Curso de alemán para avanzados con audio/Lección 001

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Lección 001 → Lección 002


A 1 - A10[editar]

A1

Dieser Deutschkurs richtet sich an Deutschlernende (Deutsch als Fremdsprache; DaF), die Deutsch bereits auf sehr hohem Niveau, ca. C1 beherrschen. Der Kurs soll als Unterstützung zur Vorbereitung auf das Niveau C2 und darüber hinaus dienen.
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Es ist geplant zu allen Übungen eine Tonaufnahme anzufertigen, bei der ein Muttersprachler mit einem weit fortgeschrittenen Sprachschüler die Texte durchgeht und bespricht.
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Natürlich kann so ein Online-Kurs immer nur eine Ergänzung zu einem richtigen Sprachlehrgang mit Lehrer sein.
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Als Hilfsmittel werden wir in diesem Kurs häufig folgend Online-Seiten verwenden:
  • Wiktionary deutsch (als einsprachiges Wörterbuch sehr gut geeignet)
  • ein Tool zur filtrierten Suche im deutschen Wiktionary (als erster Schritt muss im rechten Feld [Dropdown-Liste] statt en.wikipedia.org das de.wiktionary.org eingestellt werden. Das Tool erlaubt die Wortsuche nach Endung im deutschen Wiktionary. Beispiel: im linken Feld %schuh eingeben. Das Ergebnis listet u.a. auf: Schuh, Handschuh, Fingerhandschuh, Boxhandschuh, Schneeschuh, Turnschuh, usw.)
  • Linguee (zur Suche nach Beispielsätzen und deren englischer Übersetzung)
  • Pons.eu
  • dict.leo.org
  • dict.cc


A2

Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen des Europarates (Common European Framework of Reference for Languages, CEFR) definiert Sprachkenntnisse auf dem Niveau C2 als "annähernd muttersprachliche Kenntnisse" und erläutert dazu:
[Der Sprecher kann] "praktisch alles, was er/sie liest oder hört, mühelos verstehen. Kann Informationen aus verschiedenen schriftlichen und mündlichen Quellen zusammenfassen und dabei Begründungen und Erklärungen in einer zusammenhängenden Darstellung wiedergeben. Kann sich spontan, sehr flüssig und genau ausdrücken und auch bei komplexeren Sachverhalten feinere Bedeutungsnuancen deutlich machen."
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Das C2-Zertifikat ist der höchste, anspruchsvollste mögliche Nachweis von Deutschkenntnissen. Für die C2-Prüfung wird ein Kompetenzniveau auf weit fortgeschrittenem Sprachniveau verlangt. Kurz: es werden exzellente Deutschkenntnisse und eine kompetente Sprachverwendung erwartet und der Prüfling wird darauf geprüft.
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Die Beherrschung des Deutschen Sprache auf C2-Nivau umfasst auch das vollständige Verständnis der gesprochenen Sprache. Der Prüfling hat keinerlei Schwierigkeiten, alle Arten gesprochener Sprache zu verstehen, egal ob live oder in den Medien, auch wenn so schnell gesprochen wird, wie Muttersprachler es tun. Er kann ein breites Spektrum an Tonaufnahmen und Radiosendungen verstehen, auch wenn nicht unbedingt Standardsprache gesprochen wird. Er kann dabei feinere Details, implizit vermittelte Einstellungen oder Beziehungen zwischen Sprechenden erkennen.
Vokabeln A2: "-ling"
-ling
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Personen:
Prüfling
Impfling
Lehrling
Ankömmling
Flüchtling - Kriegsflüchtling - Wirtschaftflüchtling - Kontingentflüchtling
Eindringling
Emporkömmling
Fiesling
Liebling
Abkömmling
Häuptling
Säugling
Häftling
Jüngling
Schützling
Liebling
Lüstling
Naivling
Feigling
Neuling
Neuankömmling
Zwilling, Drilling, Vielling, Fünfling, Sechsling
Sonderling
Wüstling
Schreiberling (abwertend: jemand, der viele und schlechte Texte verfasst, insbesondere ein Schriftsteller oder Journalist)
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Pflanzen und Tiere:
Schmetterling
Bläuling (Schmetterling)
Kohlweißling (Schmetterling)
Bitterling (Fisch; Pilz)
Brätling (Pilz - ABER auch: Frikadelle)
Butterröhrling (Pilz)
Gallenröhrling (Pilz)
Goldröhrling (Pilz)
Sandröhrling (Pilz)
Lungenseitling (Pilz)
Riesenrötling (Pilz)
Pfifferling (Pilz)
Schmierling (Pilz)
Täubling (Pilz)
Mairitterling (Pilz)
Bückling (Fisch)
Saibling (Fisch)
Engerling (im Boden lebende Larve insbesondere des Maikäfers und des Junikäfers, aber auch anderer Blatthornkäfer)
Frischling (Wildschwein, das höchstens ein Jahr alt ist)
Grünling (Vogel; Pilz)
Sperling (Vogel)
Gründling (Vogel)
Hänfling (Vogel)
Mischling (Hund; Mensch)
Riesling (Rebsorte; Wein)
Schierling (eine Art der Giftpflanzen - Sammelbezeichnung für mehrere Arten hochgiftiger Doldengewächse)
Schössling (länglicher junger Auswuchs am Stamm eines Baumes oder Strauches)
Keimling (Keim)
Schädling
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Gegenstände und anderes:
Beinling
Findling (Stein oder Findelkind)
Rohling
Saitling (Gastronomie: Schafdarm, der als Naturdarm bei der Wurstherstellung genutzt wird)
Schilling (Geld in Östereich - bis zur Euroeinführung)
Teigling (geformtes, rohes Stück Teig)
Frühling
Recycling


A3

Cie C2-Prüfung besteht aus 5 Teilen:
  • Texterklärung/Leseverstehen (4 Aufgaben - Multiple Choise; Zuordnung; Lückentext; Zuordnung)
  • Ausdrucksfähigkeit
  • Aufsatz (2 Aufgaben - Umformung; Freies Schreiben - ein literaturgebundenes Thema - zwei Auswahlromane sind im jeweiligen Jahr vorgegeben)
  • Hörverstehen (3 Aufgaben - Ja/Nein; Zuordnung; Multiple Choice)
  • Mündlicher Ausdruck (2 Aufgaben - 5 Minuten Monolog; 10 Minuten Dialog)
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Der Prüfling muss lange, komplexe Texte schnell lesen können und deren Hauptaussage verstehen können. Er muss diesen Texten bestimmte Informationen entnehmen können.
Er muss sich uneingeschränkt ausdrücken können, einen reichen Wortschatz haben, einschließliche umgangssprachlicher und idiomatischer Redewendungen. Er muss ein großes Repertoire an Graduierungs- und Abtönungsmitteln (z.B. Modaladverbien und Abtönungspartikel) beherrschen, um damit feinere Bedeutungsnuancen ausdrücken zu können. Er kann flüssig reden und hat gegenüber Muttersprachlern keine Nachteile. Er kann sich auch in längeren Äußerungen natürlich, mühelos und ohne Zögern fließend ausdrücken.
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Ein Sprecher auf Nivau C2 muss praktisch alles, was er/sie liest oder hört, mühelos verstehen. Er kann Informationen aus verschiedenen schriftlichen und mündlichen Quellen zusammenfassen und dabei Begründungen und Erklärungen in einer zusammenhängenden Darstellung wiedergeben. Er kann sich spontan, sehr flüssig und genau ausdrücken und auch bei komplexeren Sachverhalten feinere Bedeutungsnuancen deutlich machen. Er kann gut gegliederten und zusammenhängenden Text ohne orthografische Fehler erstellen.
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Das C2-Zertifikat ist für ausländische Studenten eine Zulassungsvoraussetzung für ein Hochschulstudium in Deutschland. Die Erfahrung zeigt aber, dass nicht alle ausländische Studenten an deutschen Hochschulen wirklich gut Deutsch können. Die Prüfung kann also gar nicht so streng sein. Die Suppe wird wohl nicht so heiß gelöffelt, wie sie gekocht wird.
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Weblink:


A4

Wir werden mit einigen philosphischen Themen beginnen, da diese gewöhnlich sehr abstrakt gehalten sind. Wir werden mit dem Wikipedia-Artikel "Philosophie" anfangen.
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Philosophie - Die Philosophie ist die Lehre vom Sein, Ursprung und Wesen der Dinge. Sie ist die Lehre über Erkenntnis und Wahrheit.
Philosophie (2. Bedeutung) - persönliche Betrachtungsweise des Lebens (Beispielː Dazu habe ich meine eigene Philosophie.)
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Philosoph - ein Forscher des Gebietes Philosophie
Einige bekannte Philosophen sind: Aristoteles, Platon, Kant, Nietzsche, Heidegger, Descartes, Schopenhauer, Sartre, Cicero, Seneca und Leibniz.
Philosophin
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philosophieren - sich mit philosophischen Problemen befassen
philosophieren (2. Bedeutung) - über etwas nachdenken
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philosophisch - die Philosophie betreffend
philosophisch (2. Bedeutung) - auf Reflexionen beruhend
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Religionsphilosophie - dasjenige philosophische Denken, das die Religion zum Objekt des Nachdenkens macht
Religionsphilosophie ist philosophisches Denken, das die Religion zu ihrer Sache macht und sich also bemüht, durch solches Denken das Wesen und die Seinsweise der Religion aufzuhellen.
Religionsphilosoph
religionsphilosophisch
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Naturphilosophie - Wissenschaft: diejenige Disziplin, die die gesamte Natur von den allgemeinen Begriffen und Grundsätzen des Seins und Werdens aus erforscht und durchforscht
Die Ergebnisse der Naturwissenschaft und einige vorwissenschaftliche Naturerkenntnisse bilden die Grundlage der Naturphilosophie.
Der griechische Philosoph Aristoteles gilt als der Begründer der Naturphilosophie.
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Rechtssphilosophie - Wissenschaft von der Grundlegung und den Grundlagen des Rechts
Im Unterschied zur systemimmanent argumentierenden Rechtswissenschaft transzendiert die Rechtsphilosophie den Rahmen des geltenden Rechts.
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Staatsphilosophie - die philosophische Lehre vom Staat
Staatsphilosophie (2. Bedeutung) - spezielle Staatstheorie auf philosophischer Grundlage (bspw. die Staatstheorie Rousseaus)
Die Staatsphilosophie „ist gegenüber den staatsbezogenen Theorien modernere Einzelwissenschaften wie Politik-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaft durch ihre auf das Allgemeine, Grundlegende und Normative gerichtete Betrachtungsweise abgrenzbar.
Staatsphilosophie - Synonyme: Staatstheorie, politische Philosophie


A5

Philosophie
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Was ist Philosophie?
Womit beschäftigt sich die Philosophie?
Was ist die Hauptfrage der Philosophie?
Was sind die wichtigsten Fragen der Philosophie?
Was sind Naturalismus, Materialismus, Realismus, Dualismus und Idealismus? Wie unterscheiden sie sich voneinander? Was für Gemeinsamkeiten und was für Gegensätzlichkeiten haben sie? Welche Strömungen kann man gegenüberstellen?
Was für weitere Erkenntniskonzepte gibt es?
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In der Philosophie geht es im Kern um das Problem, was ist „ganze Weltim Grunde.
Was liegt ihr zugrunde? Was liegt Allem, was existiert, zugrunde?
Was bedeutet: „Die Welt, Alles, existiert.
Wie tut sie das? Warum tut sie das? Warum existiert nicht „Nichts“? Warum ist sie „da“.
Alles, was existiertumfaßt dabei auch Nicht-Dingliches, solche Sachen, wie Gedanken, Kraftfelder, Konzepte, Philosophie, Ideelles, Zusammenhänge, Offensichtlichkeiten, Logik, Kausalität, Wissenschaft.
Der nächste große Problemkreis in der Philosophie ist, dass wir die ‚ganze‘ Welt als Teil von ihr hinterfragen, mit einem denkenden Gehirn, das auch Teil von ihr ist. Dazu müssen wir erst einmal etwas (Phänomene, Naturerscheinungen, Dinge, Zusammenhänge, usw.) wahrnehmen, was wir als „dies oder das existierterkennen bzw. ansehen. Das ist auch wieder Wahrnehmung durch Sinne, die ebenfalls Teil dieser zu erklärenden Welt sind.
Anmerkung: Bezeichnenderweise ist bis heute dieses Gehirn selbst, womit wir diese Welt wahrnehmen und verstehen, im Grunde nicht verstanden, da es sehr komplex ist.
Am Ende denkt das Hirn immer auch mit über sich selbst nach und wie es Etwas wahrnimmt. Und wir wissen eben nicht einmal, wie es das macht.
A5 Vokabeln
die Erkenntnistheorie
das Fass
das Konzept
der Gedanke
das Ideelle
die Logik
das Kernobst - das Steinobst
die Existenz
das Nichts
materiell - ideell
abfassen
die Auffassung
die Rille
die Hirnwindung - die Furche
Rille - Furche
bezeichnenderweise


A6

Da im Philosphietext die Redewendung "im Kern" auftaucht, wollen wir einen kleinen Exkurs machen zu:
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Kernobst und Steinobst
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Als Kernobst werden die als Obst genutzten Arten aus der Untertribus Kernobstgewächse (Pyrinae) in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) bezeichnet. Dies sind unter anderem:
  • Apfel
  • Birne
  • Quitte
  • Mispel
  • Eberesche

Kernobst

Bei Kernobst wird die Frucht als Apfelfrucht bezeichnet und ist botanisch gesehen eine Sammelbalgfrucht. Durch das Umwachsen der Fruchtblätter (und späteren Früchte) durch den hochwachsenden Blütenboden bildet sich eine so genannte Scheinfrucht. In ihrem Inneren befinden sich die eigentlichen Balgfrüchte (5 an der Zahl) mit den Samen (Kerne).
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Der Ausdruck Steinobst bezeichnet die Pflanzenarten, deren Früchte als Steinfrüchte ausgebildet sind. Dabei ist der innere Teil der Fruchtwand verholzt, während sie außen fleischig und meistens saftig ist.
Der „Stein“ unterscheidet diese Früchte von Beeren, die fleischige äußere Fruchtwand, das Fruchtfleisch, von Nüssen.
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Steinfrüchte zählen hauptsächlich zu den Obstarten (mehr oder weniger süße Früchte), deswegen die übliche Bezeichnung Steinobst, obwohl auch Früchte, die nicht typischerweise zum Obst zählen (z. B. Kokosnuss), zu den Gewächsen mit Steinfrüchten gehören.
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Wichtige Steinfrüchte sind beispielsweise Pfirsich, Kirsche, Nektarine, Aprikose, Pflaume, Zwetschge und Mirabelle.

