war es für Gebildete notwendig und üblich, zwei Schreibschriften zu erlernen, die deutsche und die lateinische Schrift.
Erstmals 1714 wurde in Preußen durch einen Erlass eine Normschrift eingeführt, deren spitze, nach rechts geneigte Formen sich auch in anderen deutschen Territorien einbürgerten und charakteristisch für die deutschen Kurrentschriften wurden.
Ludwig Sütterlin (1865–1917) änderte diesen typischen Duktus der deutschen Kurrentschrift. Er entwickelte – neben einer lateinischen – die deutsche Sütterlinschrift, die nun senkrecht auf der Zeile stand und Kringel ausbildete und nicht mehr spitz gestaltet war. Diese Schrift wurde 1924 in preußischen Schulen und erst 1930 in den meisten anderen deutschen Ländern als Schulausgangsschrift verwendet. In Hessen entwickelte Rudolf Koch eine ausdrucksvolle Breitfederschrift, welche er 1927 vorstellte. Mit der Einführung von Sütterlins Schrift in Hessen 1930 blieb die Offenbacher Schrift jedoch unbenutzt. Ebenso etablierte sich die in den 1930er Jahren von Maximilian Schlegl entwickelte Stäbchenschrift nicht.
1941 wurden per Normalschrifterlass im Auftrag von Adolf Hitler alle gebrochenen Schriften, darunter die deutsche Sütterlinschrift, abgeschafft und die auf Grundlage der lateinischen Sütterlinschrift entwickelte „Deutsche Normalschrift“ als Ausgangsschrift an den Schulen verwendet.
Bild 1: 9. Jh. – 12. Jh.
Bild 2: Das Titelblatt von Neudörffers 1538 erschienenem Hauptwerk.
Bild 3: Alphabet der Kurrentschrift, um 1865 (die vorletzte Zeile zeigt die Umlaute ä, ö, ü und die entsprechenden Großbuchstaben Ae, Oe, Ue; die letzte Zeile zeigt die Ligaturen ch, ck, th, sch, sz und st)
Bild 4: Deutsche Sütterlin-Ausgangsschrift, ab 1924
Bild 5: Lateinische Sütterlin-Ausgangschrift
Bild 6: Die Offenbacher Schrift von Rudolf Koch, deutsches Alphabet, 1927
Bild 7: Die Offenbacher Schrift von Rudolf Koch, lateinisches Alphabet, 1927
Bild 8: Deutsche Normalschrift, ab 1941


AB79

Ausgangsschrift (Teil 2)
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Ausgangsschriften seit 1953
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Lateinische Ausgangsschrift
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Die Lateinische Ausgangsschrift (LA) wurde vom Iserlohner Schreibkreis aus der Deutschen Normalschrift entwickelt und am 4. November 1953 durch den Erlass der Kultusministerkonferenz verbindlich in allen Bundesländern der damaligen Bundesrepublik Deutschland als Schulausgangsschrift eingeführt (Ausnahme: In Bayern wurde die Lateinische Ausgangsschrift erst 1966 verbindlich eingeführt).
Diese Lateinschrift (BRD 1953) war mit weitgehend identen Lettern 1963 auch in Österreichs Volksschulen eingeführt. „P“ und „R“ wurden jedoch in einem Zuge, also mit links durchgehend nach oben laufender Schleife geschrieben. Das „r“ wurde nach dem Strich hinunter zur Grundlinie von dort mit einer kleinen rechtsdrehenden Schlaufe (auf der Grundlinie stehend) fortgesetzt und war damit sehr ähnlich der zuvor verwendeten Kurrent-Schrift. 1967/1970 wurde diese Schlaufe zu einem kleinen Bogen und einer zweiten Spitzumkehr auf der Grundlinie und schon um 1970 weiter zu einer einzigen Spitzumkehr – wie schon 1953 in der BRD ausgeführt – vereinfacht.
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Schulausgangsschrift
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Im Zusammenhang mit der Einführung eines neuen Lehrplanwerks in den Schulen der DDR wurde die Schulausgangsschrift von 1958 verändert. Ausschlaggebend dafür waren sowohl didaktische als auch ästhetische Gründe. Um unmittelbar mit dem Erlernen der Schreibschrift beginnen zu können, wurden die Großbuchstaben vereinfacht. Der Bewegungsablauf in den Kleinbuchstaben wurde gestrafft. 1991 wurde die Schulausgangsschrift (SAS) teilweise in den alten Bundesländern übernommen.
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Vereinfachte Ausgangsschrift
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Der Versuch, Schwierigkeiten in der Anwendung der Lateinischen Ausgangsschrift zu beheben, führte 1969 in der Bundesrepublik zur Entwicklung der Vereinfachten Ausgangsschrift (VA) und deren Erprobung seit 1972.
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Grundschrift
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Mit der Grundschrift wird zurzeit von interessierten Schulen eine neue Schrift erprobt, welche im Auftrag des Grundschulverbands von einer Expertengruppe entwickelt wurde.
Bild 1: Lateinisches Alphabet mit deutschen Umlauten
 