Steinobst


A7

Beerenobst
Unter Beerenobst sind Obstarten zusammengefasst, deren Gemeinsamkeiten vor allem in den Fruchteigenschaften (weich, klein, rundlich) liegen.
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Zu unterscheiden ist zwischen dem Fruchttyp „Beeren“ und „Beerenobst“, da der Zusatz Obst die Einschränkung der Mehrjährigkeit und der Essbarkeit mit sich bringt. So ist etwa die Tomate botanisch gesehen eine Beere, wird aufgrund der Einjährigkeit jedoch zum Gemüse gezählt. Umgekehrt sind ein großer Teil der zum Beerenobst zählenden Obstarten vom Fruchtaufbau keine Beeren (z. B. ist die Erdbeere eine Sammelnussfrucht), werden jedoch aufgrund der Fruchteigenschaften traditionell zum Beerenobst gezählt
Traditionell zählt man zum Beerenobst unter anderem:


A8

Spurrille an einer Bushaltestelle
Rille - Furche
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Rille - lange und schmale Vertiefung in einer Oberfläche
Rille - Kerbe, Einkerbung, Furche, Nut, Riefe
Spurrille - durch häufiges Befahren entstandene, in Fahrtrichtung verlaufende Vertiefung in der Fahrbahn
Rille, Rinne, Vertiefung
rillenförmig
Rillenerosion - geradlinige Wassererosionsformen von kleineren Dimensionen
Rille in einer Schallplatte - die spiralige, die Nutzdaten enthaltende Einkerbung in der
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Furche - (Landwirtschaft): eine längliche Vertiefung, für gewöhnlich auf einem Feld
Furche - im übertragenen Sinne: eine tiefe Falte, meist im Gesicht
Ackerfurche
Der Bauer zog Furchen mit dem Pflug in den Acker.
Der alte Mann hatte tiefe Furchen im Gesicht.
Furche zwischen gepflügtem und ungepflügtem Acker
Eine Furche ist die mit einem Pflug gezogene, linienförmige Vertiefung im Erdreich eines Feldes. Sie ist die Grenze zwischen dem ungepflügten und gepflügten Teil des Feldes und Fahrspur für den Traktor beim weiteren Pflügen. Die Abschlussfurche ist die Begrenzung zum Nachbarschlag oder zu einem Grundstücksnachbarn.
Furchen zum Einbringen von Saatgut, Setzlingen und Stecklingen werden meist von Spezialscharen der entsprechenden Säh- und Pflanzgeräte erzeugt; diese Furchen werden zum Abschluss des Arbeitsvorgangs mit Folgewerkzeugen wieder geschlossen.
Die Winterfurche dient dem Unterpflügen von Pflanzenresten und erfolgt oft grobschollig mit dem Ziel, die Winterfeuchtigkeit für die nachfolgende Sommerfrucht im Boden zu speichern. Um einer Bodenerosion entgegenzuwirken, werden gelegentlich in hängigem Ackergelände Furchen quer zum Hang als Regenrückhalterinne angelegt. Kahlfrost im Winter ist nach der Winterfurche erwünscht, um die für den Pflanzenbau günstige Bodengare zu erreichen.


A9

beschäftigen
beschäftigen - etwas beschäftigt jemanden: etwas ist die jetzige Tätigkeit einer Person; mit Betonung der beschäftigenden Sache
Beispiele:
Dieses Problem beschäftigte ihn so sehr, dass er kaum Zeit für andere Tätigkeiten hatte.
Aber auch die Schüsse auf Journalisten beschäftigen die Medien.“[1]
Natürlich wird die Frage, warum das Klon-Schaf Dolly trotz aller Voraussagen überhaupt möglich war, die Wissenschaft noch beschäftigen.
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beschäftigen - reflexiv, sich beschäftigen: einer Sache oder Person konzentriert seine Aufmerksamkeit widmen
Beispiele:
Dann hätten sie sich mit Inhalten beschäftigen müssen.
Im nächsten Schritt wird sich die Vereinsführung nun intensiver mit der Frage beschäftigen, welche neuen Spieler zur nächsten Saison noch kommen sollen
Synonyme: arbeiten, machen, tun, sich befassen, sich betätigen, hantieren, sich widmen
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beschäftigen - jemand beschäftigt jemanden: jemandem eine Arbeitsstelle geben
Beispiele:
Sie beschäftigt in ihrer Firma hundert Leute.
Das Organisationskomitee für die WM 2006 wird seinen umstrittenen Vizepräsidenten Fedor Radmann weiter beschäftigen.
Synonyme: anheuern, anstellen, anwerben, einstellen
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beschäftigen - jemand beschäftigt jemanden mit etwas: jemandem etwas zu tun geben
Beispiele:
Er beschäftigt die Kinder mit einem Spiel.
Dann halten Sie ihn kurz und beschäftigen ihn mit zermürbenden Kopieraufträgen.
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schwarz beschäftigen
Beschäftigung
Beschäftigte - Beschäftigter
beschäftigt


A10

Strömung
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Strömung - eine der verschiedenen Anschauungen innerhalb einer großen Gruppe
Synonyme: Bewegung, Entwicklung, Mode, Richtung, Schule, Tendenz, Trend, Welle
Geistesströmung
Modeströmung
Zeitströmung
politische Strömung
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Strömung - Physik: das Strömen; gerichtete Bewegung von Teilchen oder sich kontinuierlich bewegenden Fluiden oder Strom
Gegenströmung
Grundströmung
Luftströmung
Meeresströmung
Tideströmung
Tiefenströmung
Unterströmung
Wasserströmung
Bald kannten die Steuermänner die Strömungen und Gefahren auf der Fahrt zwischen Nordeuropa und Island besser, so dass die Route weniger risikoreich als zuvor war.

Der Golfstrom ist wichtig für das milde Klima in Westeuropa.

laminare Strömung - turbulente Strömung
Strömungsgeschwindigkeit
Strömungskanal
Strömungslehre
Strömungsmaschine
Strömungsrichtung
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strömen
strömen - anhaltende Bewegung einer großen Menge
a) an Flüssigkeit - fließen
b) von einzelnen Objekten
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dahinströmen, durchströmen, einströmen, herausströmen, herbeiströmen, hereinströmen, hervorströmen, hinausströmen, hineinströmen, hinströmen, überströmen, umströmen, verströmen, zurückströmen, zusammenströmen,
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Der große Fluss strömt scheinbar träge dahin.
Nach der Trockenzeit strömen riesige Tierherden zurück in die Serengeti.
Doch je mehr Geld, Sklaven und Güter aller Art aus den eroberten Gebieten nach Rom strömten, desto entscheidender veränderte sich das ökonomische und soziale Gleichgewichte in der agrarisch geprägten Stadt.
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Lava strömt - Lavastrom
Wasser strömt - Wasserstrom
Menschen strömen - Menschenstrom
Verkehr strömt - Verkehrsstrom
strömender Regen - es gießt wie aus Eimern

A11 - A20[editar]

A11

Strom
Strom - allgemein eine Menge (Informationen, Menschen, Teilchen, Wasser), die sich sich fließend in eine bestimmte Richtung bewegt
Synonym: Fluss
Der Strom der Flüchtlinge reißt nicht ab; es fliehen weitere Menschen.
Stromlinien
stromlinienförmig
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Strom - großes, fließendes Gewässer in Form eines Flusses
Synonym: breiter Fluss, Gewässer
Träge fließt das schlammige Wasser des Stroms durch das breite Tal.
Nach alten Berichten gibt es einen Kanal zwischen den Strömen Orinoko und Amazonas.
Die Nordmänner erkunden mit ihren Booten die Ströme des heutigen Russland und der Ukraine, befuhren das Schwarze Meer und ladeten in Konstantinopel Schätze an Bord.
etwas treibt im Strom
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Strom - Elektrotechnik: kurz für: elektrischer Strom – sich in eine bestimmte Richtung bewegende Ladungsträger
Synonym: elektrischer Strom, Elektronenstrom
Der Strom ist ausgefallen, wir haben kein Licht.
jemanden mit Strom versorgen
von jemandem Strom beziehen
den Strom (ins Netz) einspeisen
stromführend - stromlos
Stromableser, Stromabnahme, Stromabnehmer, Stromabschaltung, Stromanschluss, Stromausfall, Strombedarf, Stromeinsparung, Stromempfänger, Stromentnahme, Stromerzeugung, Stromkabel, Stromkonzern, Stromkreis, Stromleitung, Strommast, Strommessung, Stromnetz, Strompanne, Strompreis, Stromproduzent, Stromquelle, Stromrechnung, Stromregler, Stromschlag, Stromstärke, Strömung, Stromversorger, Stromzähler
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Strom - Informationstechnik: kurz für: Datenstrom
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gegen den Strom schwimmen
mit den Strom schwimmen
unter Strom stehen
jemand wird vom Strom mitgerissen
Die Donau ist hier ein großer Fluss mit starker Strömung.
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Stromschnelle - Stelle in einem größeren Gewässer mit besonders hoher Fließgeschwindigkeit
Sie gelangten jetzt an Stromschnellen, die so mit Felsen durchsetzt und reißend waren, daß sie unüberwindbar schienen.
Katarakt - Stelle, an der ein Fließgewässer eine Stromschnelle oder einen Wasserfall bildet

A12

Erkenntnis
Erkenntnis - umgangssprachlich: eine Feststellung, die jemand auf Grund seiner Erfahrung trifft; eine Beurteilung, Bewertung
Synonyme: Aufschluss, Beurteilung Bewertung, Bewusstsein, Einsicht, Einblick, Eindruck, Klarsicht; geistige Wahrnehmung
Grunderkenntnis, Selbsterkenntnis, Feststellung, Erfahrung
Ihr Verhalten verriet Rückständigkeit in der Erkenntnis kommunaler Aufgaben.
Er kam zu der Erkenntnis, in dieser Ehe nicht glücklich werden zu können.
polizeiliche Erkenntnisse
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Erkenntnis - Philosophie: das Abbild von Gegenständen und Sachverhalten im Bewusstsein; das durch Erkenntnisgewinnung entstandene Wissen; bei Kant das synthetisch-analytische Urteil
Synonyme: Kognition, Wissen; geistige Wahrnehmung
Locke gründete alle Erkenntnis auf äußere und innere Erfahrung.
Die Erkenntnis bezieht sich nach Auffassung Berkeleys nicht auf Dinge außer dem Bewusstsein.
Jede Erkenntnis ist mitteilbar und alles Mitteilbare ist Erkenntnis.
Wir sollten zur Erkenntnis kommen, dass wir mit unserer Welt verantwortungsvoll umzugehen haben.
Oft heilt nur die eigene Erkenntnis.
Unterscheidung ist die Mutter der Erkenntnis.
wissenschaftliche Erkenntnisse
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Erkenntnis - Theologie: von Gott dem Menschen offenbartes Wissen; absolutes göttliches Wissen
Synonyme: Lehre
Eine Kirche ist vor Allem ein Herrschafts-Gebilde, das den geistigeren, zur Erkenntnis fähigen Menschen den obersten Rang sichert.
Die Erkenntnis des Heiligen ist ein Zeichen von Verstand.
der Baum der Erkenntnis
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Erkenntnisdrang, Erkenntnisfähigkeit, Erkenntnisgrund, Erkenntniskraft, Erkenntniskritik, Erkenntnislehre, erkenntnismäßig, Erkenntnismethode, Erkenntnismittel, Erkenntnisprozess, Erkenntnisquelle, Erkenntnistheorie, Erkenntnisvermögen
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erkennne - Philosophie: etwas umfassend durch den Geist, durch philosophische Systeme, Theorien begreifen; der Mensch erfasst die Realität auf empirische (John Locke)
Synonyme: begreifen, einsehen, durchschauen, erfassen, verstehen
Der Mensch erkennt die Natur nur nach bestimmten Formen und Fähigkeiten seines Geistes.
Der Mensch erkennt die Dinge, indem er sich erinnert, was er früher wahrgenommen hat.
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erkennne - juristisch, nur in der Wendung „auf etwas erkennen“: ein Urteil fällen
Der Richter erkannte auf Totschlag.
aberkennen, anerkennen, zuerkennen
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erkennen - etwas oder jemanden so deutlich wahrnehmen, dass man weiß, was oder wer es ist
Synonyme: erblicken, herausfinden, hören, sehen, wahrnehmen
Sie erkannte Peter erst, als er direkt vor ihr stand.
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erkennen - identifizieren; auf Grund bestimmter Anzeichen feststellen, um was oder um wen es sich handelt; mit geschultem, sachverständigen Blick erfassen
Der Antiquitätenhändler erkannte, dass es sich um einen echten Rembrandt handelte.
Das Problem konnte erkannt werden.
Synonyme: bemerken, entnehmen, entlarven, enträtseln

A13

Grund
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Grund - das, wodurch die Richtigkeit von etwas gerechtfertigt ist bzw. erklärt oder widerlegt wird
Synonym: Ursache, Veranlassung
Er hatte gute Gründe dafür, sich zur Wehr zu setzen.
Hintergrund, Vordergrund
einer Sache auf den Grund gehen
im Grunde (genommen)
zu Grunde, auch: zugrunde
von Grund aus
von Grund auf
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Grund - ein Stück Land
Synonym: Grundstück
Auf meinem Grund steht sicherlich kein Auto!
Grund und Boden
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Grund - Grundfläche eines Gefäßes, einer Grube oder ähnlichem
Am Grund dieses Sees gibt es viele Pflanzen.
auf Grund laufen
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Grund - Basis für Etwas
aus familiären Gründen
aus gesundheitlichen Gründen
aus wirtschaftlichen Gründen
Gründe angeben
Gründe anführen
Gründe vorbringen
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gründlich
grundlegend
grundlos
Grundausstattung, Grundbedarf, Grundbedeutung, Grundbegriff, Grundeinkommen, Grundfläche, Grundform, Grundgedanke, Grundgesetz, Grundidee, Grundkenntnis, Grundkonzept, Grundkurs, Grundlage
Grundlast - Grundlast bezeichnet die Belastung eines Stromnetzes, die während eines Tages nicht unterschritten wird.
Grundlinie - in der Typografie die Schriftlinie
Grundlinie - im Sport eine spezielle Spielfeldmarkierung, v.a. beim Aufschlagspiel
Grundlinie - in der Geometrie die Grundseite eines Vielecks
Grundlohn, Grundmauer, Grundmotiv, Grundmuster, Grundnahrungsmittel, Grundrechenart, Grundrecht, Grundregel, Grundriss, Grundsatz, Grundschule
Grundstock - auch als Vermögensstock, Stammvermögen oder Vermögensstamm bezeichnet - allgemein das zu einem bestimmten Zeitpunkt eingebrachte, auch übernommene wirtschaftliche Vermögen - ODER: Stammkapital, das bei einer GmbH von den Gesellschaftern zu erbringende Kapitaleinlage - ODER: Grundkapital, Nominalkapital, das bei Gründung der Aktiengesellschaft eingebrachte Kapital
Grundstoff, Grundstudium, Grundstufe, Grundversorgung, Grundwissen,
Grundwort - Wort, das nur aus einem Morphem besteht; einfaches Wort, nicht zusammengesetztes Wort
Grundzahl - Basiszahl einer Potenz oder eines Logarithmus
Grundzustand
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gründen
gründen - eine Institution, eine Organisation einrichten
Wir wollen einen neuen Verein gründen.
Synonyme: anfangen, beginnen, einrichten, eröffnen
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gründen - für ein Bauwerk das Fundament herstellen
Die Pfeiler für die Brücke müssen gut gegründet werden.
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gründen - von bestimmten Voraussetzungen, Bedingungen ausgehen
Wir gründen unsere Zuversicht auf die guten Voraussetzungen, die wir uns geschaffen haben.
Martin Luther gründete seine sprachliche Leistung auf das Meißnische, die Verkehrssprache seiner Heimat, deren Wortschatz und lautliche Eigentümlichkeiten er gebrauchte und weitgehend bewahrte.
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begründen, ergründen
Gründer
Gründung
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zugrunde liegen - die Grundlage für etwas sein
Den Modellrechnungen liegt eine einfache Erkenntnis zugrunde.
Synonym: basieren, beruhen

A14

Existenz
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Existenz - das Vorhandensein eines Gegenstandes oder eines Zustandes in der Realität.
Oft billigen wir Dingen nur eine Existenz zu, wenn sie denn sichtbar sind und einen Namen tragen.
Die Existenz von Pflanzen erfordert ein Mindestmaß an Kohlendioxid in der Planetenatmosphäre.
Zwangsläufig: Die bloße Existenz eines Grundgesetzes ist keine Garantie für dessen Erfüllung, wenn die politisch bedeutenden Kräfte nicht einig sind.
Synonyme: Dasein, Sein, Vorhandensein
eigene Existenz
menschliche Existenz
die bloße Existenz
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Existenz - die Notwendigkeiten für eine Lebensgrundlage
Seine Existenz stand auf dem Spiel.
Synonyme: Alimente, Ernährung, Lebenshaltung, Unterhalt, Versorgung
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gescheiterte Existenz
Existenzangst
Existenzbedrohung - existenzbedrohend
Existenzberechtigung
Existenzfrage
Existenzgründer (→ Existenzgründerin)
Existenzgrundlage
Existenzgründung
Existenzialismus - Existenzialist - Existenzphilosophie
Existenzsicherung
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existenziell
existenziell - für die Existenz, für das Leben wichtig
existenziell - das menschliche Dasein hinsichtlich seines Wesens betreffend
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existieren
existieren - da sein, vorhanden sein, ein Teil der Realität sein
Darüber existiert ein Gesetz.
Synonym: sein
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existieren - auskommen, leben
Um existieren zu können, müssen sie essen.
Synonym: leben

A15

Sein
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Sein - Philosophie, Ontologie: das Tatsächlich-vorhanden-Sein, Dasein, teilweise auch: Existenz
Substantivierung des Verbs "sein"
Synonyme: Existenz, Dasein
Gegenwort: Nichtsein
Eine zentrale Aussage des Parmenides, der – um ihn von Heraklit abzugrenzen – als der Philosoph des Seins gilt, lautet: Das Sein ist.
Wortbildung: das Seiende
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Dasein
Dasein - das Leben eines Menschen
Substantivierung der Wortverbindung da sein durch Konversion
Beispiel:
Sie freuten sich ihres Daseins.
Es sieht also ganz so aus, als ob das Schimpfen essenziell zum menschlichen Dasein dazugehören würde.
Schon in der Hafenkneipe hatte er erkannt, daß ihm John auf der weiten Fahrt in die Arktis das einsame Dasein unter den Grobianen und den ausgemachten Strolchen seiner Besatzung als guter Kamerad erträglich machen konnte.“
Die Bohémiens gehen jetzt ins Romanische Café, in dessen kuppelförmiger Halle die unter Kettenhändlern von der Rennbahn und Börsenspekulanten ein ziemlich geduldetes Dasein fristen.
Unterbegriffe: Beamtendasein, Erdendasein, Gelehrtendasein, Hungerdasein, Nischendasein, Obdachlosendasein, Schattendasein, Singledasein
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das menschliche Dasein
sein Dasein fristen
Daseinsangst, Daseinsbedingung, Daseinsberechtigung, Daseinsbewältigung, Daseinsform, Daseinsfreude, Daseinskampf, Daseinsrecht, Daseinszweck

A16

Nichts
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Nichts - Ort, an dem nichts existiert, Raum, der leer ist
Es verschwand im Nichts.
Alle Vorwürfe lösten sich in einem Nichts auf.
Das Auto auf der Gegenfahrbahn tauchte wie aus dem Nichts auf.
Synonyme: Leere, Nirvana
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Nichts - abstrakt, philosophisch: Gegenteil von Sein
Entweder wir sind da, oder wir sind ein Nichts.
Das Nichts ist für den Menschen schwer zu ertragen.
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Nichts - abwertend, von einer Person: jemand ohne Rang und Ansehen
Hier sind Sie ein Nichts, Herr Baron!
Sprich nicht mehr von ihr! Sie ist ein Nichts, ohne jegliche Relevanz
Synonyme: Niemand, Null, Paria, Underdog, der letzte Mensch
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sich in einem Nichts auflösen
wie aus dem Nichts auftauchen
Mein Haus ist abgebrannt, ich stehe vor dem Nichts.
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„Das Nichts“ bezieht sich auf das Gegenteil des Seins, die Negation und Abwesenheit des Seins, das Nichtsein, eine absolute Leere oder allgemeine Unbestimmtheit.
Die verschiedenen Bedeutungsaspekte von Nichts wurden in der Philosophie nicht immer klar unterschieden. Daher ist der Frage, ob sich „Nichts“ denken lässt oder nicht – und wenn ja, wie – in der Philosophiegeschichte auf sehr unterschiedliche Arten nachgegangen worden
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das Etwas
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Etwas - etwas nicht näher Bestimmtes
Nach meiner Erfahrung allerdings ist ein Auto in den Augen vieler Frauen vor allem das fahrbare, regenabweisende Etwas, das um eine Sitzheizung herum gebaut wurde ...
ein gewisses Etwas
Er ist nicht schön, aber er hat ein gewisses Etwas.
Etwas - Philosophische Betrachtungsweise von Dingen, die sind. Siehe "Seiendes"

A17

Seiendes
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Der Begriff Sein (griechisch einai, lateinisch esse - Infinitiv), Dasein, Gegebensein, In-der-Welt-sein, bezeichnet den Grundbegriff der Philosophie und Metaphysik. Das Zeitwort sein, zu dem Sein den substantivierten Infinitiv bildet, ist die allgemeinste Aussage, die alles, in gewisser Weise selbst noch den Gegensatz ("nicht sein") einschließt. Dagegen der Begriff des Seienden (griechisch to on, mittellateinisch ens - Partizip) einzelne Gegenstände oder Tatsachen. Seiendes kann auch die Gesamtheit des Existierenden, also „die ganze Welt“, bezeichnen, solange dies räumlich und zeitlich bestimmbar ist. Sein ist hingegen das unveränderliche, zeitlose, umfassende Wesen (griechisch ousia, lateinisch essentia) sowohl einzelner Gegenstände als auch der Welt als Ganzes.

A18

Gedanke
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Gedanke - etwas was gedacht wurde und durch den Vorgang des Denkens zustande gekommen ist; Überlegung
Synonym: Überlegung
„Es bleibet dabei, die Gedanken sind frei!“ - Volkslied
Gedanken lesen
sich Gedanken machen
ein abenteuerlicher Gedanke
ein erster Gedanke
ein klarer Gedanke
ein zutreffender Gedanke
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Gedanke - im engeren Sinne: eine Idee, Erkenntnis
Synonyme: Eingebung, Geistesblitz, Einfall, Idee
„Mir ist da gerade so ein Gedanke gekommen...“
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Gedankenexperiment
Gedankenfreiheit
Gedankenflucht
Gedankengang
gedankenlos - gedankenvoll
Gedankenlosigkeit
gedankenlesen - Gedankenleser
Gedankenspiel
Gedankenreichtum
Gedankensprung
Gedankenstrich
gedanklich
Gedankenwelt
Gedankenübertragung
gedankenverloren
Gedankenblitz
Gedankenarmut
Gedankenaustausch
Gedankenblockade
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ideell - nur in Gedanken existierend; nur gedanklich
Synonyme: nur gedacht, immateriell
In dieser Situation bieten fundamentalistische Bewegungen nicht nur materiell ein Netz sozialer Sicherheit, sondern auch ideell Vorstellungen einer alternativen sozialen Ordnung an.
ideelle Werte
ideelle Gesichtspunkte
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Idee
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Idee - meist plötzlich auftretender Gedanke, der Erfolg verspricht
Synonyme: Einfall, Gedanke, Geistesblitz
Ich hatte eine sehr gute Idee, die die Arbeit an unserem Projekt erleichterte.
Mein Bruder hat die fixe Idee, einmal um die Welt zu segeln.
Ideen verändern die Welt.
Gute Ideen hat man nicht zweimal.
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Idee - sehr kleine Menge von etwas; kaum messbar aber real
Synonyme: Hauch, Kleinigkeit, Spur
Da wurde eine Idee zu viel Muskat verwendet!
Bei Deiner Kaufentscheidung warst Du eine Idee zu spät!