Bild 2: Schreibschrift-Vorlage der DDR von 1958
Bild 3: Schulausgangsschrift, in der DDR seit 1968
Bild 4: Vereinfachte Ausgangsschrift, seit 1972
Bild 5: Mögliche Grundschrift als Ausgangsschrift in Hamburg ab 2011


AB80

Bild 1: Schulschrift 1969
Bild 2: Österreichische Schulschrift seit 1995
Ausgangsschrift (Teil 3)
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Entwicklung in Österreich
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Die älteste gesamtösterreichische Schulschrift geht auf das Jahr 1775 zurück und wurde von Johann Ignaz von Felbiger („Anleitung zum Schönschreiben [...] zum Gebrauch der deutschen Schulen in den k.k. Staaten“, Wien 1775) unter Kaiserin Maria Theresia veranlasst. Die nächste Vereinheitlichung datiert aus dem Jahre 1832. Allerdings hat sich kaum jemand an diese Vorschriften gehalten, Lehrer haben ihre eigenen Vorlagen entworfen, zum Teil sogar innerhalb einer Schule.
Durch den Stadtschulrat für Wien wurden die „Richtformen 1924“ als verbindlich erklärt, während die anderen Bundesländer vorher und auch danach zum Teil eigene Schulschriften verwendeten.
Bis zum Schuljahr 1938/1939 wurde in Österreich die als „Amts- und Protokollschrift“ etablierte Kurrentschrift (und nicht die in Deutschland gebräuchliche Sütterlinschrift) als Erstschrift in der Volksschule unterrichtet und gelehrt. Die Schulbücher waren in Fraktur- und Kurrentschrift gesetzt.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich (1938) wurden im Normalschrifterlass des deutschen Reichsministers für Unterricht, Kunst und Erziehung vom 1. September 1941 diese Schriften als „Schwabacher Judenlettern“ in den Schulen verboten und als deutsche Normalschrift die Lateinschrift deklariert. Zwar wurde mit Erlass des Bundesministeriums für Unterricht vom 22. Mai 1951 die Kurrentschrift als Zweitschrift in Form des Schönschreibens wieder eingeführt, jedoch wurde dies nur mehr selten praktiziert.
Erst mit der „Schulschrift 1946“ wurde wieder eine Vereinheitlichung für das gesamte österreichische Bundesgebiet erreicht. Diese lateinische Druck- und Schreibschrift wird bis heute in leicht veränderter Form (1969 und 1995) angewendet.
Seit dem Schuljahr 1995/96 haben die Lehrer freie Wahl: Es kann beim Schreiblehrgang die „Österreichische Schulschrift 1995“ oder die „Österreichische Schulschrift 1969“ als Ausgangsschrift verwendet werden.
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Bild 3: Schweizer Schulschrift
Entwicklung in der Schweiz
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Die aktuell gelehrte Schweizer Schulschrift wurde 1947 eingeführt. 2006 wurde von Hans Eduard Meier die schnörkellose Basisschrift entwickelt und als zeitgemäße Alternative vorgeschlagen. Im Kanton Luzern ist die Basisschrift als Alternative zur „Schnürlischrift“ (allgemein für die Schweizer Schulschrift) seit 2006 zugelassen. Weitere Kantone warten ab oder diskutieren noch den Einsatz der Schrift. 2008 ergab eine Studie der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz, dass Schüler, die mit der Basisschrift schreiben gelernt hatten, in derselben Zeit mehr Text schreiben konnten, als jene, die die Schulschrift gelernt hatten. Zudem war das Schriftbild leserlicher und die Schüler stimmen der Aussage „Ich schreibe gerne“ häufiger zu.


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