A19

  1. eine absurde Idee
  2. eine ausgefallene Idee
  3. eine bahnbrechende Idee
  4. eine blöde Idee
  5. eine dämliche Idee
  6. eine dumme Idee
  7. eine einleuchtende Idee
  8. eine exellente Idee
  9. figurativ: eine fixe Idee
  10. eine gemeinsame Idee
  11. eine geniale Idee
  12. eine glänzende Idee
  13. eine gute Idee
  14. eine interessante Idee
  15. eine hervorragende Idee
  16. eine neue Idee
  17. eine pfiffige Idee
  18. eine raffinierte Idee
  19. eine schlechte Idee
  20. eine spannende Idee
  21. eine verrückte Idee
  22. eine wunderbare Idee
  23. die zentrale Idee
  24. eine zündende Idee
  25. einer Idee anhängen
  26. eine Idee aufgreifen
  27. eine Idee bekämpfen
  28. eine Idee haben
  29. eine Idee übernehmen
  30. eine Idee unterdrücken
  31. eine Idee verbreiten
  32. eine Idee verteidigen
  33. eine Idee vertreten
  34. eine Idee verwerfen
  35. eine Idee vorantreiben
  36. eine Idee vortragen
  37. ideell
  38. ideenarm
  39. ideenlos
  40. ideenreich
  41. Ideenarmut
  42. Ideenassoziation
  43. Ideenaustausch
  44. Ideenflut
  45. Ideenflug
  46. Ideengeber - Ideenlieferant
  47. Ideenlehre
  48. Ideenreichtum
  49. Ideenwettbewerb
  50. in Zusammensetzungen oft in der Bedeutung ‚Gedanke‘, ‚Leitgedanke‘, ‚Erkenntnis‘
  51. Ideenfülle
  52. Ideengebäude
  53. Ideengehalt
  54. Ideengeschichte
  55. Ideenverbindung
  56. Ideenwelt
  57. Leitidee

A20

ideal
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ideal - passend, genau richtig, sehr geeignet oder mustergültig seiend
Synonyme: pefekt
Das ist das ideale Geschenk.
Im offenen Meer vermischen sich chemische Stoffe gut, doch für das Überleben komplexer Moleküle ist es nicht ideal.
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ideal - ohne Steigerung: sich auf ein Ideal beziehend, in der Art und Weise eines Ideals
So eine Gesellschaft wäre die ideale Gesellschaft.
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ideal - ohne Steigerung: nur in der Vorstellung vorhanden
Synonym: ideell
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Ideal
Idealbild
idealerweise
Idealfall
Idealgewicht
idealisieren - Idealisierung
Idealismus - Idealist - idealistisch
Ideallinie
Ideallösung
Idealstaat
Idealvorstellung
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Ideal - ein als höchsten Wert erkanntes Ziel, eine angestrebte Idee der Vollkommenheit
Synonyme: Leitbild, Modell, Vorbild
Die Kritiker werfen den Gründern von Google vor, sie hätten ihre Ideale verkauft.

A21 - A30[editar]

A21

fassen
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fassen - etwas greifen und festhalten
Synonym: greifen
Er fasste sie um die Taille.
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fassen - gefangen nehmen
Synonym: ergreifen, umgangssprachlich: schnappen
Der Täter wurde noch nicht gefasst.
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fassen - mit einer Fassung versehen
Der Stein ist aufwändig in Gold gefasst.
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fassen - reflexiv: die Fassung wiedergewinnen
Fassen Sie sich, gnädige Frau!
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fassen - aufnehmen können; reinpassen
Das Fass fasst fünfhundert Liter.
Fassungsvermögen
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fassen - etwas überkommt einen, etwas ergreift jemanden
Als er die aufgebrochene Tür sah, fasste ihn die Angst.
Als er die aufgebrochene Tür sah, erfasste ihn die Angst.
Als er die aufgebrochene Tür sah, überkam ihn die Angst.
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fassen - Militär: zugeteiltes Essen entgegennehmen
Zur Mittagszeit rief der Kommandant: „Essen fassen!“
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Fasse dich kurz!
nicht zu fassen sein
das ist nicht zu fassen!
fassungslos - Fassungslosigkeit
sich kurz fassen
Fasse dich kurz!
etwas ins Auge fassen
jemanden ins Auge fassen
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abfassen - einen Bericht abfassen
anfassen
auffassen = begreifen, verstehen - (Die Sache war so kompliziert, dass er sie gar nicht richtig auffassen konnte.)
sich befassen mit - Ich werde mich morgen mit diesem Problem befassen.
durchfassen, einfassen, Fass?, fassbar (→unfassbar), fasslich, Fassung, Gefäß, gefasst
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nachfassen - Nachfassen bezeichnet im Vertrieb die Tätigkeit, einen potenziellen Kunden erneut anzusprechen, um einen begonnenen Verkaufsprozess weiterzuführen. In der Regel sind bei hochwertigen oder erklärungsbedürftigen Produkten mehrere Kontakte zum Kunden nötig, bis dieser einem Vertragsabschluss zustimmt.
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umfassen - mit beiden Armen
umfassen - der Bericht umfasst 5.000 Seiten.
verfassen - einen Bericht verfassen - Verfasser
Konstitution - Verfassung - Grundgesetz - Verfassungsgericht - Bundesverfassungsgericht (BVerfG)
vorgefasst - Er hatte bereits eine vorgefasste Meinung und war nicht mehr davon abzubringen.
zusammenfassen - Zusammenfassung - zusammenfassend

A22

Fassung
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Fassung - Befestigung, Halterung für etwas
Die Glühbirne passt nicht in diese Fassung.
Fassung - der aktuell gültige Text eines Gesetzes
Das Urheberrechtsgesetz in der Fassung vom November 2002 wqurde überarbeitet.
Fassung - Selbstbeherrschung
Er verlor die Fassung.
Fassung - Befestigung eines Schmucksteins oder einer Perle
Dieser Stein gerät leicht aus der Fassung.
Fassung - Variante eines Kunstwerkes/Textes
Eine frühere Fassung des Stücks hatte einen anderen Schluss.
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Fassung - in der Elektrotechnik die Halterung eines austauschbaren Teils
Lampenfassung - E27; E14 (Gewinde)
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Fassung = Halterung - umgangssprachlich allgemein Gegenstände, mit denen zwei Dinge zusammengehalten werden.
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Fassung - Literatur - Ein Stück Text wird erst durch den Editor zu einer Fassung. Eine Edition verändert ein Werk und im Laufe der Zeit bilden sich ästhetisch-qualitative Unterschiede zwischen Fassungen heraus. Die verschiedenen Fassungen eines WErkes unterscheiden sich mindestens eine Variante eines Elements
Textfassung - verschiedene Ausführungen eines Werkes, die sich durch Textidentität aufeinander beziehen und aufgrund von Textvarianz voneinander unterscheidbar sind.
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Fassung - Edelsteinfassung - Eine Edelsteinfassung ist die vom Edelsteinfasser vorgenommene handwerksmäßige Materialbearbeitung zur Herstellung einer festen Verbindung zwischen dem tragenden Metall (Ring, Kette, Öse, Nadel, Schnalle, Brosche) und dem Edelstein zu einem Schmuckstück. - Bei der Kesselfassung ist der Stein von der Unterseite her nicht sichtbar. Die Fassung gleicht einem Kessel. - Fassen ist das Befestigen des Edelsteins in einem Schmuckstück, wie zum Beispiel einen Brillanten in einem Ring fassen. - Das Fassen von Edelsteinen erfolgt durch einen Edelsteinfasser, häufig werden einfachere Fassarbeiten auch von Goldschmieden ausgeführt.
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umfassen - etwas umgreifen, umfangen, umgeben
Zahlreiche Gärten umfassen das Schloss.
Aus Dankbarkeit umfasste er seine Hand.
umfassend

A23

Hirn
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Hirn - Gastronomie: Gehirn von Schlachttieren als Lebensmittel
Gebratenes Hirn erinnert geschmacklich an Leber, roh schmeckt es nussartig und hat einen metallischen Nachgeschmack.
Kalbshirn
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Hirn - Anatomie, kurz für: Gehirn
Synonym: Gehirn, Denkorgan
Japanischen Forschern ist es nun gelungen, in das Hirn von an Parkinson erkrankten Affen Dopamin-Nervenzellen zu transplantieren, die aus embryonalen Stammzellen hervorgegangen sind.
Hirnblutung
Hirngespinst
Hirntod
Hirnschaden
Endhirn
Großhirn
Hinterhirn
Kleinhirn
Mittelhirn
Stammhirn
Zwischenhirn
Hirnhaut
Hirnlappen
Hirnrinde
Hirnwindung
Hirnschale
Hirnforschung
Hirnstamm
Hirnschmalz
Spatzenhirn
hirnlos
hirnrissig
hirnverbrannt
Schädel-Hirn-Trauma
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Gehirn
(Gehirn - Kollektivbildung zu Hirn)
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Gehirn - Anatomie: der im Kopf gelegenen Teil des Zentralnervensystems der Wirbeltiere
Gehirnlappen - Hirnlappen
Gehirnnerv - Hirnnerv
Das Gehirn selbst ist schmerzunempfindlich.
Übermäßiger Drogenkonsum zerstört die Zellen im Gehirn.
Mancherorts steht das Gehirn des Kalbes auf der Speisekarte, in Butter geschwenkt und mit einem leichten Blattsalat als Beilage.
Gehirnblutung - Hirnblutung
Gehirnchirurgie
Gehirndurchblutung
Gehirnerschütterung
Gehirnerweichung
Gehirnfunktion
Gehirnquetschung
Gehirnschale - hirnschale
Gehirnschlag - Hirnmschlag
Gehirntätigkeit
Gehirntod - Hirntod
Gehirntumor - Hirntumor
Gehirnverletzung - Hirnverletzung
Gehirnwäsche
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Gehirn - umgangssprachlich: Verstand, Denkvermögen
Sie zermarterte sich das Gehirn, konnte aber partout nicht auf Rolfs Nachnamen kommen.
Haben sie dir das Gehirn amputiert? Du kannst doch keine Plastiktüten in den offenen Kamin schmeißen!
das Gehirn aktivieren
das Gehirneinschalten
sich das Gehirnzermartern
Gehirnakrobatik
gehirnamputiert
gehirnblond
Gehirnkasten
Gehirnschmalz - Hirnschmalz
Gehirnschwund
Gehirntätigkeit - Hirntätigkeit

A24

wahrnehmen
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wahrnehmen - transitiv: mit den Sinnen erfassen
Er war so in das Buch vertieft, dass er seine Umgebung nicht wahrnahm.
Synonyme: merken, spüren, erkennen
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wahrnehmen - transitiv, zu einem abgemachten Zeitpunkt erscheinen
Ich konnte den Termin nicht wahrnehmen, weil ich krank war.
einen Termin wahrnehmen
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Wahrnehmung
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Wahrnehmung - Psychologie: Aufnahme und Verarbeitung physikalischer und psychischer Reize durch Sinneszellen oder -organe ; Sinneserfahrung
Eine verzerrte Wahrnehmung führt zwangsläufig zu ungeeignetem Handeln.
Ihre Wahrnehmung war durch den Alkoholkonsum getrübt.
Synonym: Perzeption
Farbwahrnehmung
Geruchswahrnehmung
Raumwahrnehmung
Selbstwahrnehmung
Sinneswahrnehmung
Sprachwahrnehmung
Trugwahrnehmung - trügerisch
auditive Wahrnehmung
außersinnliche Wahrnehmung
bewusste Wahrnehmung
eine deutliche Wahrnehmung von ...
eine eindeutige Wahrnehmung von ...
eine falsche Wahrnehmung haben
die gesellschaftliche Wahrnehmung
die öffentliche Wahrnehmung
die räumliche Wahrnehmung
die sinnliche Wahrnehmung
eine verzerrte Wahrnehmung
die visuelle Wahrnehmung
Wahrnehmungswelt
Wahrnehmungstäuschung
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Wahrnehmung - Vertretung, Ausübung, Realisierung; das sich Kümmern um eine Sache
Ich habe einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung meiner Interessen beauftragt.
Er hat viel Zeit auf die Wahrnehmung seines Aufsichtsratsmandates verwendet.
Von der Wahrnehmung dieses Termins muss ich Ihnen dringend abraten.

A25

verstehen
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verstehen - deutlich akustisch wahrnehmen
Es war so laut, man konnte sein eigenes Wort kaum verstehen.
Dreh mir doch nicht den Rücken zu, wenn du mit mir redest, sonst verstehe ich dich nicht.
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verstehen - den Sinngehalt, die Bedeutung von etwas, die Absicht einer Person verstandesmäßig erfassen
Hast du die Gebrauchsanweisung gelesen? Die hat man offenbar aus dem Japanischen „übersetzt“. Diesen Kauderwelsch versteht doch kein Mensch!
Manches von dem, was ich höre, verstehe ich nicht. Manches von dem, was ich verstehe, begreife ich nicht.
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verstehen - transitiv: in bestimmter Weise deutend interpretieren
Ich rede zu ihnen in Gleichnissen. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht; und sie verstehen es nicht
Synonyme: auffassen, erkennen, erschließen, meinen
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verstehen - reflexiv: eine bestimmte Vorstellung beziehungsweise einen bestimmten Eindruck von sich selbst vermitteln; sich in bestimmter Weise darum bemühen, als jemand Bestimmtes angesehen zu werden
Er versteht sich als Künstler.
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verstehen - (kaufmännisch)
Beispiel: Die Preise verstehen sich inklusive Frühstück und Minibar.
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verstehen - sich in jemanden einfühlen, in jemandes Situation hineindenken können; diese Fähigkeit jemandem gegenüber zu erkennen geben
Keiner versteht mich!
Sie sind die Einzigen, die mich verstehen.
Er fühlt sich von ihr nicht verstanden.
Synonyme: nachempfinden, nachvollziehen
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verstehen - ransitiv: (die Verhaltensweise, Haltung, Reaktion, das Gefühl von jemandes Standpunkt aus gesehen als) natürlich, konsequent, richtig, normal einschätzen, beurteilen, empfinden
Verstehen Sie Spaß?
Durchaus kann ich Ihre Erregung verstehen.
Ihnen werden keine Sonderrechte eingeräumt, das müssen sie schon verstehen.
Synonyme: einsehen
keinen Humor verstehen
keinen Spaß verstehen
jemandes Ärger (gut, nur schwer) verstehen
jemandes Reaktion verstehen
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verstehen - reflexiv: ohne Streitigkeiten mit jemandem auskommen, eine gute persönliche Beziehung zu jemandem haben
Sie verstand sich schon von frühester Jugend an sehr gut mit ihrer Mutter, mit ihrem Vater aber immer sehr schlecht, mit ihm hatte sie meistens Streit.
Synonyme: sich (einander) anpassen, gernhaben, harmonisieren, mögen
sich glänzend verstehen
sich mit jemandem verstehen
sich prächtig verstehen
sich nicht besonders verstehen
sich überhaupt nicht verstehen

A26

verstehen - transitiv: sich etwas (geistig) zu eigen gemacht haben; die Fähigkeit zur Ausübung von etwas haben, die Begabung für etwas besitzen
Sie versteht zu manipulieren. (Dazu hat sie Talent.)
Sie verstehen es, andere arbeiten zu lassen.
es (ausgezeichnet / geschickt / gründlich / meisterhaft verstehen
umgangssprachlich: etwas aus dem Effeff) verstehen
sein Fach verstehen
sein Geschäft verstehen
sein Handwerk verstehen
seine Sache verstehen
seinen Beruf verstehen
eine Fremdsprache verstehen
einen Dialekt verstehen
nur ein paar Brocken verstehen
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verstehen - transitiv: ein besonderes (Fach-, Sach- oder Erfahrungs-)Wissen (von etwas) aufweisen; (mit etwas) vertraut sein, umzugehen wissen; (auf einem bestimmten Gebiet) genau Bescheid wissen (und diesbezüglich urteilsfähig sein)
Er versteht etwas vom Fotografieren.
Was versteht Sie von Männern?
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Verständnis
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Verständnis - Verstehen, das inhaltliche Begreifen eines Sachverhalts
Es benötigt Verständnis, um die Lösung dieses Problems nachvollziehen zu können.
Leseverständnis
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Verständnis - Empathie, die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und mitzufühlen
Sie brachten viel Verständnis dafür auf, dass die Entscheidung länger dauerte.
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Verständnis - Art und Weise, wie man eine Situation, ein Problem beurteilt
Ihr Verständnis des Sachverhaltes wich deutlich voneinander ab.
Synonyme: Auffassung, Meinung, Standpunkt
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Amtsverständnis (so wie er sein Amt versteht)
Demokratieverständnis
Islamverständnis
Kunstverständnis
Politikverständnis
Rollenverständnis
Sachverständnis - Sachverstand
Selbstverständnis
Sprachverständnis
Unverständnis
Vorverständnis
Weltverständnis
verständnislos - verständnisvoll
Verständnislosigkeit
Verständnishilfe
Verständnisschwierigkeit

A27

Die fünf Sinne: Tasten, Hören, Sehen, Riechen, Schmecken
Sinne - Hören, Riechen, Schmecken, Sehen, Tasten
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Als Sinn wird die physiologische Wahrnehmung der Umwelt mit Sinnesorganen bezeichnet.
Klassischerweise unterscheidet man im allgemeinen Sprachgebrauch fünf Sinne, die bereits von Aristoteles beschrieben wurden.
  • Sehen, die visuelle Wahrnehmung mit den Augen („Gesicht“)
  • Hören, die auditive Wahrnehmung mit den Ohren (Gehör)
  • Riechen, die olfaktorische Wahrnehmung mit der Nase (Geruch)
  • Schmecken, die gustatorische Wahrnehmung mit der Zunge (Geschmack)
  • Tasten, die taktile Wahrnehmung mit der Haut (Gefühl)
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Der Ausdruck „6. Sinn“ wird häufig verwendet, wenn jemand etwas bemerkt, ohne es (bewusst) mit den bekannten Sinnesorganen wahrzunehmen, manchmal im Sinne von „außersinnlicher Wahrnehmung“ (Psi-Fähigkeiten, Telepathie, Hellsehen, Präkognition).
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Gehörsinn
Gleichgewichtssinn
Geruchssinn
Geschmackssinn
Orientierungssinn
Sehsinn
Spürsinn
Tastsinn
Temperatursinn
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aus den Augen, aus dem Sinn

A28

ebenfalls
Synonyme: auch, ebenso, gleichfalls
Sinnverwandt: gleichermaßen, dito
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Ich werde ebenfalls nach Hause gehen.
Auf gestickte Monogramme sollte man ebenfalls verzichten, denn künftige Lebensabschnittsgefährten schlafen nicht gerne in Bettbezügen mit den Initialen ihrer Vorgänger.
Er stellte sich dann ebenfalls neben das Pult, schlug die Hacken zusammen und verbeugte sich leicht.
Ähnliches deutet sich für das Obereichsfeld an, das nach dem Willen der Erfurter Landesregierung ebenfalls mit den Nachbarkreisen fusionieren soll.
Im geistlichen Kurfürstentum Köln hatten inzwischen ebenfalls die Hexenprozesse sich zu häufen begonnen.
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gleichermaßen - in derselben Weise; auf die gleiche Weise
Übergewicht und Rauchen erhöhen bei Jugendlichen gleichermaßen die Gefahr für einen frühzeitigen Tod.
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genauso - Wir sind wegen des Unwetters genauso schockiert wie ihr.
mindestens genauso
genauso gern
genauso gut
genauso oft
genauso wenig
genauso wichtig
genauso viele
genauso schnell
genauso lange
genauso wie
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ebenso - Wir sind wegen des Unwetters ebenso schockiert wie ihr.
mindestens ebenso
ebenso gern
ebenso gut
ebenso oft
ebenso sehr
ebenso wenig
ebenso wichtig
ebenso wie
ebenso viele
ebenso schnell
ebenso lange
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auch
Er machte es auch so wie die Anderen.
außerdem, des Weiteren, desgleichen, ebenfalls, ferner, fernerhin, gleichfalls, gleichsam, weiters, zudem
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bezeichnend - ein Verhalten, eine Reaktion zeigend, wie erwartet, vorhersehbar war
Es ist ja bezeichnend für den unkultivierten Vielfraß Jürgen, dass er sich seinen Teller am Buffet so vollhäuft.
Synonyme: charakteristisch, symptomatisch, typisch
bezeichnenderweise

A29

Die -Ismen sind nun Theorien, die jeweils einen (der o.g. problematischen) Aspekte in den Vordergrund stellen und die jeweils anderen Aspekte als ‘untergeordnete Folge dessen´ oder `Nebenaspekt´ hintenan stellen.
Realismus ist der Oberbegriff für verschiedenste Positionen. Ihnen allen ist die Bestimmung dessen, was man als real ansehen kann gemeinsam. Sehr unterscheiden tun sich die verschiedenen Positionen jedoch darin was als real angesehen wird. Grundlegend ist immer die Frage, was an Wahrgenommenem, Erkanntem, Gedachtem, real ist oder wie es treffend erkannt werden kann durch den Menschen. (siehe hierzu auch: Die Vielzahl realistischer Positionen im Realismus)
Wird die Existenz einer denkunabhängigen Realität angenommen, spricht man von metaphysischem oder ontologischem Realismus. ( „Es gibt eine denkunabhängige Wirklichkeit“). Beispiele:
  • Wir sehen die Welt so, wie sie auch ist. Optische oder andere Sinnestäuschungen kann man erklären
  • Die Welt ist an sich real - unabhängig von menschlicher Erkenntnis. Ontologischer oder metaphysischer Realismus.
  • Es gibt die „Welt da draußen“, aber wir können sie nur teilweise richtig erkennen. uvm.
Der Materialismus steht auf dem Standpunkt, dass es im Grunde nur die dingliche Welt gibt.
Das mechanistische Weltbild der Antike oder zu Isaac Newtons Zeit und der Determinismus sind beispielhaft für den Glauben, das Universum ticke wie eine Uhr, bei der Alles, wie Zahnräder ineinandergreift. Alles Ideelle ist entweder, daraus folgend, (zwingend) erklärbar oder existiert nicht und ist falsch gedacht, wie eine falsche Lösung einer Rechenaufgabe.

A30

Der Naturalismus ist die Auffassung, dass die Welt als rein naturhaftes Geschehen zu begreifen ist. Diese Annahme, die oft auch durch den Spruch „Alles ist Natur“ pointiert wird, lässt für sich genommen offen, wie der Begriff der Natur zu umgrenzen ist. Versteht man unter „Natur“ allein die physische Natur, so ergibt sich aus dem Spruch „Alles ist Natur“ eine materialistische oder physikalistische Position. Derartige Theorien vertreten, dass auch der Geist oder das Bewusstsein Teil der physischen Natur sei oder, alternativ, gar nicht oder höchstens als Illusion existiere.
Der Konstruktivismus steht auf dem Standpunkt, dass Realität, wenn überhaupt, im Gehirn stattfindet, dass Wahrgenommenes erst noch zusammenzusetzen nicht umhin kann.
Der Idealismus (abgeleitet von griechisch ἰδέα „Idee“, „Urbild“) bezeichnet in der Philosophie unterschiedliche Strömungen und Einzelpositionen, die „hervorheben, daß die Wirklichkeit in radikaler Weise durch Erkenntnis und Denken bestimmt ist“. Mit anderen Worten: wir denken uns die Welt so zurecht, wie wir sie brauchen. Was sie tatsächlich sein mag, bleibt dahingestellt. In radikalen Spielarten gesehen, „existiert“ Welt in diesem Sinne letzlich überhaupt nicht, da auch „existieren“ ein menschliches Konstrukt, ein gedachter Begriff ist.
Dem Pragmatismus zufolge sind es die praktischen Konsequenzen und Wirkungen einer lebensweltlichen Handlung oder eines natürlichen Ereignisses, die die Bedeutung eines Gedankens bestimmen. Dabei ist das menschliche Wissen für die Pragmatisten grundsätzlich fehlbar. Mit anderen Worten besagt der Pragmatismus: Mir ist es egal, ob etwas `existiert´oder nicht, solange ich damit sinnvoll, brauchbar, zielführend und fruchtbar arbeiten kann. Solange man etwas nicht absehbar brauchbar erklären, definieren, benennen kann, ist es rein akademisch, hinfällig, ein sinnloses Konstrukt menschlicher Irrweg. Und somit Unbrauchbar.

A31 - A40[editar]

A31

Der Nihilismus (von lat. nihil, „nichts“) bezeichnet allgemein eine Orientierung, die auf der Verneinung jeglicher Seins-, Erkenntnis-, Wert- und Gesellschaftsordnung basiert. Der Nihilismus besagt somit: es `existieren´ nicht einmal die Begriffe „existieren oder nicht existieren“, weil es beides nicht gibt. Es existiert nicht einmal das Trugbild in dem wir zu leben fälschlicherweise glauben.
Der Holismus (gr. ὅλος holos „ganz“), auch Ganzheitslehre, ist die Vorstellung, dass natürliche (gesellschaftliche, wirtschaftliche, physikalische, chemische, biologische, geistige, linguistische usw.) Systeme und ihre Eigenschaften als Ganzes und nicht als Zusammensetzung ihrer Teile zu betrachten sind. Der Holismus vertritt die Auffassung, dass ein System als Ganzes funktioniert und dies nicht vollständig aus dem Zusammenwirken aller seiner Einzelteile verstanden werden kann. Die entgegengesetzte Position hierzu ist der Reduktionismus beziehungsweise Atomismus, der versucht das zusammengesetzte System als Ergebnis der Elemente und ihrer Eigenschaften zu beschreiben. Hauptargument des Holismus gegen den Reduktionismus ist oftmals eine nicht vollständige Erklärbarkeit des Ganzen aus den Eigenschaften seiner Teile.
Reduktionismus ist die philosophische Lehre, nach der ein System durch seine Einzelbestandteile (‚Elemente‘) vollständig bestimmt wird. Dazu gehört die vollständige Zurückführbarkeit von Theorien auf Beobachtungssätze, von Begriffen auf Dinge und von gesetzmäßigen Zusammenhängen auf kausal-deterministische Ereignisse.
Wenn man Holismus mit Reduktionismus vergleicht, dann kann man folgende ihrer Kernaussagen gegenüberstellen:
Holismus: „Systeme (jeglicher Art) sind als Ganzheit zu betrachten, mit emergenten Eigenschaften.
Reduktionismus: „Alles lässt sich aus dem Zusammenwirken seiner Einzelteile erklären.

A32

Alle diese Ismen sind - sofern es nicht Extrem-Positionen sind - nicht als absolut definiert anzusehen und können ineinanderspielen. Oft handelt es sich bei allen um „Meinungen“ und Ansichtssache ohne jeden konkret begründeten Halt, auf dem sie fußen würden. Diese Ismen sind meist alles verstaubte Denkrichtungen aus Zeiten, in denen es noch keine Simulationen oder Algoritmen gab und „komplex“ und „kompliziert“ noch dasselbe waren.
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Hervorzuheben ist auch die Evolutionäre Erkenntnistheorie (englisch: evolutionary epistemology) als ein erkenntnistheoretischer Ansatz, der maßgeblich durch Prinzipien und Folgerungen der Evolutionstheorie bestimmt ist. Die Evolutionäre Erkenntnistheorie ist der erstmalige Versuch, das Übel bei der Wurzel zu packen: (Um-)Welt, Wahrnehmung, Gehirn, Denken, Sprache, Begriffe (und Ismen) - also alles, was an dem komplexen Prozess: „Vorgefundene (vermeintliche) Realität wahrnehmen, erkennen (?), sich ein Bild davon machen“ beteiligt ist - ist evolutionär an den Bedingungen und Mechanismen der Evolution gewachsen. Diese Position liefert Aufschluß darüber, wie gut wir tatsächlich vorhandene Realität erkennen. Wäre unser Bild der Welt falsch, hätten wir nicht überlebt. Wäre es völlig richtig, gäbe es keine Sinnestäuschungen (bzw. selektive Wahrnehmung) und wohl auch keine Wirren um Ismen.
Nachteil dieser Position der Evolutionären Erkenntnistheorie ist, dass sie sich in Sachen „denkunabhängige Wirklichkeit“ bedeckt hält. Es muss sie wohl geben, da es uns gibt, aber was sie im Grunde sein mag, bleibt (zunächst) nachrangig. Sie wird daher wohl dem Pragmatismus zugerechnet. Man kann mit ihr immerhin die vielfältigsten Wahrnehmungen der Welt und deren Verarbeitung durch das Gehirn bis hin zu Begriffsbildung (mit der diese Welt dann benannt und beschrieben wird) erforschen. Wie diese 'tote' Welt beschaffen ist, aus der eine Erkenntnis, wie „Etwas existiert!“, in ein lebendiges Gehirn gelangt, kann sie (alleine? nur derzeit noch?) nicht rückschließen.

A33

Für einen Naturwissenschaftler eignen sich besonders zum Einstieg in die Philosophie deren Schnittstellen zur Naturwissenschaft, als da wären die philosophisch-logischen Grundlagen der Wissenschaft von „nicht sinnvoll anzweifelbaren, ersten Offensichtlichkeiten“, der Evidenz, über erste Aussagenlogiken, Aussagenkalküle, bis hin zu formalen Logiken, die andere Logikkalküle oder auch sich selbst zum Gegenstand haben können (z.B. zwecks Überprüfung ihrer Konsistenz). Ferner das Deuten wissenschaftlicher Ergebnisse. Insbesondere die Strittigkeiten um die Kopenhagener Deutung. Oder die Auseinandersetzung mit Grundlegenden Konzepten, wie Modelltheorie; Entitäten (Grundgrößen, Naturkonstanten; „Zahl; Menge“), Zeitbegriff, „Jetzt“-Begriff, Zeitpfeil, relative Unendlichkeiten, leerer Raum (Vakuumfluktuationen) vs. „Nichts“-Begriff; Wohldefiniertheit in der Logik; 'Ganzheit' (ganzes Universum; ganze Naturwissenschaft als System; ganzes System innerhalb der Naturwissenschaften); Emergenz; Systemtheorie.
Die Artikel Philosophie der Mathematik und Theoretische Philosophie bieten eine angenehm knappe Aufstellung der Hauptzweige der Pilosopie samt ihrer Grundfragen.
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  • Literaturempfehlung: Egon Friedell: Kulturgeschichte der Neuzeit. Die Krisis der Europäischen Seele von der Schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg. (1. Auflage 1927 bis 1931) Verlag: C.H.Beck; 3. Auflage; 2012; 1580 Seiten; In Romanform geschrieben. 5 große Kapitel: 1. Renaissance und Reformation, 2. Barock und Rokoko, 3. Aufklärung und Revolution, 4. Romantik und Liberalismus, 5. Imperialismus und Impressionismus.
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A34

Philosopie (Quelle: Wikipedia - Philosophie)
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In der Philosophie (griechisch φιλοσοφία philosophía, latinisiert philosophia, wörtlich „Liebe zur Weisheit“) wird versucht, die Welt und die menschliche Existenz zu deuten und zu verstehen.
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Von anderen Wissenschaften unterscheidet sie sich dadurch, dass sie sich nicht auf ein spezielles Gebiet oder eine bestimmte Methodologie begrenzt, sondern durch die Art ihrer Fragestellungen und ihre besondere Herangehensweise an ihre vielfältigen Gegenstandsbereiche charakterisiert ist.
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In diesem Artikel wird die westliche (auch: abendländische) Philosophie, die im 6. Jahrhundert v. Chr. im antiken Griechenland entstand, behandelt. Hier nicht behandelt werden die mit der abendländischen Philosophie in einem mannigfaltigen Zusammenhang stehenden Traditionen der jüdischen und der arabischen Philosophie sowie die ursprünglich von ihr unabhängigen Traditionen der afrikanischen und der östlichen Philosophie.
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In der antiken Philosophie entfaltete sich das systematische und wissenschaftlich orientierte Denken. Im Lauf der Jahrhunderte differenzierten sich die unterschiedlichen Methoden und Disziplinen der Welterschließung und der Wissenschaften direkt oder mittelbar aus der Philosophie, zum Teil auch in Abgrenzung zu irrationalen oder religiösen Weltbildern oder Mythen.
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Kerngebiete der Philosophie sind die Logik (als die Wissenschaft des folgerichtigen Denkens), die Ethik (als die Wissenschaft des rechten Handelns) und die Metaphysik (als die Wissenschaft der ersten Gründe des Seins und der Wirklichkeit). Weitere Grunddisziplinen sind die Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, die sich mit den Möglichkeiten des Erkenntnisgewinns im Allgemeinen bzw. speziell mit den Erkenntnisweisen der unterschiedlichen Einzelwissenschaften

A35

Einführung (Teil 1)
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Es gibt Probleme, die sich nicht mit Hilfe der „gewöhnlichen“ Wissenschaften bearbeiten lassen: die Fragen etwa nach dem, was „gut“ und „böse“ ist, was „Gerechtigkeit“ bedeutet, ob es einen Gott gibt, ob der Mensch eine unsterbliche Seele besitzt oder was der „Sinn des Lebens“ ist.
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Eine weitere Klasse von Fragen kann ebenfalls nicht Gegenstand der Wissenschaften sein:
So untersucht die Biologie zwar die Welt des Lebendigen, sie kann aber nicht bestimmen, was das „Wesen“ des Lebendigen ausmacht, ob und wann lebende Organismen getötet werden dürfen oder welche Rechte und Pflichten das menschliche Leben beinhaltet.
Mit Hilfe von Physik und Mathematik können zwar Naturgesetze ausgedrückt werden, aber die Frage, ob die Natur überhaupt gesetzmäßig aufgebaut ist, kann keine Naturwissenschaft beantworten.
Die Rechtswissenschaften untersuchen und legen fest, wann etwas im Einklang mit den Gesetzen geschieht; was aber wünschenswerte Inhalte des Gesetzbuches sein sollten, dies übersteigt ihren Rahmen.
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Allgemein erhebt sich nicht nur hinsichtlich jeder Einzelwissenschaft, sondern grundsätzlich die Frage, wie wir mit dem daraus gewonnenen Wissen umgehen sollen.
Zudem gibt es Probleme, die die Grenzen des Denkens berühren, wie etwa die Frage, ob die in diesem Moment individuell erlebte Wirklichkeit auch tatsächlich existiert.
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In allen solchen Fällen versagen die Erklärungsmodelle der Einzelwissenschaften. Bei diesen Problemen handelt es sich um philosophische Fragen.

A36

Einführung (Teil 2)
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So hegte etwa der griechische Philosoph Platon bereits vor mehr als zwei Jahrtausenden Zweifel an dem Bild, das der Mensch von sich selbst und von der Welt entwickelte. In seinem berühmten Höhlengleichnis reflektierte er unter anderem die begrenzte Wahrnehmungs- und Erkenntnisfähigkeit des gewöhnlichen Menschen. Dieser sitzt mit seinesgleichen nebeneinander aufgereiht in einer Höhle, alle in einer Weise gefesselt, dass sie nur starr geradeaus die Höhlenwand vor sich betrachten können. Licht gibt ein Feuer, das weit im Rücken der Menschen im entfernten Teil der Höhle brennt. Zwischen den Menschen und dem Feuer befindet sich – ebenfalls in ihrem Rücken – eine Mauer, hinter der verschiedene Gegenstände getragen und bewegt werden, die die Mauer überragen und den auf ihre Höhlenwand fixierten Menschen als mobile Schatten erscheinen. Stimmen und Geräusche von dem Treiben hinter der Mauer würden den fixierten Beobachtern demzufolge ebenfalls als Hervorbringungen der Schatten vor ihren Augen gelten müssen. Mit diesem Szenario kontrastiert Platon die uns geläufige „wirkliche“ Welt im Sonnenlicht außerhalb der Höhle und macht durch diesen Kunstgriff begreiflich, warum Philosophen die Wahrheit, d. h. die Nähe zur Wirklichkeit menschlicher Wahrnehmung in Frage stellen.
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Die Philosophie behandelt zumeist Sachverhalte, die im Alltag zunächst einmal völlig selbstverständlich erscheinen: „Du sollst nicht töten“, „Demokratie ist die beste aller Staatsformen“, „Wahrheit ist, was nachprüfbar stimmt“, „Die Welt ist, was sich im Universum vorfindet“ oder „Die Gedanken sind frei“. Für manche Philosophen ist erst der Augenblick, in dem solche Überzeugungen, in dem das bisher fraglos Hingenommene fragwürdig wird, der Geburtsmoment der Philosophie. Menschen, denen nichts fragwürdig erscheint, werden demnach nie Philosophie betreiben. Auch das kindliche Staunen wird oft als Beginn philosophischen Denkens angeführt:
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„Das Staunen ist die Einstellung eines Mannes, der die Weisheit wahrhaft liebt, ja es gibt keinen anderen Anfang der Philosophie als diesen.“ (Platon: Theaitetos 155 D)
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„Staunen veranlasste zuerst – wie noch heute – die Menschen zum Philosophieren.“ (Aristoteles: Metaphysik I 2, 982 b 12)
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Anders als Religionen, religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen stützt sich die Philosophie bei der Bearbeitung der oben genannten „philosophischen“ Fragen allein auf die Vernunft, d. h. auf rationale Argumentation, die keine weiteren Voraussetzungen (wie z. B. den Glauben an eine bestimmte zugrundeliegende Lehre) erfordert.

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Was ist Philosophie? (Teil 1)
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„Philosophie“ lässt sich nicht allgemeingültig definieren, weil jeder, der philosophiert, eine eigene Sicht der Dinge entwickelt. Daher gibt es annähernd so viele mögliche Antworten auf die oben gestellte Frage wie Philosophen. Carl Friedrich von Weizsäcker hat einmal formuliert: „Philosophie ist die Wissenschaft, über die man nicht reden kann, ohne sie selbst zu betreiben.“ Deswegen hat der Begriff neben seiner „harten“ auch viele weichere Konnotationen und kann dann Weltanschauung, Unternehmenskultur etc. bedeuten.
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Um so erstaunlicher ist die Präzision der materialistischen Fassung des Begriffes. Wonach die Philosophie die Wissenschaft von den allgemeinen Bewegungs- und Strukturgesetzen der Natur, der Gesellschaft und des Denkens (Erkennens) sowie der Stellung des Menschen in der Welt ist.
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Zu den philosophischen Arbeitsfeldern gehört zunächst die Untersuchung von Methoden, Prinzipien und der Gültigkeit jeglicher Erkenntnisgewinnung wie auch der Argumente und Theorien auf wissenschaftlicher Ebene. Philosophie kann in diesem Zusammenhang als Grundlagenwissenschaft verstanden werden. Denn philosophisches Nachdenken und In-Frage-Stellen hat die Einzelwissenschaften stets befruchtet und in ihrer Entwicklung gefördert. Die Philosophie stellt Fragen von einer Art, die Spezialwissenschaften (bisher) nicht beantworten können, die durch Versuche, Berechnungen oder andere Forschungen mit den bisherigen Instrumenten nicht zu beantworten sind. Derartige Problemstellungen können aber das Forschen in eine neue Richtung lenken. So werden mitunter neuartige Forschungsfragen in den einzelnen Wissenschaften auf den Weg gebracht; Philosophie leistet folglich über das ureigene Feld hinaus einen Beitrag zur Hypothesenbildung.
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Weitergehende philosophische Bemühungen erstrecken sich auf eine systematische Ordnung menschlichen Wissens zwecks Herstellung eines in sich schlüssigen Weltbilds unter Einbeziehung menschlicher Werte, Rechte und Pflichten.

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Sinn und Arten des Philosophierens (Teil 1)
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Viele Menschen betreiben Philosophie um ihrer selbst willen: um sich selbst und die Welt, in der sie leben, besser zu verstehen; um ihr Handeln, ihr Weltbild auf eine gut begründete Basis zu stellen. Wer ernsthaft philosophiert, stellt kritische Fragen an die ihn umgebende Welt und lässt sich im Idealfall nicht so leicht täuschen oder manipulieren. Das kritische Potenzial der Philosophie liegt im Hinterfragen der gesellschaftlichen Verhältnisse ebenso wie in einer Relativierung der Ansprüche von Wissenschaften und Religionen. Hierbei beschränkt sich die Philosophie nicht auf die kritische Analyse, sondern sie liefert auch konstruktive Beiträge, beispielsweise durch die rationale Rekonstruktion und Präzisierung vorhandener Wissenssysteme oder die Formulierung von Ethiken. Ein selbstbestimmtes und vernunftbasiertes Leben auf der Grundlage eigenen Nachdenkens (sapere aude!) ist das Ziel vieler Philosophierender.
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Bei dem auf individuellen Nutzen gerichteten Philosophieren sind vor allem zwei Arten oder Ausrichtungen zu unterscheiden:
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Das Streben nach Weltweisheit soll dem Verstand Orientierung und Sicherheit in allen lebenspraktischen Bezügen verschaffen und die Fähigkeit zu sinnvoller gedanklicher Einordnung alles Begegnenden begünstigen. Es soll gleichsam die Unerschütterlichkeit des eigenen Verstandes durch das Geschehen in der Welt bewirken, sodass der Intellekt jede Lebenssituation souverän zu verarbeiten vermag. Wem von seinen Mitmenschen Weisheit zuerkannt wird, der vermittelt durch seine Reaktionen und Äußerungen den Eindruck, dass er über solche Souveränität verfügt.
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Demgegenüber legt die Philosophie als Lebensweise den Akzent auf die Umsetzung der Ergebnisse philosophischer Reflexion in die eigene Lebenspraxis. Auf die richtige Weise zu leben und den Lebensalltag zu gestalten, setzt hiernach ein in vertiefter Form eingeübtes und daraus sich entwickelndes richtiges Denken voraus. Und umgekehrt ist es zur Beglaubigung des philosophischen Denkens nötig, dass es sich in der Lebensweise erkennbar spiegelt.

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Sinn und Arten des Philosophierens (Teil 2)
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Sehr ausgeprägte Anwendungsformen einer philosophisch bestimmten Lebensweise hat es insbesondere in der Antike gegeben, vor allem in den Reihen der Stoiker, der Epikureer und der Kyniker. Für das Ideal der Übereinstimmung von Denken und Tun hat der Kyniker Diogenes von Sinope durch seine von radikaler Enthaltsamkeit gekennzeichnete Lebensweise Anhängern wie Gegnern dieser Art philosophischer Ausrichtung ein oft zitiertes Beispiel gegeben. Die Einheit von Theorie und Praxis wird jedoch auch in der östlichen Philosophie betont.
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Diogenes, der seinem philosophischen Denken Ausdruck verlieh, indem er dem weltlichen Treiben entsagte, zeugt auch davon, dass zum Philosophieren Ruhe und Muße gehören. (Noch unser Wort „Schule“ geht auf das griechische Wort in der alten Bedeutung für Muße [σχολή, scholḗ] zurück.)
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Ein großer Gewinn des Philosophierens besteht in der Schulung des Denkens und des Argumentierens, denn sowohl in methodischer Hinsicht als auch beim sprachlichen Ausdruck werden im fachlichen Diskurs strenge Anforderungen an die Philosophierenden gestellt. Das akademische Philosophieren unterscheidet sich vom alltäglichen Philosophieren nicht prinzipiell durch die Fragen, sondern eher durch den Rahmen – in der Regel die Universität – und durch bestimmte Formen der Aus- und Abgrenzung philosophischer Tätigkeit. Es gelten verschiedene Übereinkünfte über die Formen des Argumentierens und der wissenschaftlichen Publikation sowie die zugelassene Fachterminologie. Die Tätigkeiten des akademisch Philosophierenden umfassen dabei die unten genannten Methoden.

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Sinn und Arten des Philosophierens (Teil 3)
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Philosophisch gebildete Menschen unterscheiden sich von den übrigen nicht darin, dass ihnen mehr (nützliches) Wissen zur Verfügung stünde. Ihnen steht allerdings in der Regel ein besserer Überblick über die Argumente zur Verfügung, die in einer philosophischen Debatte hinsichtlich eines bestimmten Diskussionsgegenstands bereits vorgebracht wurden. So kann es etwa hilfreich sein, bei einem aktuell diskutierten Problem (z. B. Euthanasie) danach zu fragen, welche Antwortmöglichkeiten die Philosophie in den letzten 2500 Jahren dazu angeboten hat und wie die Auseinandersetzungen um diese Vorschläge bisher verlaufen sind. Neben dieser historischen Kenntnis sollte ein ausgebildeter Philosoph eher in der Lage sein, die prinzipiell vertretbaren Positionen zu unterscheiden, deren Folgen vorauszusehen sowie Probleme und Widersprüche zu erkennen.
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Weitere Anwendungen und Aufgaben der Philosophie bestehen darin,
  • die grundlegenden Begriffe, Fragen, Thesen und Positionen, die die einzelnen Wissenschaften verwenden, zu thematisieren. So fragt die Philosophie etwa, was den Begriff der „Würde“ ausmacht, wenn er in Diskussionen der Rechtswissenschaften oder der Soziologie verwendet wird.
  • die unausgesprochenen Begriffe, Fragen, Thesen und Positionen herauszuarbeiten, die anderen Wissenschaften zugrunde liegen. So fragt etwa die Ethik: „Was ist Gerechtigkeit?“ und untersucht dabei auch Begriff, Grundlagen und Bedingungen der Rechtswissenschaften überhaupt.
  • die Fragen nach Denkmustern bzw. Denkgewohnheiten vergangener Zeiten zu beantworten, auf die die überlieferten Artefakte im Museum keine Antworten zu geben

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Methoden (Teil 1)
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Die Methoden der Philosophie umfassen verschiedene geistige Bemühungen. „Geistige Bemühungen“ kann dabei das Nachspüren von Denkrichtungen, Denktraditionen und Denkschulen meinen. Um das Denken geht es beim Philosophieren immer. Denken kann Nach-Denken sein, Analysieren oder Systematisieren. Intuitive Erkenntnisse, Glaubenswahrheiten und rationale Argumente werden auf der Grundlage der Lebenswirklichkeit des philosophierenden Menschen, mithilfe der Mittel des vernünftigen, rationalen und kritischen Denkens, geprüft.
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Zudem vermag die philosophische Geisteshaltung in einem methodischen Zweifel radikal alles in Frage zu stellen – sogar die Philosophie selbst. Dabei beginnt die Philosophie mit jedem Philosophierenden gleichsam wieder bei null. Es gehört zur Haltung eines Philosophierenden, auch scheinbar grundlegende oder alltägliche Gewissheiten in Frage stellen zu können.
Menschen, denen sich die Lebenswirklichkeit nicht auch als Frage oder Problem aufdrängt, erscheint solch fundamentaler Zweifel nicht selten befremdlich. Über lange Zeiträume gesehen stellt die Philosophie in zentralen Bereichen immer wieder dieselben Grundfragen, deren Antwortmöglichkeiten sich prinzipiell ähneln (Philosophia perennis).
Aufgrund der historischen und sozialen Veränderungen der Lebensumstände und Weltanschauungen werden jeweils neue Formulierungen für die Antworten auf die Grundfragen des Menschen notwendig. Anders als in den einzelnen Wissenschaften häufen weder die Philosophie noch die einzelnen Philosophierenden Wissen an oder verfügen über definitive und allgemein anerkannte Ergebnisse („Skandal der Philosophie“).
Sie sammeln historische Antworten, reflektieren diese und können dadurch zeitgebundene Blickwinkelverengungen, wie sie in manchen Spezialwissenschaften anzutreffen sind, vermeiden. Insofern kann der philosophische Diskurs als ein in sich nicht abschließbarer Prozess betrachtet werden – als ein kontroverses Gespräch über die Jahrhunderte hinweg.
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Grundsätzlich lassen sich zwei Ansätze bzw. Bereiche des heutigen „professionellen“ Philosophierens unterscheiden: die historische und die systematische Vorgehensweise:

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Methoden (Teil 2)
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Historisch arbeiten Philosophen dann, wenn sie versuchen, die Positionen und Thesen von Denkern wie z. B. Platon, Thomas von Aquin oder Immanuel Kant zu rekonstruieren und zu interpretieren. Auch die Herausarbeitung bestimmter philosophischer Strömungen oder Auseinandersetzungen in der Geschichte gehört hierzu, ebenso das Verfolgen der Geschichte von Begriffen und Ideen.
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Systematisch gehen Philosophen vor, wenn sie versuchen, zu einem bestimmten Problemfeld Standpunkte auszuarbeiten und zu verteidigen, Fragen innerhalb der verschiedenen philosophischen Disziplinen zu beantworten oder die offenen bzw. unausgesprochenen Voraussetzungen einer bestimmten Frage oder Behauptung zu analysieren; oder wenn sie sich darum bemühen, die in bestimmten Fragen, Thesen oder Positionen verwendeten Begriffe zu klären. Lautet die Frage etwa: „Hat der Mensch einen freien Willen?“, so müssen für eine Antwort zunächst die Begriffe „Willen“, „Freiheit“ und „Mensch" – vielleicht sogar die Bedeutung von „haben" – einer genauen Bedeutungsanalyse unterzogen werden.
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Die historischen und die systematischen Herangehensweisen bzw. Bereiche sind dabei prinzipiell durch das jeweilige Ziel der philosophischen Untersuchungen voneinander abgrenzbar. Viele Philosophen arbeiten allerdings sowohl historisch wie systematisch. Beide Ansätze ergänzen einander insofern, als einerseits die Schriften herausragender philosophischer Autoren auch für aktuelle systematische Fragen hilfreiche Überlegungen enthalten und andererseits systematische Ausarbeitungen oft Positionen der Klassiker präzisieren helfen. Außerdem können in vielen Fällen heutige Fragen nur dann präzise gestellt und beantwortet werden, wenn der historische Hintergrund für ihr Aufkommen und die seitdem für die Behandlung des Problems entwickelten Begrifflichkeiten und Lösungsvorschläge bekannt sind und verstanden werden.

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Begriffsgeschichte (Teil 1)
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Der Begriff „Philosophie“, zusammengesetzt aus griechisch φίλος (phílos) „Freund“ und σοφία (sophía) „Weisheit“, bedeutet wörtlich „Liebe zur Weisheit“ bzw. einfach „zum Wissen“ – denn sophía bezeichnete ursprünglich jede Fertigkeit oder Sachkunde, auch handwerkliche und technische. Das Verb philosophieren taucht erstmals beim griechischen Historiker Herodot (484-425 v. Chr.) auf (I,30,2), wo es zur Beschreibung des Wissensdurstes des Athener Staatsmannes Solon (ca. 640-559 v. Chr.) dient.
Dass Heraklit schon den Begriff philósophos verwendete, ist nicht anzunehmen. In der Antike pflegte man die Einführung des Begriffs Philosophie Pythagoras von Samos zuzuschreiben. Der Platoniker Herakleides Pontikos überlieferte eine Erzählung, wonach Pythagoras gesagt haben soll, nur ein Gott besitze wahre sophía, der Mensch könne nur nach ihr streben. Hier ist mit sophia bereits metaphysisches Wissen gemeint.
Die Glaubwürdigkeit dieses - nur indirekt und fragmentarisch überlieferten - Berichts des Herakleides ist in der Forschung umstritten. Erst bei Platon tauchen die Begriffe Philosoph und philosophieren eindeutig in diesem von Herakleides gemeinten Sinne auf, insbesondere in Platons Dialog Phaidros, wo festgestellt wird, dass das Streben nach Weisheit (das Philosophieren) und Besitz der Weisheit sich ausschließen und letzterer nur Gott zukomme.

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Begriffsgeschichte (Teil 2)
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Philosophie wurde im Laufe ihrer Geschichte als Streben nach dem Guten, Wahren und Schönen (Platon) oder nach Weisheit, Wahrheit und Erkenntnis (Hobbes, Locke, Berkeley) definiert. Sie forsche nach den obersten Prinzipien (Aristoteles) und ziele auf den Erwerb wahren Wissens (Platon). Sie ringe um die Erkenntnis aller Dinge, auch der unsichtbaren (Paracelsus), sei Wissenschaft aller Möglichkeit (Wolff) und vom Absoluten (Fichte, Schelling, Hegel).
Sie ordne und verbinde alle Wissenschaft (Kant, Mach, Wundt), stelle die „Wissenschaft aller Wissenschaften“ dar (Fechner). Die Analyse, Bearbeitung und exakte Bestimmung von Begriffen stehe in ihrem Mittelpunkt (Sokrates, Kant, Herbart). Philosophie sei jedoch zugleich auch die Kunst, sterben zu lernen (Platon), sei normative Wertlehre (Windelband), das vernunftgemäße Streben nach Glückseligkeit (Epikur, Shaftesbury) bzw. das Streben nach Tugend und Tüchtigkeit (Aristoteles, Stoa).
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Aus europäischer Sicht verbindet sich der Begriff Philosophie mit den Ursprüngen im antiken Griechenland. Die gleichfalls jahrtausendealten asiatischen Denktraditionen (östliche Philosophie) werden oftmals übersehen oder unterschätzt. Auch religiöse Weltanschauungen gehören zur Philosophie, insoweit ihre Vertreter nicht theologisch, sondern philosophisch argumentieren.

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Wissenschaftsgeschichte (Teil 1)
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Das Selbstverständnis der Philosophie als Wissenschaft hat sich im Laufe ihrer Geschichte immer wieder gewandelt. Die ersten griechischen Philosophen bis etwa zur Zeit von Sokrates und Platon verstanden ihre Tätigkeit als vernunftgelenktes Erkenntnisstreben im Unterschied zum bloßen Übernehmen eines mythischen Weltbilds und religiöser Traditionen.
Einerseits emanzipierte sich so das Denken vom Mythos, andererseits wurden die Mythen in der Regel nicht grundsätzlich verworfen. Die Philosophen bedienten sich ihrer gern und nutzten dichterische Ausdrucksmittel, um ihre Lehren zu verbreiten.
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Während Sokrates und seine Schüler das Erkenntnisstreben als Selbstzweck betrachteten, boten die Sophisten ihren Unterricht gegen Entgelt an.
Für manche Sophisten ging es dabei vor allem um die Kunst, in einer Debatte mit rhetorischen Mitteln und logischen Kunstgriffen einen Gegner zu besiegen. Ihr Ziel war es, notfalls auch mit Tricks (Sophismen), „die schwächere Seite zur stärkeren zu machen“ (vgl. Eristik).
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Nachdem sich das Christentum in der Spätantike durchgesetzt hatte, war Philosophie für viele Jahrhunderte nur noch auf der Basis des damaligen religiösen Weltbilds möglich; sie durfte nicht mit den Grundannahmen der christlichen Theologie in Konflikt geraten. Eine analoge Begrenzung bestand auch im Islam und im Judentum.
In Westeuropa dominierte daher lange Zeit das Bild der Philosophie als einer „Magd der Theologie“ (ancilla theologiae), also einer Hilfswissenschaft, die die göttlichen Offenbarungen mit rationalen Argumenten stützen sollte.

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Wissenschaftsgeschichte (Teil 2)
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An den im Mittelalter neu entstehenden Universitäten wurde die Philosophie zu einem grundlegenden („propädeutischen“) Lehrfach. Der Kern des Studiums war durch die sogenannten Artes liberales bestimmt, zu denen „Grammatik“, „Dialektik“, „Rhetorik“ sowie „Geometrie“, „Arithmetik“, „Astronomie“ und „Musik“ gehörten.
Ein erster Abschluss in diesem studium generale an der so genannten Artistenfakultät war notwendig, um die „höheren“ Studien in Medizin, Recht und Theologie aufnehmen zu können. (Aus dieser Tradition stammen noch heute die Bezeichnungen der akademischen Grade des B.A., M.A., Ph.D. bzw. Dr. phil.).
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In Westeuropa führte im 13. Jahrhundert die verstärkte Auseinandersetzung mit der Philosophie des Aristoteles zu höherer Eigenständigkeit der Philosophie, welche die Grenzen der artes-Disziplinen überschritt. Zahlreiche Philosophen und Theologen wie Albert der Große und Thomas von Aquin versuchten, Anschluss an die Aristotelesrezeption des Ostens zu halten und die aristotelische Philosophie mit den Lehren der katholischen Kirche zu einer in sich geschlossenen Gesamtdeutung der Wirklichkeit zusammenzuführen.
Eine solche Synthese legte etwa Thomas in der Summa theologica vor. Unabhängig davon kam es schon seit dem 12. Jahrhundert zu einer neuen Hochschätzung des Erfahrungswissens, die eine Voraussetzung für die Entstehung des neuzeitlichen naturwissenschaftlichen Denkens und der experimentellen Vorgehensweise bildete.
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Seit der Renaissance überschritt die Philosophie zunehmend die Grenzen, die die Theologie ihr gesetzt hatte. Die Philosophen scheuten sich nicht mehr, Ansichten zu vertreten, die mit kirchlichen Lehren oder sogar mit dem Christentum unvereinbar waren.
Seit den Zeiten des Renaissance-Humanismus und der Aufklärung setzte sich die Philosophie bis in die Gegenwart hinein kritisch mit der Religion auseinander, grenzte sich von ihr ab und betrachtete sich ihr oft als überlegen. Es gab aber auch stets zahlreiche Philosophen, die großen Wert darauf legten, dass ihre Positionen mit ihren religiösen Überzeugungen in vollem Einklang stehen.

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Wissenschaftsgeschichte (Teil 3)
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Vor allem in bestimmten Phasen der Neuzeit wurde die Philosophie als eine allen Einzelwissenschaften übergeordnete Universalwissenschaft begriffen, die, um die Wirklichkeit als Ganzes zu erfassen und zu den letzten Ursachen und Prinzipien vorzudringen, ewiggültige, allgemeine Wahrheiten aufdeckt und zugänglich macht (Philosophia perennis).
Das heißt, die Chance, dass Philosophie untergeht, ist von allen Fächern wohl am geringsten. Wenn man nur Philosophie betreibt, braucht man sich auf nichts weiter spezialisieren, denn Philosophie ist dasjenige Fach, das alle Grundlagen benutzen kann (Heißler).
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Noch bis ins 18. Jahrhundert hinein blieb die Philosophie eine der klassischen vier Fakultäten. Weiterhin war eine grundlegende Ausbildung in Philosophie erforderlich, bevor sich die Studenten z. B. naturwissenschaftlichen Fragen und Forschungen zuwenden durften.
An einigen traditionsbewussten Universitäten ist ein „Philosophicum“ im Grundstudium bis heute für alle Studenten Pflicht.
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Im 19. Jahrhundert begann eine zunehmende Verselbstständigung zunächst der Naturwissenschaften und später auch der philologischen und der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer. Die philosophischen Lehrstühle gerieten in der Folge in ihrer inhaltlichen Ausrichtung zunehmend unter den Spezialisierungsdruck der sich verselbständigenden Fachwissenschaften.
In der Moderne verblieb der Philosophie zeitweise nur die Aufgabe der Reflexion der Fachwissenschaften und die Diskussion über deren Voraussetzungen.

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Wissenschaftsgeschichte (Teil 4)
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Die moderne Fachwissenschaft Philosophie zieht ihre Rechtfertigung aus dem Anspruch, philosophische Methoden könnten auch für andere Wissens- und Praxisgebiete hilfreich sein. Darüber hinaus betrachten die Philosophen die Erörterung ethischer Themen und Grundsatzfragen als ihr ureigenes Gebiet. Die Universitäten sind in ihrem Selbstverständnis gegenwärtig durch die Vermittlung der traditionellen philosophischen Disziplinen Logik, Ethik, Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie und Philosophiegeschichte im Rahmen der Lehrerausbildung geprägt.
So findet der Diskurs der Philosophie an den Universitäten häufig abgetrennt nicht nur von der Religion, sondern auch von den Sozialwissenschaften, von Literatur und Kunst weitgehend als theoretische Philosophie mit einer starken Betonung von Wissenschaftstheorie, Sprachanalyse und Logik statt. Dennoch gibt es auch in der „Fachwissenschaft Philosophie“ immer wieder Impulse, an öffentlichen Debatten der Gegenwart teilzunehmen und Stellung zu beziehen z. B. zu ethischen Fragen der Verwendung von Technik, zur Ökologie, zur Genetik, zu medizinischen Problemen oder zu solchen der interkulturellen Philosophie.
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Neben der universitären Philosophie gab es jedoch auch immer eigenständige Denker außerhalb der Institutionen. Seitdem die Aufklärer Voltaire, Rousseau und Diderot (als Impulsgeber der Enzyklopädie mit dem Ziel der Aufklärung durch Wissen) in Frankreich philosophes genannt wurden, verstand man darunter in der Tradition von Montaigne allgemein auch gelehrte Schriftsteller, die sich über populäre, also über Themen von allgemeinem öffentlichen Interesse äußerten – so auch Universalgelehrte wie Goethe und Schiller.
Denkern des 18. und 19. Jahrhunderts wie Adam Smith, Abraham Lincoln, Jean Paul, Friedrich Nietzsche, Émile Zola, Leo Tolstoj, Karl Marx, Sigmund Freud oder Søren Kierkegaard war gemeinsam, dass sie allesamt nicht an eine Universität angebunden waren und keine akademische Schulphilosophie betrieben. Dennoch gingen von ihnen in der Öffentlichkeit viel beachtete philosophische Impulse aus und sie reflektierten die Philosophiegeschichte eigenständig – vergleichbar mit in der Gegenwart viel gelesenen Denkern wie Paul Watzlawick, Umberto Eco oder Peter Sloterdijk.
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Eine recht junge Entwicklung ist die Einrichtung von Philosophischen Praxen, die eine Alternative zu anderen gesellschaftlichen Beratungs- und Orientierungsmöglichkeiten anbieten wollen.

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Philosophische Disziplinen (Teil 1)
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Die Philosophie wird üblicherweise in einen theoretischen und einen praktischen Gegenstandsbereich unterteilt. Die theoretische Philosophie untersucht dabei die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Erkenntnisvermögens und die allgemeinen Strukturen des menschlichen Bewusstseins. Außerdem sind allgemeingültige Aussagen über das Sein Gegenstand des philosophischen Denkens. Disziplinen sind u. a. Ontologie, Metaphysik, Logik, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie. Die praktische Philosophie beschäftigt sich hingegen mit dem Bereich menschlichen Handelns. Disziplinen sind u. a. Ethik, Rechtsphilosophie, politische Philosophie und Sozialphilosophie. Neben diesen philosophischen Sachbereichen zählt die Philosophiegeschichte zum Curriculum philosophischer Fakultäten. Philosophiegeschichte wird dabei vom aktuellen „systematischen Philosophieren“ abgegrenzt, wobei es, beispielsweise in der Systematologie, immer auch Berührungspunkte und Überschneidungen zwischen historischen und systematischen Aspekten gibt. Systematische Philosophie im strengen Sinne erhebt den Anspruch, „die Totalität der in irgend einem Zeitpunkt erreichten Erkenntnisse als ein Ganzes darzustellen, dessen Teile durchgängig in logischen Verhältnissen verknüpft sind“.

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Philosophische Disziplinen (Teil 2)
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Auch wenn sich der Bereich, den die Philosophie insgesamt umfasst, in gewissem Sinne nicht eingrenzen lässt (da sie „alles“ behandelt), gibt es doch bestimmte Domänen, in denen sie hauptsächlich tätig ist. Der Philosoph Immanuel Kant hat diese einmal in den folgenden Fragen zusammengefasst:
  • Was kann ich wissen?
  • Was soll ich tun?
  • Was darf ich hoffen?
  • Was ist der Mensch?
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Etwas weniger allgemein gestellt können diese Fragen ungefähr so lauten:
  • Wie können wir zu Erkenntnis gelangen und wie sind diese Erkenntnisse einzuschätzen? (Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, Logik)
  • Wie sollen wir handeln? (Ethik)
  • Was ist die Welt? Warum gibt es überhaupt etwas und „nicht vielmehr nichts“? Gibt es einen Gott oder was sollte man sich unter dem Begriff „Gott“ überhaupt vorstellen? Steuert die Geschichte auf ein Ziel zu und wenn ja auf welches? (Metaphysik, Religions- und Geschichtsphilosophie)
  • Was sind wir für Wesen? In welchem Verhältnis stehen wir zu der Welt, die wir vorfinden? (Philosophische Anthropologie, Kultur- und Sozialphilosophie, Ästhetik)
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Im Folgenden werden einige der wichtigsten philosophischen Disziplinen vorgestellt, die sich dieser Fragen annehmen. Die vorgestellte Reihenfolge orientiert sich dabei an der traditionellen Unterscheidung zwischen der theoretischen und praktischen Philosophie, ergänzt durch die wissenschaftsübergreifenden Entwicklungen der letzten Jahrzehnte.

Weblinks[editar]

  • www.linguee.de/ - dort für weitere Wortkombinationen das gewünschte Wort eingeben (Bei Verben auch in verschiedenen Zeitformen eingeben.)


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